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Aufklärung

Patienten brauchen Entscheidungshilfe

| Von Barbara Bückmann

Mehr Aufklärung ist nötig, wenn Patienten vor schwierigen Entscheidungen stehen: Infoangebot zu Vorsorgetests, Krebserkrankungen und chronischen Krankheiten soll verbessert werden.

Im Idealfall entscheiden Arzt und Patient gemeinsam über die Behandlung. Foto: pa/Bildagentur-online

Info

Patienten-Informationen

Gesundheitswissenschaftler der Universität Hamburg untersuchten Entscheidungshilfen für Patienten, die sich als wirksam erwiesen.

Dazu zählen:

Udo Ehrmann wurde 2002 von seinem Arzt der PSA-Bluttest zur Prostatakrebs-Früherkennung angeboten. Der Wert war erhöht, der Arzt entnahm eine Gewebeprobe. Befund: "Prostatakarzinom". Als Ehrmann die Diagnose erhielt, war er ratlos. Vom Urologen fühlte er sich zur sofortigen Operation gedrängt. Der Patient aber suchte weitere Informationen und stieß auf den Bundesverband Prostata-Selbsthilfe. Dort lernte er andere Betroffene kennen und kam auf die Idee, eine Internet-Entscheidungshilfe für Patienten zu entwickeln.

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Davon gibt es nicht genug. "Der Vielfalt an Info-Angeboten im Netz steht ein Mangel an hochwertigen, wissenschaftlich abgesicherten Entscheidungshilfen für Patienten gegenüber", sagt der Hamburger Gesundheitswissenschaftler Dr. Matthias Lenz. Lenz ist Mitglied im Deutschen Netzwerk evidenzbasierte Medizin, das sich für eine bessere Aufklärung der Patienten einsetzt.

Informationen müssen evidenzbasiert sein

Brauchbare Patienten-Informationen müssten evidenzbasiert sein, so der Forscher. Das heißt, dass bei jedem Verfahren – ob diagnostisch oder therapeutisch – aufgeführt wird, wie wirksam es ist, auf der Basis der besten Studien und anhand von Fallzahlen. Nutzen und Schaden sollten so dargestellt werden, dass der Laie es versteht. "Es müssen alle Optionen auf den Tisch, auch die Nichtbehandlung", sagt Lenz. "Eine gute Entscheidungshilfe rät nicht zu oder ab, sondern bringt Fakten. Anhand der Daten kann der Patient abwägen".

Für und Wider Früherkennung

Gesunden Menschen kann sie beispielsweise helfen, sich für oder gegen eine Früherkennungsuntersuchung zu entscheiden. Die 2009 gestartete Seite www.psa-entscheidungshilfe.de, die Udo Ehrmann mit der Universität Bremen, dem AOK-Bundesverband und dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrum gestaltete, informiert über die Folgen des PSA-Tests.

Ohne Früherkennung sterben drei von 100 Männern an Prostatakrebs, mit PSA-Früherkennnung sind es zwei bis drei von 100 Männern. Der Test ist nicht treffsicher. Zwei von zehn Männern mit Prostatakrebs haben keinen erhöhten PSA-Wert. Zugleich birgt er das Risiko von Überdiagnose und Übertherapie. Zwei von drei Männern mit erhöhtem PSA-Wert haben keinen Krebs. Ist der Wert erhöht, rät der Arzt aber meist zu weiteren Untersuchungen wie einer Gewebeentnahme. Der Wert kann aber auch durch eine gutartige Prostatavergrößerung, eine Blasenentzündung, Geschlechtsverkehr oder Druck auf die Prostata durchs Radfahren erhöht sein.

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