Frühgeburt: Wie geht es weiter?

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (06. Juni 2016)

Nach der Frühgeburt kann sich das Frühchen im Brutkasten (Inkubator) von den Strapazen erholen. Im Brutkasten werden Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant gehalten und die Luft mit Sauerstoff angereichert. Außerdem ist das noch anfällige Immunsystem des Neugeborenen hier gut geschützt. Durch spezielle Eingriffe ist es möglich, Körperkontakt zum Frühchen aufzunehmen.

Frühchen, die vor der 32. Schwangerschaftswoche (SSW) zur Welt kommen, können Milch häufig noch nicht richtig verdauen. Daher werden sie zunächst mit einer Mischung aus Zucker und Wasser ernährt. Da die Muttermilch wichtige Nährstoffe in hoher Konzentration enthält, bekommt das Frühchen diese, sobald es sie gut vertragen kann.

Eine Frühgeburt ist immer mit einer hohen Belastung für Mutter und Kind verbunden. Um die emotionale Bindung zwischen Baby und Eltern zu unterstützen und dem Frühchen bei der Stressbewältigung zu helfen, wird in vielen Kliniken der Körperkontakt gefördert, indem das Neugeborene für einige Stunden am Tag nur mit einer Windel bekleidet oder von Decken umhüllt auf die unbekleidete Brust oder den Bauch von Mutter oder Vater gelegt wird (sog. Känguru-Methode).

Wann das Baby nach Hause darf, hängt davon ab, wie es sich entwickelt, ob es selbstständig trinken kann und ob Komplikationen bestehen.

In der Regel gilt sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt der Mutterschutz. Bei einer Frühgeburt verlängert sich die Zeit nach der Geburt auf zwölf Wochen. Außerdem wird die Zeit, die vor der Geburt nicht in Anspruch genommen werden konnte, hinzu gerechnet.