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Krankheitsüberträger

Zecke, Laus, Milbe: Angriff der Plagegeister

| Von Manfred Pantförder

Eindringlich warnen Experten vor der Zecke und den möglichen Erkrankungen FSME und Borreliose. Nah am Menschen krabbeln noch andere Plagegeister. Wie man Zecke, Laus und Wanze abwehrt

Eine Zecke hat sich mit Blut vollgesogen. Ungesättigt (unten) ist die Zecke wenige Millimeter klein. Fotos: picture alliance

Jeweils schon früh im Jahr warnen Experten vor einem gemeinen Parasiten: der Zecke. Diese kommt meist im Wald vor. Doch auch nah am Menschen krabbeln und stechen Tiere, die lästig sind oder auch gefährliche Krankheitsüberträger.

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Die Zecke lauert vor allem in hohem Gras im Unterholz des Waldes. Streift ein Mensch die Halme, klammert sich die Zecken am Wirt fest. Die Haut muss zu Hause gründlich abgesucht werden, eine Zecke ist häufig am Bein, aber auch weiter oben zu finden.

Borreliose und FSME - die Unterschiede

Die vom Parasiten "Zecke" übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), gegen die es eine Impfung gibt, wird vor allem in Hessen und Süddeutschland beobachtet. Gefährlich in allen Teilen des Landes kann die sogenannte Lyme-Borreliose sein. Gegen die Krankheit ist keine Impfung möglich, sie wird mit Antibiotika behandelt, so sie diagnostiziert wurde. Denn oft werden Symptome wie Mattigkeit und Gliederschmerzen nicht mit dem Stich einer Zecke in Verbindung gebracht. Eine starke Rötung, die typisch sein kann, erscheint nicht zwangsläufig auf der Haut. Tritt eine Rötung auf, muss dies nicht exakt an der Stelle sein, an der die Zecke gestochen und egsaugt hat. Daher spricht man auch von der Wanderröte.

Die Zecke ritzt, sägt, sticht, beißt und saugt

Am ehesten verhindern Stiefel und zugeschnürte Hosenbeine, dass eine Zecke sich auf der Haut versteckt, bis sie an einer weichen Stelle ritzt und ihr Saugwerkzeug in das Opfer schiebt. Sticht die Zecke oder beißt sie? Die Technik ist eine Mischung, sagen Biologen, aus anritzen, sägen, beißen und stechen, bevor die Zecke schließlich saugt. Die Zecke hat einen Stechrüssel: "Ein stielartiges Gebilde, das unter dem Mund entspringt. Sein Schaft ist ringsherum und von vorn bis hinten mit Widerhaken besetzt, die nach hinten gerichtet sind. Dieser Stechrüssel wird in die Haut eingeführt,
unterstützt durch die Cheliceren, die darüber sitzen und wie zwei Sägemesser
durch Bewegungen nach seitlich außen die Haut aufschlitzen können", so formulierte es einst drastisch wie plastisch Prof. Klaus Honomichl, der an der Universität Mainz lehrte.

Mit zunehmendem Verbleib der Zecke in der Haut steigt die Infektionsgefahr. In den ersten 24 Stunden ist die Gefahr noch vergleichsweise gering, dann steigt sie rapide an.

Tipp: Der Parasit wird am besten mit einer Pinzette entfernt. Diese setzt man über der Haut an und hebelt die Zecke schnell heraus. Je kürzer die Zecke am Körper war, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion. Drücken des Körpers der Zecke sollte in jedem Fall vermieden werden, damit Erreger nicht aus dem Darm des Spinnentiers in die Blutbahn des Menschen geraten.

Treten nach dem Stich einer Zecke Symptome wie Mattigkeit, Gliederschmerzen oder eine deutliche Hautrötung auf, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Milbe: Am liebsten im Bett

Mit bloßem Auge sind die Spinnentierchen nicht zu erkennen. Bevorzugt stecken sie im Staub: Durchschnittlich 1500 Hausstaubmilben pro Gramm Staub ernähren sich von Abfall, Hautschuppen. Dabei setzen sie Kot ab und der löst teils schwere Allergien aus, vor allem bei empfindlichen Menschen wie Asthmatikern.

Am liebsten hausen die Milben in Betten und Polstermöbeln. Feuchtigkeit und eine Temperatur um die 25 Grad fördern das Wohlbefinden der Spinnentierchen. Entsprechend gedeihen sie besonders gut im Sommer.

