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Thrombektomie

Neue Therapie nach einem Schlaganfall

| Von Stella Cornelius-Koch

Das Blutgerinnsel im Gehirn lässt sich nun auch mechanisch entfernen. Das Zeitfenster für die Behandlung des Schlaganfalls wird damit größer.

Eine sogenannte Stroke Unit für Schlaganfall-Patienten in der Neurologie des Klinikums Chemnitz. Foto: pa/dpa

Schlaganfall

Erste Hilfe

Versorgung  Im Falle eines Schlaganfalls kommt der Patient zunächst auf die nächstgelegene "Stroke Unit". Auf dieser Schlaganfall-Spezialstation wird mit Hilfe bildgebender Verfahren wie der CT-Angiographie festgestellt, welche Art des Gefäßverschlusses vorliegt. Bei Bedarf leiten Ärzte den Patienten unter laufender Thrombolyse an eine Klinik weiter, die über neuartige Katheter-Systeme verfügt.

Adressen  Auf dieser Seite findet man Stroke Units, die mit einer gültigen Zertifizierung nach dem gemeinsamen Verfahren der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ausgezeichnet sind.

Ein Schlaganfall ist zu Recht gefürchtet. Schließlich kann er bleibende Schäden wie Lähmungen und Sprachschwierigkeiten verursachen oder im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Ursache ist in neun von zehn Fällen ein Blutgerinnsel (Thrombus). Verstopft es ein Hirngefäß, werden Teile des Gehirns nicht mehr richtig durchblutet und Nervenzellen sterben ab. Üblicherweise versuchen Ärzte, das Blutgerinnsel mit einem über die Vene verabreichten Medikament aufzulösen. Nachteil dieser systemischen Thrombolyse: Sie ist nur in den ersten 4,5 Stunden nach Auftreten der Schlaganfall-Symptome erfolgreich. Außerdem lassen sich mit ihr nur kleinere Blutgerinnsel mit einer Länge bis zu sechs etwa Millimetern wiedereröffnen. "Wir haben gelernt, dass größere Gerinnsel mit der Thrombolyse nicht auflösbar sind. Die Thrombuslast in diesen Fällen einfach zu groß", so Prof.Olav Jansen, Direktor des Instituts für Neuroradiologie am Universitätsklinikum Kiel.

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Eine viel versprechende Therapiemöglichkeit bei großen verstopften Hirnarterien und damit schweren Schlaganfällen bietet die mechanische Thrombektomie mit neuartigen "Clot Retrievern": Hierbei leitet der Arzt unter Narkose einen Spezialkatheter mit einem darin befindlichen Maschendrahtröhrchen (Stent) durch die Leiste in die Beinarterie bis zum verstopften Hirngefäß. Dort lässt er das Drahtröhrchen heraus, das sich direkt im Blutpfropf entfaltet, ihn in seiner gesamten Länge erfasst und mit dem Katheter vorsichtig wieder herauszieht.

Bereits seit den 1990er Jahren wird versucht, Blutgerinnsel mit Hilfe von Kathetern aufzulösen oder zu entfernen – mit mäßigem Erfolg. "Durch diese neue Entwicklung ist die Wahrscheinlichkeit, ein Gefäß wiederzueröffnen, auf 80-90 Prozent gestiegen", erklärt Prof. Joachim Röther, Pressesprecher der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und Chefarzt der Neurologischen Abteilung an der Asklepios Klinik Altona in Hamburg.

Weiterlesen: In Vergleichsstudien sank das Sterberisiko nach dem Schlaganfall um die Hälfte

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