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Schuppen

Lästige Flocken auf der Jacke

| Von Ela Dobrinkat

Schuppen sind nicht nur ein kosmetisches Problem. Sie jucken auch. Eine zu trockene Kopfhaut kann der Auslöser sein. Vielen Menschen sind die weißen, abgelösten Hautzellen peinlich.

Blick auf den Haaransatz. Schuppen bekämpft man mit Spezial-Shampoos. Foto: pa/Chromorange

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Kopf-Schuppen Das Zusammenkleben mehrerer Hundert abgestoßener Hautzellen wird im Prozess der ständigen Hauterneuerung als eine einzige Schuppe sichtbar.

Erkrankungen Hinter vermehrter Schuppenbildung können auch ernsthaften Krankheiten wie Schuppenflechte, Neurodermitis, ein seborrhoisches Ekzem, weitere Pilzerkrankungen oder eine Kontaktallergie stecken. Deshalb ist bei Kopfschuppen die Diagnose eines Hautarztes wichtig.

Sie rieseln auf die Kostümjacke, aufs Anzug-Revers und auf den Mantelkragen. Immer dann, wenn man sie so gar nicht gebrauchen kann: beim Date, Bewerbungsgespräch oder Geschäftstermin. Je dunkler der Untergrund, desto deutlicher sieht man die weißen Flocken. Schuppen sind vor allem ein kosmetisches und psychologisches Problem, denn hinter der Pityriasis simplex capitis – so der wissenschaftliche Name für das Symptom – steckt meistens keine ernsthafte Erkrankung.

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Viele Menschen finden die abgelösten – im Fachjargon "abgeschilferten" – Zellen der Kopfhaut peinlich und leiden darunter. Was ganze Sparten der Kosmetikindustrie beschäftigt, ist eigentlich Teil des ganz natürlichen Zellkreislaufs. Die Zellen der Hornhaut teilen sich und wandern langsam an die Oberfläche. Dort sterben sie allmählich ab. Dies geschieht auch auf dem Kopf. Da sich die Haut permanent erneuert, verliert sie andauernd Hautschuppen. Allerdings sind diese so winzig, dass man sie kaum erkennen kann. Problematisch werden die überflüssigen Hautplättchen erst, wenn sie als Schuppenverband zusammenkleben, auffällig im Haar hängen und herausfallen.

Schuppen sind Klumpen kleiner, abgestoßener Hautzellen

Erst diese atypisch verhornten Zellen nennen wir "Schuppen". Der Hautarzt unterscheidet sie in trockene und fettige. Wer längere Zeit sein Haar kaum wäscht, kämmt oder bürstet, verliert keine Schuppen. Sie verklumpen dann mit dem Fett der Talgdrüsen und werden zu fettigen Schuppen, die ein weit größeres Problem darstellen als die trockenen – weil sie klebriger sind und sich dementsprechend schwerer entfernen lassen. Fettige Schuppen sind auch ein typisches Problem von Teenagern, die wegen hormoneller Umstellung mit erhöhter Talgproduktion zu kämpfen haben. Stress kann ebenfalls zu übermäßiger Talgproduktion führen. Wer nach einem Monat die lästigen Flocken nicht mit einem Anti-Schuppen-Shampoo losgeworden ist, und bei wem Schuppen immer wieder auftreten, sollte einen Hautarzt zu Rate ziehen.

Ursache der Schuppen kann auch ein Hefepilz sein

Bis heute forschen Wissenschaftler darüber, warum einige Menschen zu verstärkter Schuppen-Bildung neigen. Vermutet werden ein erblich bedingtes, zu schnelles Zellenwachstum oder auch zu fettreiche Nahrung. Die Liste der physikalisch-chemischen Reize, die vermehrte Schuppen-Bildung begünstigen, ist lang. Sie reicht von zu scharfen Shampoos über ein feucht-heißes Klima bis zu trockener Heizungsluft und Luftverschmutzung. Die häufigste Ursache hat allerdings gar nichts mit diesen Reizen zu tun, sondern ist eine mikrobielle Besiedelung der Kopfhaut. Dahinter steckt wiederum der Hefepilz Pityrosporum ovale, der sich vom Fett aus den Fettdrüsen ernährt.

Der Bremer Hautarzt und Vorsitzende des Landesverbandes des Berufsverbandes deutscher Dermatologen, Dr. Uwe Schwichtenberg: "Dieser Pilz ist völlig harmlos, doch kann er manchmal die Kopfhaut irritieren. Oder er verschlimmert das seborrhoische Ekzem, das ebenfalls für vermehrte Schuppenbildung verantwortlich ist." In der Hautarzt-Praxis erfolgt in diesem Fall oft die Bekämpfung mit Ketoconazol und Bifonazol. Wenn keine Erkrankung vorliegt, helfen andere Shampoos. Besonders milde Anti-Schuppen-Haarwaschmittel aus der Drogerie enthalten Wacholderöl oder Kornblumenextrakt. Die meisten Shampoos setzen allerdings auf Chemie: Die antibakterielle und pilztötende Substanz Pirocton Olamin gilt in geringer Dosis als eher sanfter Zusatz entsprechender Shampoos. Marktführende Haarwaschmittel enthalten Zinkpyrithion und Zinkkarbonat.

Trockene Kopfhaut: Maximal zwei Haarwäschen pro Woche

"Es gibt auch Hausmittel, die sich bewährt haben", sagt Dr. Schwichtenberg. "Gegen Milchschorf bei Babys empfiehlt sich das Ablösen der Schuppen mit Olivenöl." Anderen rät er bei zu trockener Kopfhaut, das Haar nur zweimal pro Woche mit mildem Shampoo zu waschen, gut auszuspülen und es anstatt mit einem Föhn an der Luft trocknen zu lassen. Die Kopfhaut könne auch mit einem neutralen Öl, beispielsweise Mandelöl, eingerieben werden. "Bei fettiger Kopfhaut ist häufige Haarwäsche angesagt. Fettende Externa, chemische oder mechanische Reize verschlimmern das Problem", warnt Dr. Schwichtenberg. "Kopfschuppen sind nur ein Symptom, hinter dem auch ernsthafte Hauterkrankungen stehen können. Da es für Laien schwer ist, zwischen Überfettung und Trockenheit zu unterscheiden, sollte man bei hartnäckigem Auftreten von Schuppen den Hautarzt aufsuchen", sagt Dr. Schwichtenberg.

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Quellen

Gespräch: Dr. Uwe Schwichtenberg, Vorsitzender des Landesverbandes des Berufsverbandes deutscher Dermatologen, September 2011

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