Frühgeburt: Diagnose

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (06. Juni 2016)

Die Diagnose einer drohenden Frühgeburt ergibt sich aus Symptomen wie

  • dem Einsetzen vorzeitiger Wehen,
  • Springen der Fruchtblase oder
  • Öffnung und Erweichung des Muttermunds bei gleichzeitiger
  • Verkürzung des Gebärmutterhalses (Zervixinsuffizienz).

Oft ergeben sich aus dem Gespräch mit der Schwangeren und aus der Untersuchung auch Hinweise auf die auslösenden Faktoren.

Um die Diagnose zu stellen, wird die werdende Mutter zunächst gründlich untersucht. So prüfen Arzt oder Hebamme unter anderem die Weite des Muttermunds und ob die Fruchtblase bereits gesprungen ist.

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung werden die Lage des Kindes, die Fruchtwassermenge und der Sitz der Plazenta kontrolliert; treten Blutungen auf, kann man mithilfe des Ultraschalls möglicherweise die Ursache feststellen. Zudem gibt der Ultraschall Aufschluss über Größe und Gewicht des Ungeborenen. Mithilfe des CTG (Kardiotokographie bzw. Kardiotopographie) werden zudem die Häufigkeit der Wehen und die Herztöne des Babys kontrolliert.

Außerdem kann der Arzt einen Fibronektion-Test machen. Hierfür nimmt er einen vaginalen Abstrich und untersucht diesen auf fetales Fibronektin. Fetales Fibronektin ist ein Stoff, der sich zwischen Gebärmutter und Fruchtblase befindet. Wenn sich der Körper der Mutter auf die Geburt vorbereitet, wird das Fibronektin frei und gelangt in die Scheide. Wenn fetales Fibronektin im Abstrich nachgewiesen werden kann, ist das ein klares Zeichen für die bevorstehende Geburt. Wird andererseits kein fetales Fibronektin nachgewiesen, kann eine Frühgeburt mit 99,2-prozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden.

Der Fibronektin-Test kann also ...

  • bei positivem Ergebnis eine Fehlgeburt nachweisen, auch wenn keine weiteren Symptome bestehen.
  • bei negativem Ergebnis eine Fehlgeburt ausschließen, auch wenn andere Symptome dafür sprechen würden.