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Cannabis: Wirkung bei einer Krebspatientin

| Von Barbara Bückmann

Als Ute Köhler zum ersten Mal das Mittel gegen Schmerzen bekam, schien ihr ein "Schalter im Kopf" umgelegt worden zu sein

Krebspatientin Ute Köhler gehört zu den wenigen, die ein Cannabis-Medikament gegen Schmerzen bekommen können. Foto: pa/Reichel

Ute Köhler (57) aus einem kleinen Ort in Thüringen ist eine Patientin, die nicht auf die Cannabis-Wirkung verzichten kann. Nach einer Krebsoperation 1985 wurde ihr Unterleib verstrahlt, alle Schleimhäute irreparabel geschädigt. Seitdem litt sie an starken Schmerzen. "14 Jahre lang haben wir alles ausprobiert". Die Schmerzmittel wirkten nicht oder hatten starke Nebenwirkungen (Übelkeit, Krämpfe, Allergien). Durch eine chronische Hepatitis B, wohl verursacht durch eine verunreinigte Blutkonserve, ist die Leber angegriffen, was die Schmerzmittel-Auswahl weiter einschränkte.

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Irgendwann galt sie als austherapiert. Besonders die geschädigte Blase machte Probleme, nachts fand sie keinen Schlaf mehr. Ihr Zustand verschlechterte sich. "Ich habe nicht mehr gesprochen, nicht mehr gegessen". Schließlich wurde sie 1999 stationär in eine Klinik eingewiesen und von einem Schmerztherapeuten behandelt. Der probierte es eines Tages mit drei Mal fünf Milligramm Dronabinol (THC). Nichts passierte. Er erhöhte die Dosis auf zehn Milligramm. "Das war, als wenn ein Schalter im Kopf umgelegt wird", beschreibt sie die Cannabis-Wirkung. Die Schmerzen verschwanden.

Einnahme am Abend, um Nebenwirkungen zu verschlafen

"Meine Lebensqualität ist zu 90 Prozent zurückgekehrt." Seitdem nimmt sie täglich 30 Milligramm Dronabinol-Tropfen über den Abend verteilt ein, um die unerwünschte Cannabis-Wirkung nicht zu erleben. "Ich verschlafe die Nebenwirkungen", sagt sie. Dazu gehören bei ihr Müdigkeit, Appetit und Stimmungsaufhellung gehören.

Sponsoren tragen die Kosten

Sie erhält das Medikament auf Privatrezept. Auch wenn die Cannabis-Wirkung ihr das Leben nachweislich erleichtert: Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten. Jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen und eine Petition beim Bundestag blieben ohne Erfolg. 700 Euro gibt die Rentnerin für Dronabinol im Monat aus, bislang wird die Summe von "Sponsoren" übernommen. "Was ist, wenn das nicht mehr geht?". Um an eine bezahlbare Variante des Wirkstoffs zu kommen, müsste sich sie strafbar machen.

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Quellen

Gespräch mit Ute Köhler, Krebspatientin, Nov. 2011

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