Haut im Winter

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (08. November 2017)

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Der Winter bringt so einige Unannehmlichkeiten mit sich: Kälte, Frost und eisigen Wind. Drinnen angekommen, drehen viele die Heizung auf. Das bedeutet für die Haut im Winter Stress: Sie ist einem ständigen Wechsel zwischen trockener Heizungsluft und klirrender Kälte ausgesetzt. Wie kann man sie schützen?

Die Winterluft enthält wenig Feuchtigkeit. Noch trockener ist die Luft in beheizten Räumen, in denen sich die Menschen im Winter meist aufhalten. Der Haut tut Trockenheit nicht gut: Ihre äußerste Schutzschicht wird poröser und durchlässiger, sodass mehr Wasser austreten kann. Zudem sinkt die Menge feuchthaltender Stoffe in der Haut.

Auch Kälte kann der Haut schaden: Die Blutgefäße unter der Haut ziehen sich zusammen, um so die Wärme im Inneren zu bewahren. Dadurch wird die Haut schlechter durchblutet und somit auch weniger mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die oberste Hautschicht erneuert sich dann nur noch langsam und die Regenerationsmechanismen arbeiten eingeschränkt. Die Haut ist dadurch empfänglicher für äußere Einflüsse wie zum Beispiel Pilze, Bakterien und Schadstoffe.

All das erklärt, warum viele Menschen im Winter Hautprobleme haben. Zu den typischen Beschwerden zählen:

  • trockene Haut,
  • Spannungsgefühle,
  • Juckreiz (sog. Winterjucken oder Pruritus hiemalis) sowie
  • rissige Haut, die zu Verletzungen und Entzündungen neigt.

Der natürliche Schutzfilm der Haut

Die oberste Hautschicht (Epidermis) enthält verschiedene Bestandteile, die die Haut gegen äußere Einflüsse wappnen und verhindern, dass sie zu viel Wasser verliert. Wichtig für den Schutz der Haut sind etwa:

  • die sogenannten Korneozyten. Das sind tote, verhornte Zellen, die fest miteinander verklebt sind und die Haut gewissermaßen abdichten.
  • Milchsäure, Aminosäuren, Harnstoff und andere sogenannte natürliche Feuchthaltefaktoren (engl. natural moisturizing factors, kurz NMF), die Wasser in der Haut binden.
  • der Fettfilm auf der Haut, der die Haut ebenfalls vor Feuchtigkeitsverlust schützt.

Der Winter schwächt diese Schutzfunktionen der Haut. Zum einen bewirkt die trockene Luft, dass die Schicht aus Korneozyten poröser wird und die Haut einen Teil der natürlichen Feuchthaltefaktoren verliert.

Zum anderen bilden die Talgdrüsen der Haut bei Kälte weniger Talg. Auch kann sich der Talg bei Kälte nicht so schnell auf der Haut ausbreiten. Deshalb wird der Fettfilm dünner und durchlässiger.

Extreme Kälte kann sogar dazu führen, dass die Haut die Fettproduktion komplett einstellt. Wenn der Fettfilm fehlt, kann die Feuchtigkeit auf der Hautoberfläche schneller verdunsten. Trockene Heizungsluft begünstigen die Austrocknung zusätzlich. Somit wird die Haut empfindlich, rau und rissig.

Die richtige Pflege

Während der kalten Jahreszeit ist es besonders wichtig, die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Dazu können zum einen Luftbefeuchter beitragen. Zum anderen ist es in der Regel sinnvoll, im Winter auf eine fetthaltige Creme umsteigen. Die Pflege sollte jedoch immer individuell zum jeweiligen Hauttyp passen:

  • Wer zu trockener Haut neigt, sollte bei Bedarf mehrmals täglich nachcremen.
  • Bei zu Akne neigender Haut sind sehr fetthaltige Cremes nicht empfehlenswert, da diese die Talgdrüsen zusätzlich verstopfen und die Entstehung von Pickeln begünstigen können.

