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Rat und Service

Der beste Platz fürs Medizinschränkchen

Von Barbara Bückmann (7. November 2012)

Alles im Blick bei den Arzneimitteln. Foto: pa/Bildagentur-online

Die richtige Lagerung von Arzneimitteln: Hitze und Feuchtigkeit kann die Wirksamkeit beeinträchtigen, kühl und trocken im Medizinschränkchen aufbewahrt halten sie am besten.

Arzneimittel sind mit einem Verfallsdatum versehen. In Deutschland wird die Haltbarkeit meist mit drei bis fünf Jahren angegeben. In diesem Zeitraum darf die Wirksamkeit nicht unter 95 Prozent des Anfangsgehaltes fallen, so sind die Vorgaben der Zulassungsbehörde. Sie werden danach aber nicht automatisch unwirksam oder schädlich. Wie lange sich Medikamente verwenden lassen, hängt auch von der jeweiligen Darreichungsform ab (Tabletten, Tropfen, Zäpfchen), vom jeweiligen Wirkstoff und davon, ob sie richtig gelagert wurden. Dr. Jörg Breitkreutz, Professor für Pharmazeutischen Technologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, gibt Tipps, wie man Arzneimittel am besten zu Hause aufbewahrt.

Kühler Ort

Medikamente sollten kühl gelagert werden, also am besten im Flur, im mäßig beheizten Schlafzimmer oder in der Vorratskammer. Im Bad oder Küche kann es durchs Duschen und Baden oder Backen und Kochen zwischendurch wärmer werden, sie sind als Lagerort ungeeignet. Höhere Temperaturen beschleunigen chemische Prozesse. Es kann also passieren, dass sich der Wirkstoff schneller abbaut oder die Trägerstoffe sich verflüssigen oder schmelzen. Alles oberhalb der normalen Raumperatur ist ungünstig.

Arzneimittel, die gespritzt werden und körpereigene Proteine enthalten (Insulin, Heparin, Hormone), sollten auf jeden Fall im Kühlschrank bei 2 bis 6 Grad Celsius gelagert werden, sonst können sich die darin enthaltenen Wirkstoffe zersetzen. Auch die meisten der mit Leistungswasser zu Hause angemischten Antibiotikasäfte für Kinder gehören in den Kühlschrank. Mit dem Wasser können Bakterien in die Lösung gelangen, die sich bei Raumtemperatur stark vermehren würden. Aber: Bei der Lagertemperatur sollte immer die Empfehlung auf der Schachtel oder dem Beipackzettel eingehalten werden.

Manchmal ist Kühllagerung auch schädlich. Medikamente brauchen ein trockenes Plätzchen. Auch aus dem Grund sind Bad und Küche ungeeignet. Die meisten Verpackungen sind nicht absolut wasserdampfdicht. Das gilt auch für die bei Tabletten oder Kapseln üblichen Blisterpackungen aus Alu und Plastik. Sowohl die Trägerstoffe als auch einige Wirkstoffe können empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren.

Mit Packung und Beipackzettel

Medikamente sollten in einem verschließbaren Behältnis aufbewahrt werden, das Kinder nicht öffnen können, am besten einem Arzneimittelschränkchen. Es kommt immer wieder zu Vergiftungsunfällen. Im Medizinschränkchen haben Sie einen guten Überblick, in einem Karton oder einer Plastikkiste herrscht oft Durcheinander und man findet nicht gleich die benötigte Arznei.

Beipackzettel. Foto: pa/dpa-Themendienst/BrichtaBild: Nicht ohne Beipackzettel. Foto: pa/dpa-Themendienst/Brichta

Die Arzneimittel sollten mit der Verpackung und dem Beipackzettel aufbewahrt werden. Auf der Verpackung steht das empfohlene Ablaufdatum. Packungen ohne Verfallsdatum sollten Sie entsorgen. Insbesondere bei Säften und Tropfen sollten Sie vermerken, wann Sie die Packung angebrochen haben. Außerdem sollten sie notieren, für welche Beschwerden Sie das Medikament eingesetzt und in welcher Dosierung Sie es genommen haben. Der Beipackzettel ist wichtig, damit Sie bei einer Unverträglichkeit oder einer allergischen Reaktion nachsehen können, ob das eventuell eine Nebenwirkung des Medikamentes sein könnte. Haben Sie bei einem Medikament vergessen, wofür es eingesetzt wird, können Sie Ihren Apotheker fragen.

Eine Sprayfläschchen für jeden

Bei Nasensprays sollte für jedes Familienmitglied ein eigenes Fläschen reserviert sein. Die Behältnisse sind meist so konstruiert, dass Keime nicht ins Innere gelangen. Kommt die Spitze aber mit der Schleimhaut in Berührung, können sich darauf Bakterien absetzen. Die halten sich eine Weile, weil das Steigrohr immer etwas Feuchtigkeit enthält - und könnten ein anderes Familienmitglied infizieren.

Augentropfen sollten nach Anbruch nicht länger als vier bis sechs Wochen aufbewahrt werden. Beim Einträufeln können Bakterien ins Fläschchen gelangen, die sich dann vermehren. Konservierungsmittel, die das Keimwachstum hemmen, werden in Augentropfen kaum noch benutzt, weil sie das Auge reizen könnten. Länger hat man etwas von Augentropfen, die in Portionsfläschchen (Ophtiolen) abgefüllt wurde. Die kann man nach und nach anbrechen.

Nicht ohne ärztlichen Rat

Haben Sie Medikamente gelagert, die noch haltbar sind und Ihnen auf Rezept vom Arzt verordnet wurden, sollten Sie nicht ohne ärztlichen Rat einnehmen. Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Außerdem ist nicht jedes Medikament für alle Familienmitglieder geeignet. Nehmen Sie dauerhaft Medikamente ein, sollten Sie immer einen Wochenvorrat zu Hause habe und sich zum Beispiel rechtzeitig vor einem Urlaub eindecken. Es ist aber nicht sinnvoll, Medikamente zu horten.

Rezepturarzneimittel gleich verbrauchen

Bei Arzneimitteln, die in der Apotheke nach Rezept des Arztes für Sie angefertigt werden, ist die Haltbarkeit nicht getestet. Sie sollten es bis zu dem Verfallsdatum, das Apotheker auf der Flasche oder dem Salbentiegel vermerkt hat, verbrauchen.

Infos: Wie man verdorbene Medikamente erkennt

Medikamente entsorgen. Foto: pa/dpaSalben werden ranzig, Gelkapseln schrumpeln. Was sie entsorgen sollten.


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Quellen

Dr. Jörg Breitkreutz, Professor für Pharmazeutische Technologie an der Universität Düsseldorf, Nov. 2012






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