Tipp: Was hilft: viel lüften, saugen, Betten ausschütteln, alte Matratzen austauschen. Eine dicke Tagesdecke auf dem Bett ist dagegen eher ungünstig, wenn man die Milbenausbreitung stoppen will.

Grundsätzlich aber ist es unmöglich, alle Milben fernzuhalten. Ein Schutzbezug auf der Matratze kann eine gewisse Reduzierung der Milben und damit der Exkremente verschaffen. Bezüge sollten als Kochwäsche zu behandeln sein. Daneben gibt es die Möglichkeit, Teppiche und Polstermöbel mit biologischem Milbenspray einzusprühen. Grundsätzlich gilt es, das Schlafzimmer möglichst frei zu halten von milbenfreundlichen Staubfängern.

Wespen: Lästig und hartnäckig

Wenn Wespen von Frühjahr bis Herbst ausschwärmen, kann es für Allergiker gefährlich werden. Die Insekten interessieren sich normalerweise überhaupt nicht für den Menschen und sind nur selten aggressiv. Doch wenn sie sich bedroht fühlen, stechen sie zu. Und sie sind hartnäckig, wenn es um Futtersuche geht.

Ein Insektenstich ist für viele Menschen zwar lästig, aber harmlos: An der Einstichstelle juckt und brennt es, manchmal entsteht eine kleine Schwellung.

Bei Wespengiftallergikern sieht das allerdings anders aus: Die Schwellung ist deutlich größer, oder es kann zu gefährlichen Allgemeinreaktionen kommen. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren. Die Einstichstelle muss gekühlt und mit Salbe oder Gel mit Antihistaminika eingerieben werden. Viele schwören auch auf Hausmittel wie das Einreiben mit Zitrone oder Zwiebel. Bei schweren Kreislaufproblemen oder bei Schockreaktion wie Atemnot sollte ein Notarzt gerufen werden. Das gilt auch bei Stichen im Mundraum.

Tipp für den Umgang mit Wespen: Schlagen Sie nicht hektisch um sich. Denn dadurch fühlen sich die Insekten bedroht. Langsame Bewegungen hingegen nehmen die Tiere kaum wahr.

Bettwanze: Unangenehm süßlicher Geruch

Die Bettwanze ist ein gefährlicher blutsaugender Parasit des Menschen. Sie sucht ihre Nahrung beim Menschen, aber auch an Haustieren, Fledermäusen und Vögeln. Die Tiere sind resistent gegen Kälte und können bis zu 40 Wochen ohne Nahrung auskommen.

Bettwanzen hinterlassen bei starkem Befall einen unangenehm süßlichen Geruch im Raum, der sie vor Fressfeinden schützen soll. Bettwanzen verstecken sich tagsüber in Wand- und Bettritzen sowie in Matratzen. Sie leben fast ausschließlich in Schlafzimmern.

Von diesen Verstecken aus, in denen sie notfalls bis zu einem halben Jahr hungern können, überfallen die Wanzen vor allem nachts ihre Opfer. Wenn ein Mensch von einer Wanze gestochen wird oft sind es mehrere Versuche, benötigt die Wanze bis zu zehn Minuten, um ihre Nahrung aufzunehmen, deren Menge bis zum Siebenfachen des Ausgangsgewichts des Insekts gehen kann. Ihr Speicheldrüsensekret ist toxisch und ruft bei den meisten Menschen länger als eine Woche Juckreiz hervor. Es kann zu großflächigen Hautentzündungen und sogar zu Sehstörungen kommen. Die Bettwanzen werden mit Insektiziden bekämpft, die in die Verstecke der Tiere gesprüht werden.

Reisen: Bis vor einigen Jahren galt die Bettwanze in Deutschland als nahezu ausgerottet. Nach Expertenschätzung ist die allmähliche Zunahme des Befalls teils auf mangelnde Hygiene, vor allem aber auf die gestiegene Reiselust der Deutschen zurückzuführen. Manches Reisesouvenir sei demzufolge ein Krabbeltier, Ei oder eine Larve.

Abwehr: Wanzenbefall ist hierzulande nicht meldepflichtig. Muss eine Wohnung gesäubert werden, empfiehlt sich die Hilfe eines professionellen Kammerjägers.

