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Komplementärmedizin

Wie Homöopathie bei Kindern wirkt

| Von Manfred Pantförder

Wenn das Kind krank ist, greifen manche Eltern auch zu ergänzenden Heilmitteln. Warum Homöopathie bei Kindern Erfolg versprechend sein kann

Ein Kind bekommt Kügelchen, die im Mund zergehen. Foto: pa/dpa

Therapeutensuche

Kosten

Der Verband klassischer Homöopathen ermöglicht die Suche nach einem Therapeuten unter www.vkhd.de
Bund klassischer Homöopathen unter www.bkhd.de oder www.bkhd-zweckbetrieb.de
Stiftung Homöopathie-Zertifikat unter www.homoeopathie-zertifikat.de

Einige gesetzliche Krankenkassen bieten "Integrierte Versorgung mit klassischer Homöopathie" an. Sie sind beim Zentralverein homöopathischer Ärzte gelistet unter www.dzvhae.com
Diese Kassen zahlen nur, wenn die Leistung von einem der Vertragsärzte mit homöopathischer Ausbildung erbracht wird.

Sanfte Medizin – wer möchte die nicht! Die Lebenskraft des Körpers erhalten, Abwehrkräfte im Falle einer Attacke von außen stärken. Die Homöopathie versteht sich als sanfte Heilkunst, die den einzelnen Menschen in seiner Ganzheit begreifen will, um ihm entsprechend helfen zu können, wenn eine Krankheit auftritt. Homöopathie bei Kindern ist daher naheliegend.

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Pflanzliche, tierische oder mineralische Stoffe, die mit Rohrzucker in Form von Kügelchen eingenommen werden können, sollen im Körper Kräfte mobilisieren. Das gilt besonders für Homöopathie bei Kindern. Weil wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit schwer zu erbringen sind, wird die Homöopathie als Heilkunst betrachtet. Homöopathen verstehen ihr Metier als ergänzende Medizin zur Schulmedizin, es ist eher eine Anleitung zur Selbsthilfe. Wer das Angebot nutzt, muss dies in der Regel selbst bezahlen. Einige Krankenkassen machen Ausnahmen. Vor einer Behandlung ist dies je nach Kasse also abzuklären.

Babys können nicht beschreiben, was ihnen fehlt

Weil sie als sanft gilt, wird die Behandlungsart der Homöopathie bei Kindern von manchen Eltern gern gesehen. Die natürlichen Substanzen werden in sehr geringer Dosis meist als Globuli, wie die Kügelchen heißen, verabreicht, die viel kleiner sind als jede Pille. Kinder sind den kleinen Dingern gegenüber aufgeschlossen. "Es gibt keinen bitteren Geschmack oder etwas Ähnliches", sagt Angelika Szymczak, Heilpraktikerin, Homöopathin und Autorin eines Ratgebers, der sich speziell um Homöopathie für Kinder dreht.

Eine besondere Hürde gilt es jedoch zu überwinden. Weil Babys und Kleinkinder nicht oder nur unzureichend beschreiben können, was ihnen fehlt, ist es für den Therapeuten schwierig, eine Anamnese zu erheben. Diese Klärung der Vorgeschichte einer Erkrankung ist ein Kernstück der Homöopathie bei Kindern.

Selbstheilungskräfte im Körper aktivieren

Durch Fragen und ausführliches Erzählen des Patienten erstellt der Behandler üblicherweise ein Profil, bei dem Körper, Geist und Gemüt gleichermaßen betrachtet werden sollen. Homöopathie bei Kindern, vor allem wenn diese noch sehr klein sind, gelingt nur mit Hilfe der Eltern. "Dann frage ich die Mutter: Wie war die Schwangerschaft, wie kam das Kind zur Welt, wie verliefen Geburt und die ersten Tage danach, wurden Medikamente eingenommen", sagt Angelika Szymczak. Wichtig sei es, herauszufinden, ob es sich um eine Krankheit der Familie handeln könnte. "Die Miasmatik, man kann sie genetische Übertragung nennen, sollte bei der Therapie beachtet werden", sagt die Homöopathin, die im bayrischen Unterschleißheim praktiziert.

Mit den Einblicken, die aus der Anamnese gewonnen wurden, und dem Abgleichen mit bekannten Krankheitsmustern, der sogenannten Repertorisation, wird das Mittel schließlich gefunden. Die Globuli aktivieren im Körper die Selbstheilungskräfte, so die Annahme. Das beschreibt die Homöopathie bei Kinder wie bei Erwachsenen, Kinder gelten naturgemäß nur als wesentlich empfindlicher. Weil in 20 Prozent der Fälle nach der Ersteinnahme eine Verschlechterung der Symptome eintreten könne, verabreicht Homöopathin Szymczak bei schweren Erkrankungen wie etwa Asthma auch Tropfen, bei denen eine derartige Erstreaktion in der Regel ausbleibe.

Vorgeschichte und Verlauf einer Krankheit klären

Homöopathie bei Kindern und Erwachsenen folgt bestimmten Kriterien: Die Heilung soll vom Kopf zum Fuß und von innen nach außen, also von den Organen zur Haut erfolgen. Es soll verhindert werden, dass Symptome behandelt werden, nicht aber die Ursache einer Erkrankung.

Unter Symptomen verstehen Homöopathen alle Veränderungen beim Patienten, körperliche wie seelische, daher soll die Anamnese mit Hilfe der sechs "W" Vorgeschichte und Verlauf einer Krankheit klären: Wo tut es weh, wie, warum, wann, was ist verschlechtert, was verbessert, was sonst noch? Für die Homöopathie bei Kindern ist diese Erhebung eine schwierige Aufgabe.

Ausgeschlossen werden soll durch die systematische Erfassung, dass eine Erkrankung nur unterdrückt wird. Die Krankheit, die zuletzt auftrat, soll als erste wieder verschwinden. Bis der Kern des Leids freigelegt ist und behandelt werden kann. Dies betrifft eher Erwachsene, denn die Homöopathie bei Kindern setzt ja viel frühzeitiger an, fast vorbeugend.

Wirkung der Homöopathie bei Kindern schwierig zu beurteilen

Soweit der homöopathische Ansatz. Und wie kann die Wirkung der Mittel bei Homöopathie bei Kindern kontrolliert werden? Dabei verlassen sich Homöopathen auf ihre Erfahrungen mit Patienten. "An Babys und Kindern kann man die Wirkung gleich sehr gut sehen, und es kommt nicht der Satz ?Muss ich daran glauben?', den Erwachsene oft sagen", berichtet Angelika Szymczak aus ihrer Praxis. "Ich sage dann zu den Erwachsenen: ?Sie müssen nicht daran glauben. Es wird auch bei Nicht-daran-glauben helfen'."

Von wissenschaftlicher oder ärztlicher Seite werden noch immer Vorbehalte laut, Homöopathie sei eine Frage des Glaubens, Globuli seien wie Placebo, eine Scheinbehandlung. "Homöopathie und Schulmedizin können sich hervorragend ergänzen", ist Heilpraktikerin Szymczak überzeugt. Wichtig sei - egal ob bei Homöopathie bei Kindern oder Erwachsenen - nur das auf den Patienten zugeschnittene Heilmittel zu verwenden.

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Quellen

Gespräch mit Angelika Szymczak, Heilpraktikerin, Homöopathin, Unterschleißheim, Dez. 2009
Angelika Szymczak: "Homöopathie, Sanfte Heilkunst für Babys und Kinder, systemed Verlag, 2009

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