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Johanniskraut – pflanzlicher Stimmungs­aufheller

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (20. Januar 2017)

© Jupiterimages/Zoonar

Johanniskraut (Hypericum perforatum L.) wird als Extrakt zum Einnehmen eine stimmungsaufhellende, stabilisierende und angstlösende Wirkung zugesprochen. Es soll sich dadurch auf leichte bis mittelschwere Depressionen günstig auswirken. Wer gleichzeitig andere Medikamente einnimmt, sollte jedoch mögliche Wechselwirkungen beachten – denn Johanniskraut kann einige Medikamenten unwirksam machen.

Die wichtigsten Inhaltstoffe von Johanniskraut sind:

Für die stimmungsaufhellende Wirkung von Johanniskraut soll vor allem der Inhaltsstoff Hyperforin verantwortlich sein. Da Hyperforin jedoch einzeln nicht dieselbe Wirkung zeigt, geht man davon aus, dass erst mehrere Johanniskraut-Inhaltsstoffe im Zusammenspiel diesen Effekt haben.

Die Studienlage zur stimmungsaufhellenden, antidepressiven Wirkung von Johanniskraut ist widersprüchlich. Zwar weisen einige Studien solch einen Effekt nach – betrachtet man diese Studien genauer, halten diese jedoch wissenschaftlichen Kriterien oft nicht stand. Andere Studien zum Johanniskraut können dagegen keinen Effekt nachweisen oder wirken nur wenig besser als ein Placebo (Medikament ohne Wirkstoff).

Depressionen beruhen auf einer Verminderung verschiedener Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn wie Dopamin, Noradrenalin und Serotonin. Die Einnahme von Johanniskraut erhöht wahrscheinlich den Anteil dieser Stoffe, indem es deren Wiederaufnahme in die Nervenzellen hemmt – ähnlich wie bestimmte Antidepressiva dies tun. Die Botenstoffe bleiben so länger im schmalen Raum zwischen den Nervenzellen (dem sog. synaptischen Spalt) erhalten und können länger wirken. Außerdem soll Johanniskraut für eine weitere Ausschüttung von Botenstoffen sorgen. Mit einer regelmäßigen Anwendung von Johanniskraut-Präparaten lässt sich so möglicherweise der Nervenstoffwechsel günstig regulieren beziehungsweise stabilisieren.

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Die Wirkung von Johanniskraut setzt allerdings nicht sofort ein, sondern erst nach etwa zwei bis drei Wochen – daher sollte man das Präparat nicht zu rasch absetzen. Eine nachhaltige Wirkung wird frühestens nach vier bis sechs Monaten erzielt.

Äußerlich kann Johanniskraut zudem als Öl zum Einsatz kommen. In dieser Form soll es Entzündungen hemmen und die Wundheilung fördern. Auch eine antibakterielle Wirkung wird dem Öl zugesprochen. Studien hierzu sind jedoch kaum vorhanden.

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