Brennnessel

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (11. August 2014)

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Die Brennnessel macht ihrem Namen alle Ehre: Wer sie berührt, riskiert, dass sich auf der Haut brennende und juckende Quaddeln bilden. Die Brennnessel hat aber auch positive Eigenschaften, die sie zu einer Nutz- und Heilpflanze machen.

Die Brennnessel ist fast weltweit verbreitet und kommt in verschiedenen Arten vor. Auch in Deutschland finden sich mehrere Arten, von denen der Mensch zwei als Heilkräuter nutzt – die Große und die Kleine Brennnessel:

  • Die Große Brennnessel (Urtica dioica) ist eine ausdauernde Pflanze, die eine Höhe von bis zu 150 Zentimetern erreichen kann und nur männliche oder weibliche Blüten besitzt.
  • Die Kleine Brennnessel (Urtica urens) ist einjährig, nur 15 bis 45 Zentimeter hoch und besitzt sowohl männliche als auch weibliche Blüten.

Die kleinen Blüten der Brennnessel sind in langen Rispen angeordnet. Ihre Früchte sind kleine, eiförmige Nüsschen, die meist von Kelchblättern umgeben sind. Die Stängel und Blätter der Brennnessel sind mit verkieselten Brennhaaren besetzt, deren Spitzen bei Berührung winzige Wunden in die Haut bohren, in die sich dann das Nesselgift (u.a. Ameisensäure, Amine) ergießt. Schon ein zehnmillionstel Gramm des Gifts reicht aus, um das gefürchtete Brennen und Jucken hervorzurufen.

Brennnesseln wuchsen schon immer in der Nähe menschlicher Siedlungen und können daher auf eine lange Geschichte und breite Anwendung als Heilpflanzen in der Volksmedizin zurückblicken. Die Brennnessel kam bereits im Jahr 63 nach Christus zur Behandlung rheumatischer Beschwerden zum Einsatz. Sogar das Peitschen der nackten Haut mit der Brennnessel galt dabei als empfehlenswert. Auch bei Gicht, Leber- und Gallenerkrankungen sprach man ihr Heilkraft zu. Die Blätter sollten – äußerlich verwendet – die Wundheilung unterstützen und auch gegen Venenentzündungen helfen. Aus der Wurzel bereitete man Auszüge, die angeblich den Haarausfall des Mannes verlangsamen.

Die Blätter (Urticae folium) und Wurzeln (Urticae radix) der Brennnessel finden auch heute noch medizinische Verwendung. Zudem dient die Brennnessel in der Landwirtschaft verbreitet als Futterpflanze und die aus ihren Stängeln gewonnene Faser als Baumwollersatz.