Wehen: Vorzeitige Wehen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (03. Juli 2017)

Um vorzeitige Wehen handelt es sich, wenn vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche (SSW) Wehen auftreten, die sich auf den Muttermund (Zervix) auswirken. Das heißt, dass der Muttermund sich im Rahmen der Wehen verkürzt (die Zervixlänge nimmt ab), sich das Gewebe lockert und sich der Muttermund schließlich fortschreitend öffnet.

Vorzeitige Wehen bedeuten:

  • anhaltende Gebärmutterkontraktionen
  • mindestens 4 in 10 Minuten
  • oder 8 in 60 Minuten.

Vorzeitige Wehen sind ein häufiger Grund für einen Aufenthalt im Krankhaus – jede zweite Frau mit vorzeitigen Wehen entbindet letztlich aber termingerecht. Vorzeitige Wehen betreffen etwa jede neunte Schwangere.

Vorzeitige Wehen zeichnen sich dadurch aus, dass sie regelmäßig auftreten und so stark sind, dass die meisten Schwangeren sie als schmerzhaft empfinden. Manche Frauen beschreiben die Symptome wie folgt:

  • Gebärmutterkontraktionen (vor allem beim Gehen und Treppensteigen)
  • tiefe Rückenschmerzen
  • menstruationsähnliche Unterleibsbeschwerden
  • wässriges oder blutiges Vaginalsekret
  • Druckgefühl hinter dem Schambein oder im kleinen Becken
  • Unterleibsschmerzen

Das Schmerzempfinden variiert allerdings von Frau zu Frau mitunter sehr stark.

Es ist nicht immer einfach, reguläre – also zu dem Zeitpunkt natürlicherweise auftretende – Wehen von vorzeitigen Wehen abzugrenzen.

Vorzeitige Wehen können verschiedene Ursachen haben:

Zudem könnten genetische Faktoren (familiäre Häufung von Frühgeburten) eine Rolle spielen, ebenso wie das Geschlecht des Kindes: Bei Schwangerschaften mit Jungen kommt es häufiger zu vorzeitigen Wehen.

Wenn es erforderlich ist, die Geburt noch um ein paar Tage hinauszuzögern, therapieren Ärzte vorzeitige Wehen mit wehenhemmenden Mitteln (sog. Tokolyse, u.a. mit dem Wirkstoff Fenoterol). Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn die vorzeitigen Wehen sehr früh auftreten und das Kind noch verhältnismäßig unreif ist.