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Rat und Service

Erkältung: Hausmittel lindern Beschwerden

Von Maggie Riepl (24. September 2014)

Schnupfen und Halsweh bei Erkältung: Hausmittel lindern die Beschwerden. Foto: Getty/Bradbury/OJO

Eine Erkältung kann ganz schön lästig sein. Hausmittel wie Zwiebeln, Tees, Wickel und Hühnersuppe helfen auf sanfte Weise.

Ein grippaler Infekt ist nicht gefährlich, aber lästig. "Erkältungsinfekte dauern meist etwa sechs Tage", sagt Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten. Sie sind meist harmlos - aber unangenehm. Man sollte die Beschwerden dennoch nicht mit Medikamenten "wegbügeln", rät Hans-Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband.

Es gibt ohnehin keine "Sofort-wird-alles-wieder-gut"-Präparate, stellte die Stiftung Warentest fest, die im September 2014 fast 50 freiverkäufliche Präparate gegen Erkältung und grippale Effekte auf ihre Wirksamkeit getestet hat. Im Jahr 2012 bewertet sie 300 Erkältungsmittel zum Selberkaufen.

Hausmittel aus altbewährten Zutaten

Viele Menschen schwören daher bei Erkältung auf Hausmittel. Heilen können sie eine Virusinfektion nicht. "Ich rate meinen Patienten dennoch zu solchen Mitteln, so unterstützt man den Körper und lindert Symptome", sagt Mühlenfeld.

Eines ist vielen Hausmitteln gemein: Sie ersetzen die ausgeschwitzte Flüssigkeit. Sie befeuchten außerdem die Schleimhäute, so dass sie sich gegen Eindringlinge schützen kann, und kurbeln mit ihrer Wärme die Durchblutung an. Die Beschwerden auf sanfte Weise zu lindern, rät auch Hausärztin Dr. Roda Dietrich aus Hamburg. Es gibt altbewährte Zutaten.

Zwiebel-Sirup als Schleimlöser

"Viele Pflanzen, die schon unsere Vorfahren verwendeten, enthalten antibakterielle und antivirale Stoffe, mit denen man auf den Körper auf natürliche Weise unterstützen kann", sagt die Medizinerin. Zum Beispiel gilt Omas Zwiebelsirup mit seinen ätherischen Ölen genauso als Schleimlöser wie Hustensaft aus der Apotheke. Dafür einfach eine Zwiebel klein schneiden, mit Honig übergießen und eine Stunde ziehen lassen. Dann den Sirup teelöffelweise einnehmen.

Meerrettich war im Mittelalter ein Medikament

Viele Pflanzen enthalten entzündungshemmende Stoffe, wirken wie ein natürliches Antibiotikum. Meerrettich wurde schon im Mittelalter als Medikament genutzt, z. B. bei Fieber, Ohrenentzündungen oder Verdauungsbeschwerden, wie Heilpraktiker René Gräber aus Preetz berichtet. Für eine natürliche Erkältungsmedizin 2 EL frisch geriebenen Meerrettich mit Zwiebelsaft und 1 EL Honig verrühren. Alle drei Stunden einen Esslöffel einnehmen. Auch Knoblauch soll antibiotisch wirken. Wenn man Zwiebel- und Knochlauchstücke mit einer Schnur zur Kette bindet und neben das Bett hängt, soll dies auch den Nasenschleim lösen.

Lindenblütentee trinken

Viel trinken, ist bei Erkältungen hilfreich. Dadurch wird der Schleim in den Atemwegen verflüssigt und der Speichel, der Abwehrstoffe gegen Viren enthält, wird vermehrt, sagen die Warentester aus Berlin. Z. B. Linden- und Holunderblütentee bringen den Körper zum Schwitzen. Am besten losen Tee verwenden. Eine bewährte Erkältungsmischung: 30 g Holunderblüten, 20 g Lindenblüten, 25 g Thymiankraut, 25 Hagebutteschalen mischen, mit 1 L kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Zwei Tassen pro Tag trinken.

Süßholz lindert den Hustenreiz

Salbeitee ist angenehm bei Halsschmerzen. Der wie Lakritze schmeckende Süßholztee enthält Glycyrrhizin, das den Hustenreiz lindert. Wirksam gegen Husten sind auch Spitzwegerich, Efeu, Eibisch, Isländisch Moos und Thymian.

Ingwerwasser ist in der kalten Jahreszeit beliebt, weil es wärmt. Das kann man sich auch bei Erkältungen zunutze machen. Einige Scheiben frischen, geschälten Ingwer mit Wasser aufkochen, pur trinken oder nach Belieben Zitronensaft und Honig dazugeben.

Lapacho-Tee als Nasenspülung

Lapacho war bereits bei den Inkas in Südamerika ein beliebtes Heilmittel. Nicht nur als Tee zum Trinken, sondern auch als Nasentropfen oder Nasenspülung: 2 TL Lapacho mit 1 Liter kochendem Wasser aufgießen, 20 Min. ziehen lassen, eine Prise Salz hinein geben und als Nasenspülung oder Nasentropfen verwenden.

