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Kamille

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. November 2015)

© iStock

Die Echte Kamille (Chamomilla recutita, Matricaria recutita) wirkt entzündungshemmend, fördert die Wundheilung und lindert Magen-Darm-Beschwerden.

Die heilende Wirkung der Kamille in den jeweiligen Anwendungsgebieten ist jedoch nur zum Teil wissenschaftlich belegt und beruht häufig eher auf Überlieferungen. Medizinisch verwendet man die frischen oder getrockneten Blüten der Kamille und das aus den Blüten gewonnene ätherische Öl.

Wer Kamillentee nutzen möchte, um Beschwerden zu lindern, sollte darauf achten, dass die Kamillenblüten eine hohe Qualität (Arzneiqualität) haben. So lässt sich eine bessere Wirkung erzielen, da diese Blüten wirkstoffreicher sind. Qualitativ hochwertige Kamillenblüten oder Arzneitees erhält man zum Beispiel in der Apotheke. Normaler Kamillentee aus dem Supermarkt hat in der Regel eine niedrigere Qualität, kann bei leichteren Beschwerden aber auch helfen.

Inhaltsstoffe:

Die Echte Kamille besitzt verschiedene Inhaltsstoffe, so zum Beispiel:

  • ätherische Öle (wie Alpha-Bisabolol, Chamazulen)
  • Flavonoide (wie Apigenin)
  • Schleimstoffe (Polysaccharide)
  • Cumarine
  • Caprinsäure
  • Spiroether
  • Gerbstoffe (Tannine)

Wirkung

Die Echte Kamille weist verschiedene Eigenschaften auf, die ihr eine gesundheitsförderliche Wirkung verleihen. Die Blüten der Heilpflanze können folgendermaßen wirken:

  • entzündungshemmend
  • wundheilungsfördernd
  • krampflösend
  • antibakteriell

Anwendung

Kamille kommt traditionell unter anderem bei folgenden Beschwerden zum Einsatz:

Kamille können Sie in Form von Kamillentee oder als Kamillenextrakt sowohl innerlich als auch äußerlich anwenden. Zur äußerlichen Anwendung empfehlen sich Bäder, Umschläge, Gurgellösungen oder Inhalation.

Kamillentee: Übergießen Sie 1 gehäuften Esslöffel (3 g) Kamillenblüten mit einer Tasse (150 ml) kochendem Wasser und lassen Sie das Ganze abgedeckt 10 Minuten lang ziehen. Trinken Sie bei dreimal täglich eine Tasse Kamillentee zwischen den Mahlzeiten.

Anmerkung: Sie können auch Kamille-Fertigpräparate mit Blütenauszügen und -extrakten verwenden. Achten Sie dann entsprechend auf die jeweilige Dosierempfehlung auf der Verpackung. Möchten Sie lieber Kamillenblüten verwenden, achten Sie darauf, dass die Blüten Arzneiqualität haben (z.B. in der Apotheke erhältlich). Normaler Kamillentee aus dem Supermarkt hat meist eine geringere Konzentration an Wirkstoffen.

Man sieht eine Tasse mit Kamillentee. © iStock

Tee aus Kamillenblüten (in der Apotheke erhältlich) ist wirksamer als "normaler" Kamillentee aus dem Supermarkt.

Hinweise

Im Bereich der Augen sollten Sie Umschläge oder Kompressen mit Kamillenblüten besser nicht anwenden: Kamillenblüten besitzen feine Härchen, die die Augen reizen können.

Bei der Verwendung von Echter Kamille kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die meist auf Verunreinigungen mit anderen Kamillesorten (z.B. Hundskamille) oder Korbblütlern beruhen. Bei einer bekannten Allergie gegen Kamille oder Korbblütler sollten Sie auf Kamille verzichten.

Bei der Einnahme sehr großer Mengen Kamille kann es unter Umständen zu Nebenwirkungen wie Erbrechen kommen.

Kamillenextrakt enthält in der Regel Alkohol.

Wissenswertes

Die zahlreichen volkstümlichen Namen der Kamille, wie Mutterkraut, Mägdeblume oder Kummerblume lassen auf ihre große Bedeutung im Brauchtum schließen. Dort wurde die Kamille besonders in der Frauenheilkunde eingesetzt. Sie war die wichtigste Pflanze bei Wochenbettbeschwerden. Die gesundheitsfördernde Wirkung der Kamille war bereits in der Antike bekannt.

Botanisches:

Ursprünglich stammt die Echte Kamille aus Süd- und Osteuropa sowie aus Westasien, mittlerweile ist sie aber in ganz Europa, und auch in Nordamerika und Australien verbreitet. Die Pflanze bevorzugt eher karge Standorte. Bei der Kamille handelt es sich um eine einjährige Pflanze mit einem aufrechten, ästig verzweigten Stängel, der bis zu 80 Zentimeter hoch wachsen kann. Die Blätter stehen wechselständig, sind zwei- bis dreifach gefiedert und schmal.

Die Echte Kamille zählt zur Familie der Korbblütler. Ihre Blütenköpfchen bestehen aus einem Kranz von etwa 15 weißen Zungenblüten, der in der Mitte dicht gedrängt sitzende gelbe Röhrenblüten umfasst. Die Kamillenblüte ist eine sogenannte "falsche Blüte" (Pseudanthium), weil hier viele einzelne kleine Blüten zusammen scheinbar eine größere Blüte bilden. Der Blütenboden ist kegelförmig und innen immer hohl. Beim Zerreiben riechen die Blüten der Kamille angenehm aromatisch.


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