Sie befinden sich hier:

Startseite > Gesund-Magazin > Kinder > Ursachen der Rechenschwäche

Eltern-Tipps

Ursachen der Rechenschwäche

| Von Florentine Anders

Die Rechenschwäche Dyskalkulie ist so häufig wie Lese- und Rechtschreibschwäche, doch weniger bekannt. Sechs Prozent der Kinder sind davon betroffen.

Die ersten Symptome der Rechenschwäche Dyskalkulie können im Kindergartenalter auftreten. Foto: pa/dpa

Informationen

Beratung: Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. unter Tel.: 02761 - 66 00 41 oder 0700 - 285 285 285 (12 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz), Montag und Dienstag 10-12 Uhr, Mittwoch 16-18 Uhr oder unter E-Mail.

Buchtipps: "Rechenstörungen bei Kindern", Hg. von Michael von Aster und Jens-Holger Lorenz, Vandenhoeck & Rupprecht, 2012.

"Dyskalkulie", Karin Landerl und Liane Kaufmann, Reinhardt UTB, 2008.

"Kinder mit Rechenschwäche erfolgreich fördern", Armin Born und Claudia Oehler, Kohlhammer, 2008.

"Rechenschwäche", Gabriele Ricken und Annemarie Fritz-Stratmann, Reinhardt UTB, 2008.

Wenn die siebenjährige Marie rechnet, sind die Eltern ratlos. Zwanzig plus zwanzig ergibt bei ihr zehn. Marie leidet an Dyskalkulie. Die Rechenschwäche ist genauso häufig wie die Lese- und Rechtschreibschwäche, doch weit weniger bekannt.

Lesen Sie auch

Weitere Beiträge zum Thema Kindesentwicklung

Etwa sechs Prozent der Kinder sind nach Angaben der Wissenschaftler davon betroffen. Sie haben Schwierigkeiten, Mengen zu unterscheiden, lernen Zahlen auswendig ohne sie zu verstehen, haben später kein Zeitgefühl oder Schwierigkeiten beim Umgang mit Geld.

WHO erkennt Rechenschwäche als Krankheit an

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Rechenschwäche als Krankheit längst anerkannt, doch Ursachen und Therapie werden noch erforscht. Professor Michael von Aster leitet eine Forschungsgruppe am Zentrum für Neurowissenschaften an der Universität Zürich zum Thema Dyskalkulie und ist zugleich Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie der DRK-Kliniken Berlin Westend.

In einer aktuellen Studie untersucht sein Team die Hirnregionen von Kindern mit Rechenstörungen und testet den Erfolg einer speziell entwickelten Therapie. Kinder wie Marie werden mit Hilfe einer Magnetresonanztomografie durchleuchtet. Der Gehirnscanner zeigt die Nervenaktivitäten in den verschiedenen Hirnregionen beim Rechnen.

Räumliche Vorstellungskraft entwickelt sich beim Spielen

Schon Babys haben ein Grundverständnis von Mengen, sagt von Aster. Noch bevor sie sprechen lernen, würden sie unterscheiden können, dass zwei Menschen mehr sind als einer. Die für das Zahlenverständnis wichtigen Hirnfunktionen reifen dann während der Entwicklung. Dazu gehört die visuell-räumliche Vorstellungskraft.

Kinder entwickeln diese Fähigkeit beispielsweise beim Versteck spielen oder beim Legen von Mosaiken. Später, mit Schulbeginn, entwickeln Kinder dann eine sich ausdehnende Zahlenraum-Vorstellung. Diese Funktion bildet sich in den sogenannten Scheitellappen auf der rechten und linken Seite des Gehirns aus.

Weiterlesen: Erste Symptome im Kindergartenalter

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

Weitere Beiträge aus dem Ressort Kinder

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2013 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.