Artischocke

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. Mai 2014)

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Die Artischocke (Cynara scolymus) hat nicht nur als Nahrung, sondern auch in der Naturheilkunde eine lange Tradition: Schon die alten Ägypter, Griechen und Römer verwendeten sie als Heilpflanze.

Die Artischocke stammt aus dem Mittelmeerraum und den Kanarischen Inseln. Sie ist eine ausdauernde distelartige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae bzw. Compositae). Artischocken haben gewölbte, tief gelappte Blätter, die bis zu 80 Zentimeter lang sind und eine Rosette bilden. Ihr Stängel mit dem Blütenstand, der viele körbchenförmig angeordnete Knospen trägt, erreicht eine Höhe von 1,5 bis 2 Metern. Wenn sich die lila Blüten öffnen, hat der Blütenstand einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern.

Die Blütenstände der Artischocke dienen als Gemüse: Die Artischocke hat einen angenehm bitteren Geschmack. Der essbare Teil der Knospen besteht hauptsächlich aus den fleischigen unteren Teilen der Hüllblätter und deren Grund (den sog. "Herzen"). Die Ernte der Blütenstände findet vor dem Aufblühen statt. Außerdem kommen Extrakte aus Artischocken zum Einsatz, um Magenbitter und Liköre herzustellen.

Medizinisch finden meistens die Blätter der Artischocke Verwendung. Auf dem europäischen Markt sind seit über 30 Jahren folgende Zubereitungsformen zu haben:

  • zerriebene getrocknete Artischockenblätter für Tee
  • pulverisierte Artischockenblätter
  • zähflüssige Auszüge (Extrakte) aus Blättern (mit Wasser oder Ethanol als Auszugsmittel)
  • Trockenauszüge aus Blättern (mit Wasser als Auszugsmittel)

In den geläufigen Arzneimitteln sind meist Trockenauszüge aus frischen Artischockenblättern enthalten. Traditionell sollen diese Artischocken-Extrakte zum Beispiel – basierend auf langjährigen Erfahrungswerten – Verdauungsbeschwerden wie beim Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) mit Völlegefühl und Blähungen lindern. Daneben macht sich die traditionelle Pflanzenheilkunde in Europa die Artischocke seit langem beispielsweise als harntreibendes Mittel zunutze.