In der Schwangerschaft ist die Sache klar: Keine Medikamente! Nicht einmal Nasentropfen. Und wenn schon Pillen, Tropfen oder Cremes, dann nur im absoluten Ausnahmefall und nach Rücksprache mit dem Arzt. Das Kind soll schließlich nicht zu Schaden kommen.
Lesen Sie auch
Weitere Beiträge zum Thema Babys
Was aber gilt für die Zeit nach der Geburt? Nun lebt und atmet das Baby zwar alleine, ist durchs Stillen aber immer noch eng mit seiner Mutter verbunden. Fließen die medikamentösen Inhaltsstoffe in der Milch mit? Wenn ja, in welcher Menge? Was ist dem Kind zumutbar?
Die Unsicherheit ist bei vielen jungen Müttern groß. Die Folge: Manche sind im Krankheitsfall hart gegen sich selbst und verzichten auf Medikamente, andere stillen verfrüht ab, um sich Linderung ohne schlechtes Gewissen zu verschaffen. "Letzteres ist mit Abstand die schlechteste Lösung", sagt der Hamburger Frauenarzt Dr. Michael Scheele. "Es gibt inzwischen genug gut untersuchte Medikamente, die stillende Frauen ohne Bedenken einnehmen können."
Welche Arnei beim Stillen unproblematisch ist
In den Wochen nach der Geburt befindet sich das Immunsystem einer Mutter immer noch im Ausnahmezustand. Es kann Infektionen nicht so zuverlässig wie vor der Schwangerschaft abwehren – Schnupfen, Fieber und Co. haben leichtes Spiel. Müdigkeit, Brustentzündungen, Stress, Kopf- und Rückenschmerzen kommen häufig noch dazu und erschweren den Müttern die ohnehin anstrengenden ersten Wochen.
In solchen Momenten rät Dr. Michael Scheele, der der Nationalen Stillkommission angehört und ein engagierter Stillförderer ist, zum bewussten Abwägen. Grundsätzlich sollten stillende Mütter mit Arzneimitteln sehr vorsichtig sein und bewährte Hausrezepte vorziehen. Beeinträchtigt die Krankheit oder das Unwohlsein jedoch nachhaltig das Befinden, sei es im Sinne von Mutter und Kind, Linderung zu verschaffen und zwar mit "So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig"-Medizin. Ibuprofen bei Kopfschmerzen? Kein Problem. Penicilline, Antidepressiva, Antibiotika? Ebenfalls möglich.
Selbst eine Operation sei bei einer stillenden Frau machbar. Dr. Michael Scheele: "Die Mütter können noch kurz vor der OP stillen und sofort danach auch wieder, sobald sie dazu in der Lage sind."
Weiterlesen: Wann besondere Vorsicht beim Stillen geboten ist
Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema
- 1 Sind Medikamente beim Stillen tabu?
- 2 Wann besondere Vorsicht beim Stillen geboten ist




Botox als letztes Mittel bei schwerer Migräne
Dinkelmehl: "Gesünder als Weizen"
Erkennen Sie die Apfelsorten?
Blutzuckerwerte: Was ist normal?
Mit Zumba den Hüftspeck wegtanzen
Fehlbildungen im Mutterleib erkennen
Prostataadenom: Laser setzt sich durch
Liebesmenü: die kulinarische Verführung
Hilft die Bernsteinkette Baby beim Zahnen?
Ernährung: Zu viel Salz im Blut
Wie lange halten Medikamente?
Natürlich durch die Wechseljahre