Anzeige

Anzeige

Melisse

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (12. Juni 2014)

© Jupiterimages/Zoonar

Die Melisse – wegen ihres starken Geruchs nach Zitrone auch Zitronenmelisse genannt – ist nicht nur eine bekannte Gewürzpflanze, sondern kommt in Europa auch schon lange als traditionelle Heilpflanze zum Einsatz.

Die Melisse, deren botanischer Name Melissa officinalis lautet, ist eine ausdauernde Pflanze mit einer Höhe von bis zu 90 Zentimetern. Zerreibt man ihre eiförmigen Blätter zwischen den Fingern, entsteht der charakteristische Zitronengeruch. Die Blüten der Zitronenmelisse sind weiß oder gelblich gefärbt und sitzen als Scheinquirle in den Blattachseln.

Beheimatet war die Zitronenmelisse ursprünglich in den östlichen Mittelmeerländern und Westasien, mittlerweile hat sie jedoch auch in Mittel-, West- und Osteuropa Einzug gehalten: als angebaute Gewürz- und Heilpflanze, aber teils auch verwildert. Schon in der Antike verwendeten sowohl die alten Griechen als auch die Römer die Melisse zu medizinischen Zwecken. Damals fiel auch ihre große Anziehungskraft auf Bienen auf, nach der die Pflanze benannt ist (griech. Melissa = Honigbiene).

Nach Deutschland gelangte die Melisse im Mittelalter, wo die Menschen sie zunächst auf Anordnung von Karl dem Großen in Klostergärten anbauten, später auch in Bauerngärten. Die heilige Hildegard von Bingen nannte die Zitronenmelisse "Bienenauge" und rühmte die Pflanze, die "das Herz freudig macht".

Den auch heute noch beliebten Melissengeist preisten im Jahr 1611 erstmalig französische Mönche als Geheimmittel an. Die Melisse kam unter anderem äußerlich bei offenen Wunden, Geschwüren, neuralgischen Schmerzen und Rheumatismus zum Einsatz. Der mittelalterliche Name Mutterkraut deutet auf die damals breite Anwendung der Zitronenmelisse in der Frauenheilkunde hin: Mit ihren krampflösenden Eigenschaften sollte sie gegen Unterleibsbeschwerden, aber auch gegen Erbrechen in der Schwangerschaft helfen.

In der Küche dient die Zitronenmelisse zum Würzen von Süßspeisen und Getränken. Medizinisch finden die vor der Blüte gesammelten Blätter und das daraus gewonnene ätherische Öl Verwendung. In Deutschland sind derzeit verschiedene Melissen-Präparate als traditionelle pflanzliche Arzneimittel registriert und auf dem Markt zugelassen – zum Beispiel zur Zubereitung von Melissentee oder in Form von Dragees.


Anzeige