Kakerlaken: Flach, lichtscheu und äußerst schnell

Vor allem Ekel ist es, der Vorurteile gegen so manches Kleintier befördert. Das gilt besonders für Küchenschaben, auch als Kakerlake bekannt. Kakerlaken haben vor allem eines: einen Namen, der Unangenehmes assoziieren lässt. Doch sie können auch gefährlich sein: Bakterielle Viruserkrankungen wie Lepra, Dickdarmkatarrh, Durchfall, infektiöse Hepatitis, Salmonellen und Pilzerkrankungen sind auf Schaben zurückzuführen. Allergien können auch ausgelöst werden.

Wie kommen die vergleichsweise großen Schaben in die Wohnung? Nichts ahnend kann man die Eier der Krabbler mit nach Hause schleppen, meist über die Verpackung von Lebensmitteln. Schaben sind lichtscheu und nachtaktiv. Die Tiere können äußerst schnell krabbeln und schwer zu fangen, gerade deshalb sind sie vielen Menschen unangenehm. Weil die Kakerlake sehr flach ist, verschwindet sie rasch in Ritzen, sobald sie durch Licht gestört wird. Auch die zwei langen Fühler, die wie Antennen rotieren, wirken unheimlich. Große Exemplare erreichen bis zu 2,5 Zentimeter Länge.

Tipp: Kakerlaken und Schaben werden meist mit Gift bekämpft. Weil dies vor allem in der Küche geschehen muss, ist Sorgfalt angebracht.

Laus: Unaufhaltsame Invasion

Es gibt kaum eine deutsche Schule, wo sie noch nicht zu Hause ist: die Laus. Der Mensch ist ihr einziger Wirt, von Haustieren können diese Parasiten nicht übertragen werden. Weit verbreitet ist die Kopflaus. Doch auch Kleider- und Filzläuse gibt es.

Ein Befall ist unangenehm, aber in der Regel nicht lebensbedrohlich. Lediglich in den Tropen übertragen Kopfläuse infektiöses Fleckfieber.

Erleichtert wird die Ausbreitung der Kopflaus vor allem, wenn viele Menschen auf engstem Raum zusammenleben. Die Übertragung der Kopflaus von Mensch zu Mensch geschieht meist durch direkten Haarkontakt, zum Beispiel, wenn Kinder die Köpfe zusammenstecken.

Eine Ansteckung macht sich durch heftiges Kopfjucken bemerkbar. Die optimalen Lebensbedingungen hat die Kopflaus bei etwa 28 Grad Celsius. Sie ernährt sich ausschließlich von menschlichem Blut. Beim Befall des Kopfes sind einzelne Nissen vorhanden, bei starkem Befall sind diese wie Perlen an den Haaren aufgereiht. Nach etwa acht Tagen schlüpft die Larve, die wiederum nach weiteren zehn Tagen geschlechtsreif ist. So kann etwa alle drei Wochen eine neue Generation entstehen. Die Behandlung muss entsprechend konsequent und anhaltend lange sein.

Tipp: Einmal von Läusen befallen, hilft nur noch eine konsequente medikamentöse Behandlung. Auch muss das befallene Haar mit Hilfe eines Nissenkamms regelmäßig durchgekämmt werden, um Tiere und ihre Eier zu entfernen. Sowohl die ausgewachsenen Tiere als auch deren Larven sind nur schwer zu entdecken; meist sieht man eher ihre Eier, die in sandkorngroßen, chitinumhüllten Nissen abgelegt werden.

Fliegen: Surrende Keimträger

Fliegen haben mit Mücken etwas gemeinsam: Eine von ihnen im Zimmer reicht, um Menschen mit ihrem Surren um den Schlaf zu bringen. Auch einzelne Fliegen können erheblichen Schaden anrichten. Bei einer Massenvermehrung können Fliegen äußerst lästig werden und in der Landwirtschaft sogar Qualitätseinbußen bei der Viehhaltung bewirken.

Innerhalb weniger Stunden kann eine Fliege durch ihren Kot bis zu 100 klebrige schwarze Flecken zum Beispiel auf der Tapete hinterlassen. Fliegen können auch von Orten, die als äußerst unhygienisch angesehen werden müssen, Kot verbreiten. Dann ist es möglich, dass sie Keime aufnehmen, diese transportieren und auf Mensch und Haustier übertragen.

Mücken: Wenn es juckt, ist es zu spät

Sie surren, stechen, saugen und bringen viele um den Schlaf. Der Stich der Mücke ist für die meisten Menschen unangenehm, doch einige reagieren allergisch und selten sogar mit einem Kreislaufkollaps.

