Dammriss und Dammschnitt: Dammriss

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (09. September 2016)

Unter einem Dammriss versteht man eine Verletzung der Weichteile bei der Geburt, bei welcher die Scheidenhaut einreißt.

Ein Dammriss kann unterschiedlich ausgeprägt sein und lässt sich in vier Grade einteilen:

  • 1. Grades: Verletzung der Haut des Scheideneingangs und des Damms ohne Verletzung der Dammmuskulatur
  • 2. Grades: Riss der oberflächlichen Dammmuskulatur; der äußere Afterschließmuskel (Musculus sphincter ani externus) bleibt intakt; häufig mit ausgeprägtem Scheidenriss.
  • 3. Grades: Riss des Damms einschließlich des äußeren Afterschließmuskels
  • 4. Grades: kompletter Dammriss, bei welchem auch die Vorderwand des Enddarms (Rektumvorderwand) eingerissen ist

Kommt es zu einem Dammriss, näht der anwesende Arzt oder die Hebamme den Riss gleich anschließend an die Geburt. Im Allgemeinen heilen Dammrisse ohne Komplikationen ab. Wurde die Muskulatur verletzt, können kühlende Kompressen Blutergüsse mildern und die Heilung fördern. Bei Dammrissen dritten und vierten Grades sollte man zusätzlich auf eine geregelte Verdauung und einen weichen Stuhlgang achten.

Selten können Dammfisteln entstehen und auch die früher häufige lang anhaltende Darminkontinenz, vor allem nach Rissen dritten und vierten Grades, ist heute äußerst selten.

Kurze Sitzbäder (max. zwei Minuten) unterstützen die Abheilung eines Dammrisses. Elastische Ringe aus dem Sanitätshaus entlasten das Gewebe beim Sitzen und geben Schutz und Halt.