Wochenbett: Rückbildung

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (18. Mai 2016)

In der Schwangerschaft wächst die Gebärmutter um ein Vielfaches an, um dem Baby, der Plazenta und dem Fruchtwasser genügend Platz zu bieten. Nach der Geburt muss sie sich wieder zurückbilden – bis das geschehen ist, sieht die Wöchnerin weiterhin aus, als sei sie etwa im sechsten Monat schwanger. Die Rückbildung der Gebärmutter auf ihre ursprüngliche Größe dauert in der Regel etwa die ersten zehn Tage des Wochenbetts an (sog. "Frühwochenbett").

Da die Gebärmuttermuskulatur nach der Geburt zunächst erschlafft, steigt der obere Rand der Gebärmutter (Gebärmutterfundus) am ersten Tag nach der Geburt etwas über Nabelhöhe an. Dann aber sinkt er innerhalb von etwa zehn Tagen auf seine ursprüngliche Lage knapp über dem Schambein ab und die Gebärmutter hat ihre Ursprungsgröße erreicht.

Die sogenannten Nachwehen, Kontraktionen der Gebärmutter, die die Wunden zusammenziehen und den Wochenfluss anregen, unterstützen die Rückbildung. Die Nachwehen werden unter anderem durch das Hormon Oxytocin ausgelöst, das auch den Milchfluss anregt. Oxytocin wird aber nur ausgeschüttet, wenn die Mutter stillt.

Stillen unterstützt also die Rückbildung – die Nachwehen werden daher auch Stillwehen genannt.

Nachwehen sind bei Erstgebärenden selten schmerzhaft und treten nur für wenige Tage nach der Geburt auf. Bei Mehrgebärenden muss die Gebärmutter durch die frühere "Vordehnung" der Muskulatur mehr Kraft aufwenden, um ihre ursprüngliche Form wiederzubekommen. Daher sind die Nachwehen bei diesen Frauen oft von krampfartigen Schmerzen begleitet, die aber von Tag zu Tag nachlassen.

Vollständig abgeschlossen ist die Rückbildung erst nach dem Wochenbett, also nach sechs bis acht Wochen. Dann erst sind alle regulären Wunden, wie etwa die, die die Plazenta hinterlassen hat, abgeheilt.

In einigen Fällen kann die Rückbildung auch etwas länger benötigen, etwa bei:

Neben der Gebärmutter werden auch der Beckenboden und die Bauchmuskulatur stark durch Schwangerschaft und Geburt beansprucht. Viele Frauen haben in der ersten Zeit nach der Geburt daher Probleme, beim Niesen, Lachen oder Husten den Harndrang zurückzuhalten. Nach dem Wochenbett ist es daher an der Zeit, mit Rückbildungsgymnastik zu beginnen, um den Beckenboden und die Bauchmuskulatur wieder zu stärken. Hebammen bieten hierzu spezielle Kurse an – am besten besprechen Sie sich dazu mit Ihrer Nachsorgehebamme. Zudem ist es generell sinnvoll, ab der ersten Geburt regelmäßig Beckenbodengymnastik zu machen.