Enzian

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (23. September 2014)

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Enzian blüht nicht nur blau: Der wegen seiner arzneilich wirksamen Eigenschaften verwendete Enzian hat gelbe Blüten. Sein botanischer Name lautet entsprechend Gelber Enzian (Gentiana lutea). Die blau blühenden Enziane sind keine Heilkräuter.

Gelber Enzian ist eine krautige, mehrjährige Pflanze, die eine Höhe von bis zu 140 Zentimetern erreichen kann. Sein etwa fingerdicker, hohler Stängel trägt bläulich-grüne Blätter. Die gelben Blüten, die zwischen Juni und August zu sehen sind, bilden reichblütige Trugdolden aus bis zu zehn einzelnen Blüten. Der Geruch des Enzians ist schwach süßlich.

Nicht verwechseln!
Außerhalb der Blütezeit ähnelt der Gelbe Enzian einer anderen Pflanze: dem stark giftigen Weißen Germer (Veratrum album).

Heimisch ist Gelber Enzian in den mittel- und südeuropäischen Gebirgsregionen, vor allem in den Alpen, in Spanien, in Frankreich und im Balkan. Da der Gelbe Enzian unter Naturschutz steht, ist jedoch nur die Nutzung von Pflanzen erlaubt, die aus Anbaugebieten stammen (d.h. hauptsächlich aus Deutschland und Frankreich).

Von Interesse sind beim Gelben Enzian nur die unterirdischen Pflanzenteile: also die Wurzeln und der Wurzelstock (Gentianae radix). Die Hauptwurzel kann über einen Meter lang sein und (in frischem Zustand) bis zu sieben Kilogramm wiegen. Die Enzianwurzel verströmt einen sehr charakteristischen Geruch und hat einen starken und nachhaltigen bitteren Geschmack.

Anwendung findet der Gelbe Enzian bei der Herstellung alkoholischer Getränke: So verwendet man zum Beispiel die frische Enzianwurzel, um einen starken Schnaps zu brennen. Und mit alkoholisch-wässrigen Auszügen aus der getrockneten Enzianwurzel kann man Aperitifs herstellen.

Daneben nutzt der Mensch den Gelben Enzian schon lange als Heilpflanze: Heute gilt die Enzianwurzel als traditionelles pflanzliches Arzneimittel. Für die medizinische Nutzung ist es aber wichtig, die Enzianwurzel direkt nach der Ernte zu trocknen: Nur so lässt sich vermeiden, dass die Wurzeln zu fermentieren beginnen. Denn durch die Fermentation nimmt die Menge an medizinisch wirksamen Inhaltsstoffen extrem ab.