Gaumenspalte im Mutterleib erkennen

Redaktion GESUND (29. April 2014)

Ultraschalluntersuchung einer Schwangeren im dritten Monat. Foto: pa/ZB

Gaumenspalte im Mutterleib erkennen: Feindiagnostik-Ultraschall kann Fehlbildungen wie Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten vor der Geburt diagnostizieren.

Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten gehören zu den häufigsten angeborenen Fehlbildungen. In Deutschland kommen etwa 15 von 10.000 Kindern mit solchen Anomalien zur Welt. Nur etwa die Hälfte davon wird vor der Geburt entdeckt. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum) rät Eltern, die eine Fehlbildung befürchten, zur feindiagnostischen Untersuchung durch einen qualifizierten Pränatalmediziner.

"Wird eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte vor der Geburt erkannt, haben die Eltern Gelegenheit, sich über das Krankheitsbild zu informieren und sich auf die Zeit nach der Geburt vorzubereiten", sagt Degum-Sprecherin Prof. Annegret Geipel, Leitung Pränatale Medizin, Abteilung für Geburtshilfe und Pränatale Medizin am Universitätsklinikum Bonn. Häufig müssten Kinder direkt nach der Geburt behandelt und später operiert werden.

In Holland Pflichtprogramm in der Schwangerschaftsvorsorge

Wie es in der Mitteilung der Degum weiter heißt, sehen die Mutterschaftsrichtlinien in Deutschland  keine gezielte Untersuchung des kindlichen Gesichts vor. In den Niederlanden gehören sie zum Pflichtprogramm der Schwangerschaftsvorsorge. Auch in Frankreich und England liegt die Entdeckungsrate angeborener Fehlbildungen weitaus höher, bei 70 und 90 Prozent der Fälle. Die entsprechenden Daten stammen aus dem Eurocat-Netzwerk.

Eine feindiagnostische Untersuchung in einer Spezialeinrichtung für Pränatalmedizin kostet hierzulande auf eigenen Wunsch zwischen 200 und 400 Euro. Bei einem konkreten Verdacht oder Risiko, wie etwa bereits aufgetretenen Fällen in der Familie, kann der Frauenarzt eine Überweisung ausstellen, dann bezahlt die Krankenkasse die Untersuchung.

Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalte ab der 14. Woche zu erkennen

Lippen-, Kiefer- und Gaumenspalten bilden sich bereits zu Beginn der Schwangerschaft. "Bereits ab der 14ten Schwangerschaftswoche kann ein erfahrener Untersucher im Ultraschall erkennen, ob eine entsprechende Fehlbildung vorliegt", erklärt Geipel.

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (Degum), Stuttgart, April 2014



Apotheken-Notdienst