Jeder kennt das: Wenn es juckt, ist es meistens schon zu spät. Dann ist die Mücke bereits fort auf dem Weg zum nächsten Wirt. Zurück bleibt eine rote juckende Stelle. Menschen mit einer Mückenallergie reagieren heftiger und sollten bei schweren Symptomen wie Atemnot sofort einen Arzt konsultieren. Besser ist es natürlich, sich gar nicht erst stechen zu lassen.

Tipp: Hilfreich sind sogenannte Repellents, Wirkstoffe in Cremes oder Sprühflaschen, welche die Mücken vertreiben sollen. Wenn es zu spät ist, hilft vor allem Kühlen der Einstichstelle.

Madenwurm: Meist werden Kinder befallen

Darmparasiten sind in Mitteleuropa nicht sehr häufig, können aber durch Reisen in tropische Länder eingeschleppt werden. Hierzulande sind es vor allem Madenwürmer, die oft Kinder befallen. Die Ansteckung erfolgt meist über infizierte Lebensmittel. Überträger können auch Haustiere wie Hund und Katze sein. Der Madenwurm ist weiß und sehr dünn. Gerade kleine Kinder, die sich nach dem Streicheln der Lieblinge nicht die Hände waschen, nehmen schnell Wurmeier auf, die bei infizierten Tieren am ganzen Fell vorhanden sind und inhaliert werden. Aber auch Erwachsene können erkranken.

Tipp: Die Wurmbehandlung erfolgt medikamentös, vorsorglich sollten möglichst gleich alle Familienmitglieder behandelt werden.

Floh: Brutstätten im Staub

Häufig haben Menschen in Deutschland Flöhe, deren Haustiere auch Flöhe haben. Die meisten der Parasiten gelangen im Fell der Haustiere in die Wohnung. Aber auch aus Vogelnestern in Fensternähe, aus Lagern streunender Katzen oder Viehställen kann ein Befall ausgehen. Flöhe halten sich nur zur Blutmahlzeit auf Tieren oder Menschen auf. Danach leben sie in Betten, Polstermöbeln, Vorhängen und Teppichen. Flöhe legen ihre Eier wahllos in der Umgebung ihrer Wirte ab.

Brutstätte für den nur noch selten in Europa vorkommenden Menschenfloh ist vor allem Staub, in Ritzen, Fugen oder Ecken. Flöhe können wochenlang hungern. Ein Flohstich hinterlässt meist eine kleine, stark juckende Wunde. Die Stiche sind fast immer in Reihen angeordnet, weil die Flöhe leicht irritiert werden und dann mehrmals zum Blutsaugen ansetzen.

Menschenflöhe sind in Europa rar geworden, sie können zahlreiche Infektionen übertragen. In den Tropen verbreitete Floharten tragen noch heute die Erreger der Pest in sich. Hunde- und Katzenflöhe sind indes eher harmlos. Sie springen zur Nahrungsaufnahme jedoch auf Menschen über.

Tipp: Die größten Plagezeiten sind Sommer und Herbst. Treten die Tiere nur vereinzelt auf, genügt häufig schon regelmäßiges Staubsaugen. Gegen Flöhe gibt es aber auch insbesondere für Tiere zahlreiche chemische Mittel wie Flohpuder. Eine traditionelle, recht wirkungsvolle Flohfangmethode ist das Aufstellen eines Tellers mit Wasser, in das etwas Spülmittel gegeben und in dessen Mitte eine Kerze aufgestellt wird. Die Flöhe springen dann zum Licht und ertrinken.

Wanderratten: Keineswegs possierlich

Ähnlich wie Hausmäuse werden auch Ratten vermehrt als Heimtiere gehalten. Doch um Possierlichkeit geht es hier nicht. Die anpassungsfähige, frei lebende Wanderratte gilt als Nahrungsmittelschädling.

Auch Gebäude werden in Mitleidenschaft gezogen, weil Ratten Wasser- und Abwasserleitungen beschädigen können. Die Verbreitung von Krankheitserregern durch Ratten und deren Kot ist bedrohlich. Bei Befall der Wohnung hilft ein Kammerjäger.

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Quellen

Hopf-Seidel, Petra: "Krank nach Zeckenstich, Borreliose erkennen und wirksam behandeln", Knaur Verlag 2008
Robert-Koch-Institut (RKI): Infektionskrankheiten A - Z, "Durch Zecken übertragene Krankheiten"
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): "Kopfläuse - was tun?"
Mehlhorn, Heinz und Birgit: "Zecken, Milben, Fliegen, Schaben..., Schach dem Ungeziefer", Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1996

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