Eigentlich müssten uns unsere Füße sehr am Herzen liegen. Sie tragen uns schließlich durch das Leben. Für Heilpraktiker sind die Füße des Menschen ein Spiegel seines Körpers, sie erkennen darauf sogar eine regelrechte Miniaturlandschaft, die Fußreflexzonen.
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Verbindung mit Organen
Teilt man den Körper längs in zwei Hälften, dann befinden sich am linken Fuß (Sohle und Oberseite) das Herz, an der rechten Sohle die Leber, an beiden die Wirbelsäule und an allen Zehenspitzen das Gehirn. Jedes dieser Areale steht über sogenannte Reflexbahnen in Verbindung mit den einzelnen Organen. Werden diese Fußreflexzonen durch eine Massage des Therapeuten stimuliert, soll das die Regenerations- und Selbstheilungskraft des Menschen aktivieren und unter Umständen die Organfunktion verbessern.
Schmerzempfindliche Zonen
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Dieses inzwischen etablierte Naturheilverfahren beruht auf einem Konzept des amerikanischen HNO-Arztes William Fitzgerald, der vor knapp 100 Jahren den Körper in zehn Längszonen gliederte. Je fünf Energiebahnen verlaufen rechts und links der Wirbelsäule und enden unter anderem an den Füßen. Eine Reizung des dortigen Hautareals kann ein auf der gleichen Zone befindliches Organ beeinflussen. Zonen, die gestörte oder erkrankte Organe repräsentieren, sind schmerzempfindlicher oder in ihrer Struktur verändert.
Reflexzonen auch an den Händen
Die Wirkweise der Therapie an Reflexzonen - die es auch an den Händen, den Ohren und der Nase gibt - ist indes wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Sie ist schulmedizinisch nicht anerkannt und
daher keine Kassenleistung. Gleichwohl basiert die Fußreflexzonen-Massage auf Jahrtausende alten Erkenntnissen und Erfahrungen, etwa denen der traditionellen chinesischen Medizin.
Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung
Fußreflexzonen-Therapie ist kein Allheilmittel, sie kann nie eine notwendige schulmedizinische Organbehandlung ersetzen, sagt die Heilpraktikerin Andrea Ballschuh. Aber sie kann als ganzheitliche Methode eine Behandlung erleichtern oder verkürzen.
Anwendungsgebiete sind chronische Schmerzzustände am Bewegungssystem (zum Beispiel Arthrose), Kopfschmerzen, Migräne, moderate depressive Zustände. "Auch bei Heuschnupfen und Neurodermitis erzielen wir gute Erfolge", sagt Nicole Bouchette, Physiotherapeutin und Dozentin beim Verband Physikalische Therapie. Bei akuten Entzündungen oder einer Risikoschwangerschaft sollte die Behandlung nicht angewendet werden.
Drücken, Kneten, Halten
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Beim Drücken, Kneten, Halten oder Drehen an den Füßen und Händen - Intensität und Herangehensweise sind je nach Therapeut und Patient unterschiedlich - können Schmerzen auftreten. Das gilt aber in der Naturheilkunde meist als Zeichen dafür, dass die Selbstheilungskräfte aktiviert sind.
Ohne Zweifel steigert die Fußreflexzonen-Massage das Wohlbefinden und dient der Entspannung. "Man kann das an den Händen sogar selbst tun", sagt Andrea Ballschuh, "indem man zum Beispiel hin und wieder die Finger zu den Spitzen hin ausstreicht oder den Handrücken sanft massiert".
Die alltägliche Berührung fehlt
Fußreflexzonen-Therapie, meint Andrea Ballschuh, sei vor allem auch eine schöne Art der Prophylaxe, ohne dass der Körper schon einen Hilferuf in Form eines Symptoms ausgesendet hat und Organe bereits ernsthaft erkrankt sind. Die alltägliche Berührung, das fehle vielen Menschen heute. Abends auf der Couch, sagt sie, hat sie meistens einen Fuß ihres Mannes in der Hand.




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