Wassergeburt: Ablauf einer Wassergeburt

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (29. Juli 2017)

Bei einer Wassergeburt liegt, sitzt oder hockt die Schwangere während der Eröffnungs- und Austreibungsphase in der sogenannten Gebärwanne, deren optimale Wassertemperatur zwischen 36 und 38°C liegt:

  • Die Gebärwanne bietet genügend Bewegungsfreiraum für alle Gebärpositionen, welche die Gebärende während des Geburtsvorgangs einnehmen möchte.
  • Arzt, Hebamme oder Partner können vom Beckenrand aus die Schwangere unterstützen.
  • Die Gebärwanne ermöglicht der Schwangeren für gewöhnlich einen einfachen, tiefen Einstieg. Häufig gibt es verschiedene Möglichkeiten für die werdende Mutter, sich festzuhalten, beispielsweise über Handgriffe am Wannenrand oder über kräftige Tücher, die von der Decke über der Wanne hängen.

Wann geht's ins Wasser?

Gewöhnlich steigt die Schwangere in der Eröffnungsphase ins warme Wasser. Das dient zum einen der Entspannung, außerdem kann es die Wehen verstärken und so die Geburt vorantreiben. In einigen Fällen bewirkt es jedoch das Gegenteil: Die Wehen lassen wieder nach oder verschwinden ganz. Die Schwangere kann in diesem Fall noch eine Weile (höchstens 30 Minuten) in der Wanne entspannen, die Geburt findet dann aber außerhalb der Wanne statt.

Wie läuft die Wassergeburt weiter ab?

Schreitet die Geburt in der Wanne voran, wird die Wassertemperatur mit der Zeit etwas nach unten reguliert. Das warme Wasser hilft vielen Schwangeren, mit den Geburtsschmerzen besser zurecht zu kommen. In dieser Phase ist es auch sinnvoll, die Wanne hin und wieder zu verlassen, um den Kreislauf anzuregen oder zur Toilette zu gehen.

Wie lange bleibt die Frau im Wasser?

Kurz vor der Austreibungsphase, in der sogenannten Übergangsphase, verlassen viele Frauen die Wanne, um sich vor dem Endspurt auszuruhen. Wenn sie im Wasser bleiben, ist es möglich, dass die Wehen jetzt noch einmal nachlassen – häufig dient das lediglich der Regeneration von Mutter und Kind, um noch einmal Kräfte für die Austreibungsphase zu sammeln.

Sobald das Baby geboren ist, heben Arzt oder Hebamme es an die Wasseroberfläche und legen es, mit dem Kopf über Wasser, auf den Bauch der frischgebackenen Mutter. Die Nabelschnur wird im Wasser durchtrennt. Während dieser Zeit, die Mutter und Kind noch im Wasser verbringen, wird das Neugeborene von einer weiteren Person (z.B. dem Partner) mit Wasser begossen, damit es nicht auskühlt.

Nach der Geburt steigt die frischgebackene Mutter mit Unterstützung aus der Wanne aus. Es ist wichtig, dass Mutter und Kind jetzt besonders warmgehalten werden, um nach dem Aufenthalt im Wasser nicht auszukühlen. Eine Möglichkeit ist, dass beide gemeinsam in ein großes Handtuch oder eine Decke gewickelt werden – so ist gleichzeitiges Bonding (also direkter Hautkontakt von Mutter und Kind) möglich.

Die Nachgeburt (Plazenta) wird in der Regel außerhalb der Wanne geboren, es ist aber auch möglich, dass auch die Plazentageburt im Wasser stattfindet.

Was ist mit PDA, CTG und Dammschnitten?

Um auch in der Wanne lückenlos die Wehenstärke und die kindliche Herzschlagfrequenz überwachen zu können, können kabellose Kardiotokographen (CTG) eingesetzt werden.

Dammrisse oder Dammschnitte sind bei einer Wassergeburt selten. Sollte dennoch ein Schnitt nötig sein, kann der Arzt oder die Hebamme diesen vom Beckenrand aus vornehmen.

Die Wehenschmerzen können bei einer Wassergeburt nicht per Spinalanästhesie oder Periduralanästhesie (PDA) gelindert werden.