Unser Überleben hängt nicht mehr von Pflanzen ab, von Wurzeln und Pilzen, Beeren und Samen. Doch es macht vielen Naturliebhabern Spaß, auf eigene Faust Essbares zu entdecken. Warum also in den Supermarkt gehen, wenn Wald und Wiese den Tisch decken?
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Schon im zeitigen Frühjahr können zartgrüne Sprossen und Blättchen gesammelt werden. Diese ersten Pflanzen sind besonders geeignete Vitaminspender, die starke Heilkraft besitzen.
Bärlauch ist sehr beliebt
Was lässt sich in heimischen Regionen finden? Bärlauch, Allium ursinum, gerade besonders in Mode, der als wilder Knoblauch den Vorfahren bekannt war. Das Grün ist vorzugsweise im Laubwald zu finden, auf tiefgründigem und kalkhaltigem Boden. Gesammelt werden die Blätter möglichst vor der Blüte, dann ist der giftige Doppelgänger, das Maiglöckchen, noch nicht gewachsen.
Konkurrenz macht dem Bärlauch die Knoblauchsrauke. Sie steht an feuchten Waldrändern, dient als Würzkraut für Salate, Kräuterbutter, Quark-Dips und gibt Speisen eine pfeffrige Note.
Der Seltsame Lauch heißt auch Berliner Bärlauch
Oder das Wunderlauch, Allium paradoxum, auch als Seltsamer Lauch oder Berliner Bärlauch bezeichnet, ist gelegentlich an Waldrändern zu finden, am kräftigen Knoblauchgeruch schon zu erkennen, wenn viele Pflanzen dicht beisammen stehen. Das Wunderlauch hat schlankere Blätter als Bärlauch und meist wächst nur ein Blatt aus der Zwiebel. Die wilden Lauchpflanzen sind selten, wo sie vorkommen, wachsen sie aber meist massenhaft.
Schwierig zu finden ist auch der Waldmeister, der für die Mai-Bowle unerlässlich ist, für Berliner Weiße oder Götterspeise.
Gänseblümchen als falsche Kapern
Aber es gibt ja noch Pflanzen in der nahen Umgebung, die nutzbar sind, voran Löwenzahn (siehe Rezepte), auch Gänseblümchen. Deren Blütenknospen sind als falsche Kapern in der Küche einsetzbar. Das Tausendschön, wie die Blume genannt wird, kann im Salat oder Quark gegessen werden, allerdings nur in Maßen.
Giersch, den Gärtner eigentlich hassen, weil er sich stark ausbreitet und andere Pflanzen überwuchert oder ihnen Nährstoffe entzieht, ist wie Spinat nutzbar. Anders als giftige Doppelgänger wie der Schierling hat Giersch einen im Querschnitt betrachtet dreieckigen Stiel. Giersch schmeckt leicht nach Petersilie.
Brennnessel im Salat
Bild: Die jungen Spitzen der Brennnessel eignen sich als Salatbeigabe. Foto: picture alliance
Es gibt Pflanzen, die zu essen einem nie in den Sinn käme: die Brennnessel beispielsweise. Wenn man beim Waschen über Ober- und Unterseite der Blätter streicht, brechen die Brennhaare jedoch ab. Die jungen Brennnessel-Spitzen können dann sogar als Salat gegessen werden, oder man bereitet sie mit Spinat oder doch lieber als Suppe zu. Getrocknet wird die Brennnessel als Tee getrunken, der helfen soll, das Blutbild zu reinigen.
In offenen Wiesenlandschaften verbreitet sind Schafgarbe und Spitzwegerich, die getrocknet und als Kräutertee ebenfalls verwendet werden können.
Rapunzel - Das klingt märchenhaft lecker
Dann gibt es noch Exoten wie die Ährige Teufelskralle. Zwar kein appetitanregender Name, doch junge Blätter der Phyteuma spicatum, so der botanische Name des Glockenblumengewächses, können im Frühjahr wie Spinat zubereitet werden. Die Pflanze ist als Rapunzel bekannt, und dies klingt doch fast märchenhaft lecker. Als Rapunzel wird auch noch Feldsalat bezeichnet.
Ackersenf ist eine wilde Form der Senfpflanze, rau behaart, die bis zu 60 Zentimeter hoch wächst. Das Kraut sieht dem gelb blühenden Raps ähnlich. Erkennungsmerkmal ist der rettichartige Geschmack der gezahnten, spitzen Blätter und Einzelblüten. Die sind die Scharfmacher in der Wildkräuterküche und eignen sich für Salate und Tunken.
Rucola - kräftig und leicht bitter im Geschmack
Als Rucola ist die Pflanze in der heimischen Küche in Mode, in der freien Flur ist die Wilde Rauke unscheinbar und vielerorts zu finden. Rucola ist robust und anspruchslos, der Geschmack kräftig und herb, im Salat daher eher als Ergänzung zu verwenden.
Beifuß - Die zwei Seiten eines Krauts
Üppig wächst Beifuß. Das Kraut ist als Gewürz für fette Fleischgerichte fast unentbehrlich, von vielen Menschen wird es jedoch als Allergie auslösend gefürchtet. Und Vorsicht: Dem Beifuß ähnelt eine Pflanze, die vermehrt auftritt und für Allergiker gefährlich werden kann: die Ambrosia.
Von wilden Beeren und Pilzen
räuter über Kräuter. Aber es gibt auch fruchtige Sattmacher: rote Himbeere und schwarze Brombeere, Haselnuss und Bucheckern. Die blaue Schlehe, die nach dem ersten Frost erst geerntet wird, die rote Hagebutte, die von der Wolle befreit werden muss, die rote Weißdorn-Beere, um die der Sammler mit Vögeln konkurriert, die orangene Sanddorn-Beere, reich an Vitamin C. Holunder, als Blüte oder Frucht nutzbar, steht am Wegesrand. Die duftenden Blüten werden in Pfannkuchenteig getaucht und gebacken.
Und dann sind da noch die Pilze. Manche sind schon im frühen Sommer zu finden. Einst galten sie als Hexengerichte, heute sind heimische Wildpilze eher Delikatessen, voran der braune Steinpilz und der gelbliche Pfifferling.
Wildpflanzen sicher bestimmen
Wer Pflanzen aus der freien Natur nutzen will, die von vielen nur als Unkraut wahrgenommen werden, sollte unbedingt beachten: Ein Bestimmungsbuch oder besser noch eine Einweisung durch einen Experten sind hilfreich. Denn sammeln sollte man nur Pflanzen, Pilze und Beeren, die eindeutig zuzuordnen sind. So besteht etwa beim Bärlauch eine mögliche Verwechslungsgefahr mit dem Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen, die beide giftig sind.
Vorsicht bei der Ernte: Das Terrain, wo gesammelt wird, muss daraufhin geprüft werden, ob tierische oder industrielle Verunreinigungen auftreten können. Gründliches Waschen kann das Risiko mindern. Die Nähe zu stark befahrenen Straßen oder Industrieanlagen ist eher zu meiden.





Man nehme 300 Löwenzahn-Blütenköpfe (auch mehr), 2 kg Zucker, 2 Zitronen, 1 Liter Wasser.
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