Der Geburtsort: Die Klinikgeburt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (15. April 2015)

Viele Schwangere wünschen sich einen Geburtsort ohne Klinikatmosphäre – trotzdem ist die Klinikgeburt weit verbreitet: Die meisten Frauen in Deutschland (weit über 90%) entbinden in einer Klinik, wo bei unvorhergesehenen Komplikationen ärztliche Gegenmaßnahmen am schnellsten möglich sind.  

Daher gilt die Klinikgeburt als am sichersten für Mutter und Kind.

Bei einer Klinikgeburt stehen alle Möglichkeiten der modernen Medizin bereit – treten während der Geburt eines Kindes Komplikationen auf, können Ärzte sofort reagieren. Sie und Ihr Baby erhalten in einer Klinik rund um die Uhr – vor, während und nach der Geburt – eine optimale medizinische Versorgung. Der Klinikaufenthalt ist unterschiedlich lang – im Durchschnitt bleiben Sie ...

  • nach einer Entbindung ohne Komplikationen vier Tage und
  • nach einem Kaiserschnitt bis zu sieben Tage in der Klinik.

Wer sich für eine Klinik als Geburtsort entscheidet, muss aber nicht zwangsläufig einen mehrtägigen Krankenhausaufenthalt beim Geburtstermin in Kauf nehmen: Viele Kliniken bieten auch eine ambulante Entbindung an. In diesem Fall können Sie, wenn die Klinikgeburt komplikationslos verläuft, schon wenige Stunden später mit Ihrem Baby die Klinik verlassen.

Besonders für Frauen mit einer Risikoschwangerschaft ist eine Klinik als Geburtsort ratsam. Aber auch viele Erstgebärende fühlen sich sicherer bei dem Gedanken, in einem gut ausgestatteten Klinikkreißsaal zu entbinden als in den eigenen vier Wänden oder im Geburtshaus, wo in der Regel kein Arzt anwesend ist. Nachteil einer Klinikgeburt ist, dass Sie womöglich die Hebamme, die Ihnen bei der Entbindung zur Seite steht, nicht kennen. Dauert die Geburt länger, kann sogar währenddessen ein Schichtwechsel erfolgen, sodass Sie eine neue, aber ausgeruhte Hebamme bekommen.

Bevor Sie sich für eine Klinik als Geburtsort entscheiden, können Sie bei verschiedenen Einrichtungen in Ihrer Nähe vorbeischauen, um die Ausstattung der Geburtenstation und des Kreißsaals zu vergleichen. Gespräche mit Frauen, die dort schon entbunden haben, können Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen. Außerdem ist ein guter Kontakt zum Klinikpersonal wichtig, damit Sie sich während der Klinikgeburt wohl fühlen und sich fallen lassen können.

Nicht zuletzt können Sie sich vor einer Klinikgeburt erkundigen, welche Hebammen in Ihrer Gegend als sogenannte Beleghebamme in einer Klinik Geburten begleiten. So können Sie sicher sein, am Geburtsort eine Hebamme bei sich zu haben, die Sie kennen und bei der Sie sich sicher fühlen.