Dass Modeschmuck eventuell allergische Reaktionen hervorrufen kann, ist bekannt. Doch wer ein Schmuckstück aus Gold kauft, geht davon aus, etwas Edles, Ungefährliches zu erwerben. Umso größer die Enttäuschung, wenn sich z. B. an dem Finger, an dem der Goldring getragen wird, Rötungen, Schwellungen und Juckreiz entwickeln. Ist das Material etwa minderwertig, oder kann man tatsächlich auch auf Gold allergisch reagieren?
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"Es gibt eine Goldallergie, aber sie ist sehr selten", sagt Prof. Vera Mahler, Oberärztin an der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen. Schmuckstücke bestehen im Allgemeinen nicht aus reinem Gold, sondern aus Legierungen, denen auch andere Metalle wie Silber, Kupfer oder Nickel zugesetzt sind. Besonders Nickel ist bekannt als Allergie-Auslöser (siehe Kasten).
Meist ist ein anderer Bestandteil die Ursache
"Gerade wenn jemand auf Weißgold allergisch reagiert, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass er auf den Nickelanteil reagiert, als dass er eine Goldallergie hat", so Prof. Mahler. "Ganz deutlich wird das, wenn derjenige Gelbgold-Schmuck tragen kann aber Weißgold-Schmuck nicht". Nickel und Silber sorgen im Weißgold für den hellen Farbton. "Nickel dient zudem der Härte und Korrosionsbeständigkeit des Materials", erläutert Thilo Brückner, Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Schmuck und Uhren. Kupfer gibt Rotgold den charakteristischen rötlichen Farbton.
Ein Test beim Hautarzt gibt Gewissheit
Während Experten schätzen, dass mindestens zehn Prozent der Bevölkerung gegen Nickel allergisch sind, treten Allergien gegen andere Metalle wie Silber oder Kupfer wesentlich seltener auf. Gewissheit darüber, welches Metall verantwortlich ist für unangenehme Hauterscheinungen, bringt ein Test beim Dermatologen, der sogenannte Epikutantest. Dabei werden mögliche Allergene, eingebettet in eine neutrale Substanz wie Vaseline, auf die Haut aufgebracht und mit Pflastern fixiert. Hat sich nach 48 Stunden an der Stelle, wo eine Goldverbindung aufgebracht wurde, ein Mini-Ekzem gebildet, ist das ein Nachweis für eine Goldallergie.
Reagiert der Patient nicht auf Gold, aber auf Nickel, kann man den umgekehrten Weg gehen und mit einem einfachen Test prüfen, ob das Schmuckstück, das die allergische Reaktion ausgelöst hat, Nickel enthält und bei Kontakt freisetzt. Den sogenannten Dimethylglyoxim-Test oder Nickelnachweistest gibt es in der Apotheke, man kann also Schmuckstücke und andere Gegenstände leicht zu Hause selbst testen.
Weiterlesen: Eine Goldallergie äußert sich auch an den Augen
Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema
- 1 Gibt es eine Goldallergie?
- 2 Eine Goldallergie äußert sich auch an den Augen




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