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Rat und Service

Schlecht aufgeklärt vor der Beschneidung

Aus der ärztlichen Schlichtungsstelle (8. November 2012)

Die Narben nach einer Bescheidung führen bei einem erwachsenen Patienten zu erheblichen Problemen. Erst hinterher habe er erfahren, dass auch eine andere Behandlung möglich gewesen w#re, klagt er.

Der Vorgang: Bei dem 46-jährigen Patienten erfolgt wegen wiederholter Infektionen im Bereich der Eichel und einer relativen Verengung der Vorhaut sowie Verkürzung des Hautbändchens zwischen der Unterseite der Eichel und der Vorhaut eine teilweise plastische Beschneidung. Die Wunde verheilt jedoch schlecht. Es kommt zu Vernarbungen und dadurch zu Einrissen beim Geschlechtsverkehr, die mittels Laser behandelt werden. Der Patient wirft dem Arzt vor, mit ihm keine Alternativen zur Operation besprochen zu haben. Er meint, dass für ihn ein konservatives Vorgehen richtig gewesen wäre.

Das Gutachten: Die Probleme des Patienten seien in der Tat sowohl operativ wie konservativ behandelbar gewesen, meint der Gutachter. Die Operation selbst sei allerdings korrekt durchgeführt worden. Auch hinsichtlich der Nachbehandlung seien keine Fehler erkennbar. Das Risiko von Narbenbildungen, die zu einer erneuten relativen Vorhautenge mit der Folge von Einrissen beim Geschlechtsverkehr führen können, liege in diesem speziellen Fall bei etwa 30 Prozent. Hierüber sei der Patient allerdings nicht aufgeklärt worden.

Die Entscheidung: Die Schlichtungsstelle folgt der Einschätzung des Gutachters. Es ist auch plausibel, dass sich der Patient bei einem so hohen Risiko entschieden hätte, die Beschneidung nicht vornehmen zu lassen. Die Beschwerden des Patienten durch die Narbenbildung sind als fehlerbedingt zu bewerten.

Infos: Schlichtungsstelle

Um Regressansprüche gegen Ärzte und Kliniken außergerichtlich zu lösen, haben die regionalen Ärztekammern Schlichtungsstellen eingerichtet. Die größe davon ist die Norddeutsche Schlichtungsstelle, Tel. (0511) 380-2416 Hans-Böckler-Allee 3, 30173 Hannover, die nicht nur Fälle aus Niedersachsen, sondern auch aus den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen behandelt. Weitere Informationen unter www.schlichtungsstelle.de. Das Verfahren ist für Patienten kostenlos.


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Quellen

Norddeutsche Schlichtungsstelle, Hannover, Okt. 2012






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