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Selen bei Hashimoto-Schilddrüse

Redaktion GESUND (12. Mai 2014)

Das Metall Selen gibt es auch in Tablettenform - es könnte bei Hashimoto-Schilddrüse helfen. Foto: pa/Rumpenhorst

Selen bei Hashimoto-Schilddrüse: Was Nuklearmediziner bei dieser Krankheit raten, die zu einer Schilddrüsen-Unterfunktion führt. Im Frühjahr kann sie verstärkt aufflammen.

Im Frühjahr machen sich wieder vermehrt Schilddrüsenentzündungen bemerkbar, auch Hashimoto-Thyreoiditis genannt. Anzeichen für die Autoimmunerkrankung sind Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Gewichtszunahme. "Wer unter solchen Symptomen leidet, sollte nicht nur an Frühjahrsmüdigkeit denken, sondern auch eine Schilddrüsenerkrankung in Erwägung ziehen", sagt Prof. Detlef Moka, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN), in einer Mitteilung.

In 80 Prozent aller Fälle leiden Frauen darunter, vor allem im Alter von 40 bis 50 Jahren. "Die Erkrankung ist chronisch, flammt aber meist im Frühjahr auf, wenn sich das Immunsystem umstellt, Infekte bekämpft oder auf Pollen reagiert", so Moka.

Täglich Schildrüsenhormone einnehmen

Aus bisher nicht erforschten Gründen wendet sich die Körperabwehr gegen das eigene Schilddrüsengewebe und zerstört es allmählich. In der Folge sinkt die Produktion der Schilddrüsenhormone, was die Beschwerden wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion auslöst. "Weil die Erkrankung meist schmerzlos abläuft und sich mit allgemeinen Symptomen äußert, wird sie leicht übersehen", so Moka.

Weil die Schilddrüsenhormone wichtig für den Energiehaushalt im Körper sind, müssen sie bei sinkender Produktion von außen zugeführt werden. Meistens nehmen die Patienten ein Leben lang morgens eine Tablette (L-Thyroxin) auf nüchternen Magen mit etwas Wasser ein. "Bei einer guten Einstellung, die durch regelmäßige Blutwertkontrollen überprüft werden sollte, ist der Patient beschwerdefrei und die Lebenserwartung nicht vermindert", erläutert Moka. Besonders wichtig ist das in der Schwangerschaft, sonst drohen Entwicklungsstörungen beim Kind.

Zusätzliche Einnahme von Selen lindert Entzündungaktivitäten

"Dennoch fühlt sich ein Teil der Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis nicht gesund, obwohl der Hormonhaushalt den Laborwerten zufolge ausgeglichen ist", erläutert Nuklearmediziner Moka. In diesen Fällen kann die zusätzliche Einnahme von Selen hilfreich sein.

Das Spurenelement, das für die Funktion der Schilddrüse unverzichtbar ist, lindert die Entzündungsaktivitäten und balanciert das Immunsystem aus. "Die Patienten fühlen sich fitter, haben mehr Energie, das Allgemeinbefinden bessert sich", so Moka. Die Einnahme von Selen kommt vor allem für Patienten in Frage, deren Antikörper-Konzentrationen sehr hoch sind.

Quellen

Prof. Detlef Moka, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nuklearmediziner, Stuttgart, Mai 2014


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