Aronia (Apfelbeere): Welche Wirkung hat der Aroniasaft?

Veröffentlicht von: Till von Bracht (06. Oktober 2015)

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Die Aronia (Apfelbeere) ist in Deutschland noch weitgehend unbekannt, obwohl sie viele wichtige Inhaltsstoffe beinhaltet. In der traditionellen Medizin setzen die amerikanischen Ureinwohner die Aronia schon lange als Heilpflanze ein, um bei Erkältungen zu helfen.

Das Besondere an den Aroniabeeren: Sie enthalten große Mengen bestimmter sekundärer Pflanzenstoffe, die sogenannten Anthocyane. Diese Pflanzenstoffe wirken stark antioxidativ. Was den durchschnittlichen Anthocyan-Gehalt betrifft, liegt Aronia verglichen mit anderen Nahrungsmitteln an der Spitze.

Anthocyan-Gehalt im Vergleich

LebensmittelAnthocyan-Gehalt (pro 100 Gramm)
Aroniabeeren, schwarz 200 bis 1.000 mg
Auberginen 750 mg
Schwarze Johannisbeeren 130 bis 400 mg
Heidelbeeren 83 bis 420 mg
Rhabarber 10 bis 200 mg
Brombeeren 115 mg
Himbeeren 10 bis 60 mg
Rotkohl 25 mg
Rotwein 24 bis 35 mg

Die in den Früchten der Aronia enthaltenen Anthocyane wirken im Versuch noch stärker antioxidativ als die Zellschutz-Vitamine C und E. Damit sollen Aroniabeeren den Körper vor einem Zuviel an freien Radikalen schützen. Diese aggressiven Sauerstoffverbindungen können in größeren Mengen das in den Körperzellen liegende Erbgut (die DNA) schädigen. 

Der menschliche Organismus kann die Anthocyane der Aroniabeeren allerdings nur in geringem Umfang aufnehmen. Daher lässt sich bezweifeln, dass sich die starke antioxidative Wirkung der Aronia auch im Körper entfalten kann. 

Die gesundheitsfördernde Wirkung des Aroniasafts, die sich viele Menschen von der Aroniabeere versprechen, konnte wissenschaftlich noch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Zwar gibt es einzelne wissenschaftliche Tier- und Laborversuche, die darauf hinweisen, dass sich die Inhaltstoffe der Aroniabeeren positiv auf die Hautalterung sowie bestimmte Krankheiten (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Grauer Star) auswirken. Für einen aussagekräftigen wissenschaftlichen Nachweis sind jedoch weitere Studien notwendig.

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts kommt Aronia vor allem in osteuropäischen Ländern als Heilpflanze gegen Bluthochdruck und Arterienverkalkung zum Einsatz. Dort werden die Aroniabeeren meistens zu Aroniasaft, -marmelade oder Wein verarbeitet. Zwar kann man die Aroniabeeren auch roh verzehren, durch den sehr säuerlich-herben Geschmack sind sie in dieser Form jedoch für viele Menschen nicht genießbar.

In der Lebensmittelindustrie werden verschiedene Zwischen- und Endprodukte aus der Aroniabeere gewonnen, wie beispielsweise:

  • Aroniasaft,
  • Fruchtpüree,
  • Fruchtpulver,
  • Fruchtpüree,
  • Aroniamarmelade,
  • Aroniasirup oder
  • Aroma- und Farbextrakte.

Prinzipiell unterscheidet man neun Aronia-Arten, eine Bedeutung als Heilpflanze haben allerdings nur zwei: die schwarze (Aronia melanocarpa) und die rote Apfelbeere (Aronia arbutifolia).

Die schwarze Apfelbeere, auch als schwarze Eberesche bekannt, ähnelt auf den ersten Blick der Holunderbeere oder der schwarzen Johannisbeere. Die Früchte der schwarzen Apfelbeere haben – wie der Name schon sagt – eine violett-schwarze Färbung. Von August bis September kann man die Aroniabeeren der schwarzen Aronia von den Sträuchern ernten. Ab September fallen die reifen Früchte von selbst auf den Boden. Die Aroniapflanze verträgt Kälte mit Temperaturen von bis -30 °C, weshalb sie auch in den skandinavischen Ländern oder Russland zu finden ist.

Die rote Apfelbeere, auch filzige Apfelbeere genannt, ist nicht so bekannt wie die schwarze. Sie wächst strauchartig bis zur einer Höhe von zwei Metern, kann bei einem nährstoffreichen Boden aber sogar bis zu drei Meter groß werden. Der Name dieser Pflanze leitet sich von den hellroten, erbsengroßen Früchten ab, die man ab September ernten kann. Im Gegensatz zu den Früchten der schwarzen Apfelbeere bleiben die Beeren der roten Aronia sogar bis Dezember an den Sträuchern hängen. Die rote Apfelbeere ist äußerst frosthart und auch gegen Schädlinge und Krankheiten nahezu resistent.