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Interview

Computerspiele können schlauer machen

| Von Angelika Friedl

Computerspiele haben Lerneffekte, sagt Prof. Christoph Klimmt, Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover

GESUND: Lässt sich Intelligenz überhaupt steigern?
Prof. Christoph Klimmt: Intelligenz gilt zwar als eine feste Größe. Aber aus Sicht der Kommunikationsforschung können Spiele zum Erwerb von Wissen und Fähigkeiten beitragen. In dieser Hinsicht machen Computerspiele ihre Nutzer schlauer.

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GESUND: Weshalb ist das so?
Klimmt: Vor allem Multimedialität, Interaktivität und Wiederholung spielen eine wesentliche Rolle: Durch Multimedialität werden Handlungsabläufe erfahrbar, z. B. die Steuerung eines Lastwagens. Interaktivität ist Lernen durch eigenes Handeln – die Spieler fahren ja den Lastwagen selbst. Schließlich machen Computerspiele vor allem Spaß, weshalb sie häufig genutzt werden. Wiederholungen aber sind für den Erwerb von Wissen und Fertigkeiten besonders nützlich.

GESUND: In welchen Bereichen kann man Computerspiele besonders gut einsetzen?
Klimmt: Wenn sie geschickt gestaltet sind, können sie sehr unterschiedliche Menschen fördern. Das betrifft sowohl die klassischen Fähigkeiten wie Lesen oder Rechnen bei lernschwachen Kindern, aber auch um Krebspatienten zu motivieren und zu stärken. Pauschale Erfolge sind natürlich wie bei anderen Lernmedien nicht garantiert.

GESUND: Welche Fähigkeiten werden besonders gefördert?
Klimmt: Das hängt stark vom Spiel und vom Spieler ab. Spieler können aber viel Routine im Umgang mit anderen interaktiven Computersystemen gewinnen. Oder man erlernt Problemlösestrategien.

GESUND: Lassen sich diese Fähigkeiten auf andere Lebensbereiche übertragen?
Klimmt: Zunächst zeigen Spieler ihre guten Leistungen im Spiel. In anderen Bereichen ist es schwieriger, die gleichen Leistungen zu erbringen. Doch zeigen Studien, dass gute Lernspiele auch "für das Leben" trainieren.

GESUND: Eine kürzlich veröffentlichte Studie behauptet, dass gute Computerspieler konzentrierter sind und besser planen können.
Klimmt: Auf ganz allgemeiner Ebene, z. B. Konzentrationsfähigkeit oder 3D-Wahrnehmung außerhalb des Spielekontexts, kann man meiner Meinung nach solche Effekte bei der Mehrzahl der Spieler nicht erwarten.

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Quellen

Gespräch mit Prof. Christoph Klimmt, Direktor am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Feb. 2012

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