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Matratzen: Was ist besser, hart oder weich?

Von Katrin Koelle (23. Januar 2009)

Die richtige Matratze stützt den Körper so, dass die Wirbelsäule nicht einknickt. Illustration: pa/medicalpictur

Schaumstoff, Latex oder Federkern? Matratzen gibt es viele. Doch welche die richtige ist, muss jeder selbst herausfinden. Die natürliche Form der Wirbelsäule muss unterstützt werden.

Nur eine teure Matratze ist eine gute Matratze? Von wegen! Die Stiftung Warentest ließ neun von zehn getesteten Hightech-Teilen gerade noch als "befriedigend" gelten - und die mit Abstand kostspieligste Viskosematratze (Durchschnittspreis um 1250 Euro) bekam sogar nur ein "ausreichend".

Stattdessen verwiesen die Berliner Tester ausdrücklich auf Matratzen aus früheren Checks, die sämtlich die Note "Gut" bekommen hatten. Die preiswerteste davon ist bereits ab etwa 149 Euro zu haben.

Am Geld allein liegt es also mitnichten, ob man gut liegt. Aber auch nicht unbedingt am Material - ob Schaum-, Latex- oder Federkernmatratze, spielt ebenfalls eine eher untergeordnete Rolle. "Es gibt bei jedem Matratzen-Typ gute Qualitäten, bei denen die Wirbelsäule richtig gelagert und die natürliche Form des Rückgrats unterstützt wird", erklärt Detlef Detjen von der deutschen Aktion Gesunder Rücken.

Zu harte Matratzen können auch schädlich sein

Schon gar nichts ist dran an der Devise "nur die Harten kommen in den Garten", jedenfalls nicht, wenn es um die beste Liegefläche geht. Experten vom Ergonomie Institut in München (EIM) haben bei Tests herausgefunden, dass harte Matratzen selbst einen kerngesunden, beschwerdefreien Rücken auf Dauer schädigen können. Ganz zu schweigen von einem bereits lädierten!

Bild: Vor dem Matratzen-Kauf sollte man sich ausführlich beraten lassen. Foto: PA/dpa

Denn zum einen leidet der Rücken auf harten Unterlagen an der ungleichen Druckverteilung, die Knochen und Gelenke ungleich über- und unterbelastet. Zum anderen kommt es besonders bei Seitenschläfern durch das Einknicken der Wirbelsäule im Nackenbereich zu Durchblutungsstörungen, Muskelverspannungen und Schmerzen. Eine Matratze, die dem Körper gar keinen Widerstand bietet, ist hingegen auch nicht das Wahre.

Wie so oft gilt auch in Sachen Schlafstatt: Der goldene Mittelweg ist in der Regel der beste. Die Fachleute vom EIM kamen bei ihrer Studie zu dem Schluss, dass eine mittelweiche Matratze sich dem Körper optimal anpasst. Egal ob Matratzen im Inneren aus Federkern, Latex, Kokos, oder Schaumstoff besteht - wichtig sind die Liegezonen bzw. die Körperzonenunterstützung.

Ausnahmen gibt es selbstverständlich auch von diesen Regeln. Wer zum Beispiel überdurchschnittlich viel Gewicht auf die Waage bringt, braucht generell eine festere, härtere Unterlage. Ein ausgesprochenes Leichtgewicht andererseits fährt respektive schläft auch gut mit einer eher weichen Matratze.

Matratzen-Kauf: Der "Wohlfühlfaktor" ist entscheidend

Zwar ergab die Studie des Zentrums für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule in Köln, dass sich die Wirbelsäule auf Matratzen mit Taschenfederkern und Gel-Einlagen besonders gut regeneriert. Aber das muss nicht für jeden Schläfer gelten. Die Wissenschaftler hatten den Regenerationsgrad nach den objektiv messbaren Veränderungen der Wirbelsäule während des Schlafs einerseits und nach dem subjektiven Empfinden der Testpersonen andererseits bestimmt.

