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Hygiene im Haushalt

Von Ela Dobrinkat (24. April 2015)

Hygiene im Haushalt wird bei zunehmender Keimbelastung immer wichtiger. Foto: pa/chromorange

Wer es mit der Hygiene im Haushalt zu genau nimmt, kann resistente Bakterien züchten, warnen Experten. Wie man die Wohnung richtig sauber hält.

Zu viel oder zu wenig? Das ist die Gretchenfrage, wenn es ums Putzen in den eigenen vier Wänden geht. Während viele Schmutz und Keimen mit ätzenden Putzmitteln und Desinfektionsmitteln zu Leibe rücken, lassen andere wochenlang Zimmer einstauben und die Küche kleben. "Porentief rein" oder "zu 90 Prozent bakterienfrei" – wie es die Werbung gern propagiert - muss die Wohnung nach Ansicht von Hygiene-Experten nicht sein. Einfach nur "sauber" genügt.

Hygiene wichtig, denn resistente Keime nehmen zu

Sie warnen jedoch vor antibiotika-resistenten Keimen – die nicht nur in Krankenhäusern, sondern auch in Privatwohnungen zunehmen. Weil diese Keime vor allem Alte, Schwangere und Babys – also Menschen mit geschwächter Immunabwehr – krank machen können, sei es so wichtig, auch zu Hause die Hygiene-Regeln zu befolgen. "Viele halten zu Unrecht das Bad mit der Toilette für den hygienischen Hotspot der Wohnung", sagt Prof. Franz Daschner. Der emeritierte Professor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene am Uniklinikum Freiburg macht sich inzwischen mit seiner Stiftung viamedica für eine effizientere Hygiene in Kliniken stark. Doch in der Privatwohnung sei es vor allem die Küche, die Sauberkeit verlange. Darmbakterien wie Salmonellen, Campylobacter oder Escherichia coli siedelten auch dort und könnten Magen-Darm-Infektionen verursachen.

"Der schlimmste Fehler, den man dort machen kann, ist, rohes Geflügel auftauen zu lassen und mit dem blutigen Wasser an den Händen Schneidebretter, Putzlappen, Küchenwerkzeuge und andere Nahrungsmittel zu verseuchen", warnt Prof. Daschner. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat kürzlich auf die Bedeutung einer sauberen Küche hingewiesen. Hygienemängel im Umgang mit Lebensmitteln verursachen den Schätzungen zufolge mindestens 100.000 Krankheitsausbrüche pro Jahr. Infektionen würden neben verunreinigter Rohkost hauptsächlich durch tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milch oder Eier ausgelöst, die roh verzehrt oder vor dem Essen nicht ausreichend erhitzt worden seien. Dabei genügten schon zwei Minuten bei 70 Grad, um die meisten Keime abzutöten.

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