Wassergeburt: Risiken einer Wassergeburt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Juli 2017)

Die Risiken, die bei einer Wassergeburt möglicherweise auftreten können, werden kontrovers diskutiert. Neben klaren Befürwortern der Wassergeburt gibt es auch absolute Gegner. Die größten Diskussionen betreffen die Frage, ob beim ersten Atemzug des Babys bei einer Wassergeburt Wasser in die Lunge gelangen kann.

Befürworter der Wassergeburt verweisen in diesem Zusammenhang auf den Tauchreflex, den das Baby bereits im Mutterleib entwickelt: Sobald die Gesichtshaut mit Wasser in Berührung kommt, verschließt sich die Luftröhre des Babys, sodass kein Wasser eindringen kann. Dieser Reflex besteht bis etwa vier Monate nach der Geburt. Der erste Atemzug hingegen wird erst ausgelöst, wenn das Gesicht mit Luft in Kontakt kommt.

Erst wenn das Kind sich in einer Stresssituation befindet, etwa weil der Sauerstoff knapp wird, kann der Reflex außer Kraft gesetzt werden und Wasser könnte in die Lunge eindringen. Wenn Arzt oder Hebamme den Kopf des Neugeborenen sofort nach der Geburt über die Wasseroberfläche heben, ist das aber unwahrscheinlich.

Die Risiken, dass sich Mutter oder Kind durch verschmutztes Wasser oder starke Blutungen der Mutter mit Krankheitserregern infizieren, werden als gering eingeschätzt.

Die Statistiken zeigen, dass es bei Wassergeburten keine erhöhte Rate an Infektionen oder Aspirationen (also Verschlucken oder Einatmen von Wasser) gibt.

Bei einer normal verlaufenden Wassergeburt ist der kritischste Moment der, in dem die Mutter das Wasser verlässt, da es hier häufig zu Kreislaufproblemen kommt. Darum ist es wichtig, dass immer zwei Personen die Mutter stützen, wenn sie aus der Wanne aussteigt.