Wochenbett: Wochenbettdepression

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (18. Mai 2016)

Etwa 10 bis 15 Prozent der Wöchnerinnen bekommen eine echte Wochenbettdepression, auch postnatale Depression. Die Wochenbettdepression ist, wie der Baby-Blues, unter anderem auf die hormonellen Veränderungen nach der Geburt zurückzuführen. Aber auch besonders traumatische Geburtserlebnisse und ein großes Schlafdefizit begünstigen eine postnatale Depression.

Eine Wochenbettdepression fällt aber stärker und länger aus als der Baby-Blues und beginnt meist erst sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt, oft also erst nach dem tatsächlichen Wochenbett. Sie kann sich durch folgende Symptome äußern:

Eine Wochenbettdepression muss nicht zwingend behandelt werden. In vielen Fällen vergeht sie nach einigen Tagen von selbst. Hält die Depression aber an und nehmen die Symptome zu, sollte die Wöchnerin unbedingt mit einem Arzt oder der Nachsorgehebamme sprechen. Eine schwere Wochenbettdepression kann die Mutter-Kind-Bindung und damit auch die Entwicklung des Kindes stören. Eine Therapie bezieht daher Mutter und Kind mit ein.

In seltenen Fällen wird aus einer Wochenbettdepression eine Wochenbettpsychose.

Wochenbettpsychose

1 bis 2 von 1.000 Frauen bekommen eine sogenannte Wochenbettpsychose. Eine Wochenbettpsychose tritt meist in den ersten acht Wochen nach der Geburt auf und kann schwere Symptome mit sich bringen. Sie äußert sich deutlich stärker als Baby-Blues und Wochenbettdepression und kann von Halluzinationen, Realitätsverlust und Verfolgungswahn gekennzeichnet sein.

Eine Wochenbettpsychose muss unbedingt behandelt werden, häufig mit einem stationären Aufenthalt, da sie in schweren Fällen eine Gefahr für das Leben von Mutter (Suizid) und Kind (Kindstötung) darstellt.