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Aufschieberitis

Womit fange ich nur an? Prokrastination überwinden

| Von Manfred Pantförder

Wer kennt nicht die Aufschieberitis!? Manche Menschen finden den Beginn nicht, andere fürchten, nicht gut genug zu sein. Meist geht es bei der sogenannten Prokrastination um unangenehme Dinge, die aufgeschoben werden. Zwischen Zweifel, Angst und Faulheit: Aufschieberei macht krank.

Wenn Schüler und Studenten aufschieben, heißt Prokrastination meist: Prüfungs- und Versagensangst. Foto: imago/Peter Widmann

Prokrastination

Aufschiebe-Typen

Es gibt diverse Varianten, aufzuschieben oder zu prokrastinieren (vom Lateinischen procrastinare):

Notorische Aufschieber vermeiden und vertagen wahllos, kommen oft zu spät.

Überaktive sind zwar sehr geschäftig, müssen aber immer wieder aufschieben, auch, weil sie sich um Angelegenheiten anderer statt um eigene kümmern.

Perfektionisten leben in dem Gefühl, dass es eh nie reicht.

Zauderer und Zweifler machen Ziele davon abhängig, dass erst anderes erledigt werden müsste, um das eigentliche Ziel zu erreichen.

Hedonisten meiden Lästiges und Anstrengung.

Buchtipps "Schluss mit Prokrastinieren", Monica R. Basco, Verlag Hans Huber, Bern 2012, 184 Seiten, 19,95 €

"Im Gefühlsdschungel, Emotionale Krisen verstehen und bewältigen", Harlich H. Stavemann, Beltz Verlag 2010, 365 Seiten, 26,95 €

Aufschieben ist weit verbreitet. Das Dilemma dabei: Nicht jeder kann gewonnene Aus- oder Freizeit dazu nutzen, unbeschwert etwas Schönes zu tun. Manche Menschen plagen stattdessen Schuldgefühle, sie suchen nach Ausreden sich selbst gegenüber, aber auch gegenüber Familie und Freunden, wenn diese wieder einmal nach dem Stand der Dinge fragen.

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Manche Menschen finden den Beginn nicht, andere fürchten, nicht gut genug zu sein. Meist geht es um unangenehme Dinge, die aufgeschoben werden, oft aber auch um schwierige oder aufwendige Projekte wie eine Prüfung. Eine eigens eingerichtete "Prokrastinationsambulanz" kümmert sich an der Universität Münster um betroffene Studenten.

Den Aversionspegel bei Prokrastination herausfinden

"Die Wahrscheinlichkeit des Aufschiebens wird durch die Höhe der Aversion gegenüber dem geforderten oder ?eigentlich' geplanten Vorhaben bestimmt. Der Aversionspegel kann z. B. durch ein Gefühl wie Angst vor dem Vorhaben, durch dessen subjektive Lästigkeit oder durch drohenden Verzicht bestimmt werden", sagt Dr. Harlich H. Stavemann, Psychotherapeut in Hamburg.

Man kann herausfinden, warum man welche Vorhaben verschleppt, sie vielleicht ganz und gar in die Ferne schiebt. Denn Prokrastinieren, wie Aufschieben abgeleitet vom lateinischen Verb procrastinare auch genannt wird, ist nicht eine Charaktereigenschaft. Verhaltenstherapeutin Dr. Monica Ramirez Basco warnt davor, sich selbst ein Etikett "Das ist halt so" zu verpassen, denn Aufschieben sei veränderbar. Verschieben sei Verhalten und daher mit dem Willen zu beeinflussen, sagt die US-Psychologin, die ein Buch zum Thema verfasst hat.

Wenn Prokrastination bedrohlich wird

Manche Menschen haben sich mit der Aufschieberei auch arrangiert, daher fällt es schwer, eine Veränderung zu bewirken. Oder der Druck von außen ist nicht so übermäßig groß, dass Prokrastination bedrohlich wird. "Kontrolle von außen hilft oft dabei, den inneren Schweinehund zu überwinden. Letztlich ist das Ziel aber, Eigenverantwortung für die eigene Zielverfolgung zu übernehmen", so Stavemann, der Kognitive Verhaltenstherapie praktiziert.

Weiterlesen: Wenn Prokrastination zu massiven psychischen Problemen führt

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