Besondere Vorsicht ist im Winter auch bei der Reinigung geboten: Seifen und alkoholhaltige Gesichtswässer oder Peelings sind im Winter nicht geeignet. Um der Haut keine Feuchtigkeit und kein Fett zu entziehen, bieten sich stattdessen eine sanfte und seifenfreie Reinigungsmittel an. Diese sollten dem pH-Wert der Haut (5,5) angepasst sein.

Langes und heißes Duschen oder Baden entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Besser ist es, das Wasser auf eine moderate Temperatur (optimalerweise auf Körpertemperatur) einzustellen. Nach dem Duschen sollte man die Haut nicht zu fest mit dem Handtuch abrubbeln, sondern lieber sanft trockentupfen. Auch ist es empfehlenswert, die Haut gleich nach dem Duschen oder Waschen einzucremen. Der Fettfilm hilft ihr dabei, die Feuchtigkeit zu speichern.

Übrigens: Die Durchblutung der Haut lässt sich durch Bewegung und Wechselduschen verbessern. Wichtig nach dem Sport: Genug trinken!

Welche Hautpartien benötigen besondere Pflege?

Kälte und Trockenheit ist vor allem für Hautstellen belastend, die dünn und nicht von Kleidung bedeckt sind, also etwa für:

  • Gesicht,
  • Lippen und
  • Hände.

Um diese Hautstellen zu schützen, empfiehlt es sich:

  • allzu häufiges Waschen zu vermeiden,
  • milde, seifenfreie Reinigungsprodukte zu verwenden,
  • heißes Wasser zu meiden,
  • fetthaltige Pflegeprodukte zu benutzen und
  • Handschuhe zu tragen.

Vor allem die Lippen bedürfen im Winter besonderer Pflege. Sie haben keine eigenen Talg- und Schweißdrüsen und können somit keinen schützenden Fettfilm und ausreichend Feuchtigkeit produzieren. Der sehr dünnen Haut der Lippen fehlt außerdem die grobe Hornschicht. Sie wird schnell spröde und reagiert empfindlich auf UV-Strahlung. Diese ist gerade im Winter gefährlich für Haut und Lippen.

Abhilfe schaffen ein pflegender Lippenbalsam oder Lippenpflegestifte, da sie die Lippen mit einer schützenden Fettschicht überziehen. Sie sorgen außerdem für Feuchtigkeit. Besondere Vorsicht ist beim Wintersport oder bei Aufenthalten im Hochgebirge geboten: Die Haut reagiert speziell im Winter empfindlich auf die intensive Sonneneinstrahlung. Schutz bieten spezielle Pflegestifte mit UV-Schutz.

Man sieht eine Frau mit Mütze und Handschuhen. © Jupiterimages/Stockbyte

Die Haut muss im Winter besonders gut geschützt werden.

Hautpflege von innen

Wer seine Haut von innen stärken möchte, sollte:

  • ausreichend trinken. Die Haut besteht teilweise aus Wasser. Wenn man nicht genug trinkt, trocknet sie aus. Der tägliche Flüssigkeitsbedarf beträgt etwa 1,5 Liter Wasser, Früchte- und/oder Kräutertees.
  • auf eine ausgewogene Ernährung achten. Frisches Obst und Gemüse liefern Vitamine, Spurenelemente und Feuchtigkeit. Vor allem Vitamin C schützt die Haut vor schädlichen äußeren Einflüssen.
  • sich oft und regelmäßig bewegen. Denn beim Sport wird die Haut besser durchblutet.

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Trockene Haut: Was hilft?
Fettige Haut: Ursachen & Behandlung

Quellen:

Engebretsen, K. A., et al.: The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, Jg. 30, Nr. 2, S. 223-249 (Februar 2016)

Wie funktioniert die Haut? Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 8.2.2017)

Dry skin. Online-Informationen der Mayo-Clinic: www.mayoclinic.org (Stand: 27.10.2016).

Online-Informationen der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e. V. (ADK): www.haut.de (Abrufdatum: 10.02.2016)

8. November 2017

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