"Subjektives Empfinden" ist übrigens ein ganz entscheidendes Stichwort, denn sämtliche Fachleute vom Physiotherapeuten bis zum Schlafforscher sind sich darüber einig: Die beste Matratze ist immer nur die, auf der sich der Schläfer rundum wohlfühlt und erholsam schläft. "Um gut schlafen zu können, muss die Härte der Matratze für den Schläfer angenehm sein", erklären die Experten vom EMI.

Erlaubt ist also, was gefällt? Ja, aber es gibt kein Licht ohne Schatten: Gerade weil keine allgemeingültigen Regeln verraten, wer nun auf welcher Matratze tatsächlich wie in Morpheus´ Armen schlummert, gestaltet sich die Suche nach so einem Traum-Teil mitunter ziemlich aufwendig. Sach- und Fachkenntnis sind also gefragt, und schon deshalb empfiehlt nicht nur das Expertenteam der Webseite www.matratzenberatung.com: "Kaufen Sie Matratzen beim Fachhändler; lassen Sie sich umfassend beraten und nehmen Sie jedes Angebot wie ausführliches Probeliegen wahr, das Ihnen hilft, die für Sie passende Unterlage zu finden."

Gute Beratung und Probeliegen erleichtern die Entscheidung

Ein seriöser Händler sollte nicht nur ein einziges Schlafsystem oder einen bestimmten Matratzen-Hersteller anbieten, sondern unabhängig sein und verschiedene Marken und Systeme im Sortiment haben. "Ein seriöser Händler bietet Ihnen auch ein Umtauschrecht für den Fall, dass Sie doch falsch beraten wurden oder sich beim Probeliegen verschätzt haben."

Das kann relativ einfach passieren, nämlich dann, wenn die "Probezeit" zu kurz war. Um wirklich sicher zu sein, dass man auf der Unterlage seiner Wahl gut und schmerzfrei schläft, raten Schlafforscher dazu, eine Testzeit von mindestens 12 Wochen, im Zweifelsfall von bis zu sechs Monaten einzuplanen. Ein sogenanntes regulierendes Matratzen-System macht es möglich, dass der Händler Ihre Wunschmatratze auch zu einem späteren Zeitpunkt noch auf Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen kann.

Zeit, Nerven und Mühen kann man übrigens sparen, wenn man seine neue Matratze in einem der Bettenhäuser kauft, die über orthopädisch geschulte Mitarbeiter verfügen. Manche bieten auch eine manuelle Liegediagnose - oft in Zusammenarbeit mit einem Physiotherapeuten - und schneidern dann nach deren Ergebnis Matratzen quasi nach Maß.

Andere größere Händler verfügen bereits über eine Sensor-Matratze oder andere Systeme, die mithilfe eines Computerprogramms die individuellen Druckpunkte und die dadurch notwendige Beschaffenheit der Matratzen bestimmen. Und keine Sorge: Die Kosten für eine solche Analyse liegen zwar bei etwa 80 Euro und mehr. Doch in aller Regel verrechnet sie der Fachhändler bei einem Kauf mit dem Matratzen-Preis bzw. trägt sie selbst.

Service: Beratung per Mail

Fragebogen: Angesichts der verwirrenden Vielfalt an Matratzentypen und der Preisunterschiede ist es nützlich, wenn man bereits mit einer gewissen Vorstellung vom richtigen Objekt ins Geschäft geht. Dafür bieten Experten in Zusammenarbeit mit dem Facharzt Dr. Kellner einen Service im Netz an: Unter www.matratzenberatung.com/matratzenfragebogen kann man für die erste Orientierung einen Fragebogen ausfüllen.

Empfehlung: Hat man alle Fragen beantwortet und auf senden geklickt, folgt bald die persönliche Auswertung mit Empfehlungen für passende Matratzentypen. Der Service ist kostenlos, unverbindlich und Hersteller-unabhängig.

Quellen

Gespräch mit Detlef Dätje, Aktion Gesunder Rücken, Januar 2009
Matratzen-Test der Stiftung Warentest, www.test.de
Ergonomie Institut München
Studie des Zentrum für Gesundheit an der Deutschen Sporthochschule Köln, http://www.ingo-froboese.de/blog/nur-die-richtige-matratze-regeneriert-die-wirbelsaule-in-der-nacht/#more-427

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