Fenchel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. April 2014)

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Echter Fenchel beziehungsweise Gartenfenchel (Foeniculum vulgare) tritt in verschiedenen Varietäten auf, von denen zwei traditionell als Heilmittel zum Einsatz kommen: Bitterer Fenchel und Süßer Fenchel.

In Europa war Fenchel ursprünglich nur im Mittelmeergebiet beheimatet. Mittlerweile ist die Pflanze in ganz Europa, Asien sowie in Teilen Südamerikas verbreitet. Fenchel ist ein- bis mehrjährig, erreicht teils eine Höhe von über zwei Metern und hat einen fleischig verdickten Stängel, der im oberen Bereich verästelt ist. Die kleinen, gelben Blüten sitzen in großen Dolden: Entsprechend gehört der Fenchel zur Familie der Doldenblütler (Umbelliferae) – wie Echter Kümmel oder Liebstöckel, die ebenfalls als Heilpflanzen dienen.

Der Fenchel ist eine uralte und auch heute noch sehr bekannte Gewürz- und Heilpflanze, die seit jeher in der Volksmedizin eine bedeutende Stellung eingenommen hat. Schon im 9. Jahrhundert pflanzten Benediktinermönche die Pflanze nördlich der Alpen in ihren Klostergärten an. Die alten Kulturen Arabiens und Chinas kannten den Fenchel ebenfalls: Dort kann er bei Lungen-, Blasen und Nierenleiden zum Einsatz. Sogar beim Biss "toller Hunde" sollte er helfen.

Medizinisch finden die reifen Früchte des Fenchels (oft auch als "Fenchelsamen" bezeichnet) Verwendung: Zum einen kann man die Fenchelfrüchte nach dem Trocknen zerkleinern, zerstoßen oder pulverisieren und daraus zum Beispiel einen Fencheltee bereiten. Daneben stehen auch Arzneimittel in Tabletten- oder Kapselform zur Verfügung, welche die getrockneten und zerkleinerten Früchte enthalten. Zum anderen kann man aus den reifen Fenchelfrüchten ätherisches Öl gewinnen, um es entweder direkt oder ebenfalls für die Herstellung von Tabletten oder Kapseln zu verwenden.

Auch heute spielt Fenchel in vielen Regionen der Welt als Arzneipflanze eine große Rolle: So ist unter anderem in Europa und China die Verwendung von Fenchel als Heilmittel (z.B. Fencheltee gegen Blähungen) weit verbreitet. Wegen seines angenehmen Geschmacks hat sich Fenchel besonders in der Kinderheilkunde bewährt.