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Holunder

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. September 2014)

© Jupiterimages/iStockphoto

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) liefert mit seinen Blüten und Früchten nicht nur leckere Zutaten für die unterschiedlichsten Rezepte (wie Holunderblütensirup, Holundersirup und Holundersaft), sondern zählt auch schon seit Langem zu den Heilpflanzen.

Der Schwarze Holunder ist ein bis zu sieben Meter hoher Strauch mit gegenständig angeordneten Blättern. Die kleinen, gelblich-weißen Blüten sind in großen, trugdoldigen, flachen Blütenständen angeordnet.

Die im Juni am Holunder erscheinenden Blüten haben einen charakteristischen Geruch und schmecken schleimig-süß. Getrocknet sind die Holunderblüten auch als Fliedertee bekannt. Die Holunderblüte dauert etwa zwei Monate. Die im Herbst heranreifenden Holunderbeeren haben eine glänzend-schwarze bis schwarz-violette Färbung. Sie schmecken süß-säuerlich und sind nur nach Erhitzen genießbar.

Beheimatet ist Schwarzer Holunder in Europa, Nordafrika, West- und Mittelasien. Der Fund von Holundersamen in prähistorischen Stätten konnte belegen, dass sich der Mensch diesen Strauch schon lange zunutze macht: In der Antike verwendeten die Menschen den Holunder beispielsweise, um ihre Haare schwarz zu färben, und mehrere Schriften dieser Zeit erwähnen ihn erstmals als Heilmittel.

In der christlichen Geschichte galt es als schweres Verbrechen, einen Holunder zu fällen, da es hieß, dies könne Unglück und sogar den Tod bringen. Angeblich soll sich Judas an einem Holunderstrauch erhängt haben. Im Gegensatz dazu sahen die alten Germanen in ihm einen heiligen Strauch, der der Schutzgöttin Frau Holle gewidmet war.

In der Volksmedizin verwendeten die Menschen den Holunder über die Jahre zu zahlreichen Zwecken. Durch die Fähigkeit, die Ausscheidung zu fördern, kam Holunder bei Rheuma, Gicht und Hautkrankheiten als sogenanntes "Blutreinigungsmittel" zum Einsatz. Außerdem soll er bei Nervenschmerzen und Ischias helfen.

Die Nutzung von Holunder hält bis heute an: Seine Blüten verwendet man unter anderem zur Zubereitung von Sekt und Wein. Bekannt ist auch der Hollerküchle, der aus in Ausbackteig getauchten und frittierten Blütenständen besteht. Zudem gelten die Holunderblüten heute als traditionelles pflanzliches Arzneimittel. Die arzneilich verwendeten Blüten stammen hauptsächlich aus Portugal, Ungarn, Polen und Russland. Aus den Holunderbeeren stellt man überwiegend Saft und Konfitüre her – medizinisch spielen die Holunderbeeren keine Rolle mehr.


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