Mit Kamille oder Salbei gurgeln

Die ätherischen Öle in Salbei- und Kamillentee sollen gegen Entzündungen von Hals und Mandeln helfen. Deshalb werden sie seit langem bei Erkältung als sanfte Hausmittel genutzt. Dazu zwei Teelöffel Salbeiblätter oder Kamillenblüten in einem halben Liter Wasser aufkochen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Mehrmals täglich mit der heißen Flüssigkeit intensiv gurgeln, den Tee immer ausspucken. Salbei unterstütze die Schleimhautoberfläche, ihr natürliches Milieu wiederherzustellen und so die Viren loszuwerden, erklärt Hausarzt Mühlenfeld.

Auch Inhalieren tut den Schleimhäuten gut. Kamille im Aufguss wirke austrocknend, was bei trockenem Husten kontraproduktiv wäre. "In dem Fall sollte man Salbei oder Kochsalz hinzugeben", rät er. Lesen Sie auch den GESUND-Beitrag Welche Pflanzenextrakte bei Erkältung helfen und Inhalieren: Wie man es richtig macht.

Heiße Fußbäder heben die Körpertemperatur

Fieber bei einer Erkältung. Foto: PA/ChromorangeBild: Bei Fieber können kalte Wickel helfen. foto: PA/Chromorange.

Heiße Fußbäder können bei beginnender Erkältung helfen, denn sie heben die gesamte Körpertemperatur an. Man beginnt mit 35 Grad, kippt alle fünf Minuten heißes Wasser zu bis auf 40 Grad. Ca. 20 Minuten die Füße baden, dann Wollsocken anziehen und ins Bett legen.

Ganzkörperbäder mit einem Zusatz aus Menthol-, Eukalyptus-, Thymian- oder Fichtennadelöl erhöhen ebenfalls die Körpertemperatur. Sie fördern die Durchblutung und lindern Gliederschmerzen. Die ätherischen Öle lösen Sekret aus Nase und Bronchien. Die Badewanne mit 38 Grad warmem Wasser füllen, entsprechenden Zusatz dazu geben und zehn Minuten baden. Mit Fieber sollte man auf ein Bad allerdings verzichten, es würde den Körper zu sehr belasten. Auch bei Kreislaufbeschwerden sollte man vorsichtig sein.

Quark-Wickel gegen Halsschmerzen

Wickel sind bewährte Hausmittel. Heiße Wickel fördern die Durchblutung, kalte Wickel können helfen, Fieber zu senken und Entzündungen zu lindern. Klassisch ist der Prießnitz-Wickel bei Halschmerzen, benannt nach dem österreichischen Naturheiler Vincenz Prießnitz. Dafür ein Leinentuch in kaltes Wasser tauchen, um den Hals wickeln und mit einem trockenen Tuch abdecken. Bei Halsweh bewährt sind auch Quarkwickel. Dafür kalten Speisequark auf ein Baumwolltuch streichen und eine Stunde um den Hals legen (bei Bedarf erneuern).

Wadenwickel gegen Fieber

Bei hohem Fieber werden häufig Wadenwickel angewendet: Dazu lauwarmes Wasser mit Essig mischen, Baumwolltuch tränken, auswringen und um die Wade wickeln. Ein Handtuch darüber legen. Bei Bedarf wiederholen. Das könne ebenso helfen wie die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol, schreibt die Stiftung Warentest. Allerdings hat Fieber einen Sinn, es aktiviert das Immunsystem. Daher sollte man fiebersenkende Maßnahmen erst ab 38, 5 Grad (rektal gemessen) einsetzen, rät die Stiftung.

Kartoffel-Wickel gegen Kopfschmerzen

Gegen lästige Kopfschmerzen, die oft mit Erkältungen einhergehen, können Kartoffelwickel helfen. Dafür 1 Pfund Pellkartoffeln mit Schale zerdrücken, den Brei in ein Baumwolltuch wickeln und drei bis viermal am Tag auf die Stirn legen. Bei Husten legt man den Kartoffelwickel so heiß wie möglich auf die Brust und lässt ihn mehrere Stunden einwirken.

Die Super-Suppe

Bild: Wohltuend bei Erkältung: eine kräftige Hühnersuppe mit viel Gemüse. Foto: Getty Images/Foodpix

US-Forscher haben in Studien nachgewiesen: Hühnersuppe tut gut bei Erkältungen, der Krankheitsverlauf wird abgemildert. Das funktioniert allerdings nur bei einer frisch gekochten Suppe aus einem Suppenhuhn und Gemüse. Mit viel Zwiebeln, gewürzt mit Ingwer und Knoblauch, wirkt sie noch intensiver. Durch das im Hühnerfleisch enthaltene Cystein werden Entzündungen bekämpft. Die Suppe enthält außerdem Zink und Calcium zur Stärkung der Abwehr.

Andreas Waltering vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist da zwar skeptisch, die Methoden der Studien seien zweifelhaft. Gute vergleichbare Studien gebe es nicht. Doch auch Waltering rät nicht von Hühnersuppe ab: "Sie enthält Mineralien, und man ersetzt mit ihr die Flüssigkeit, die man durch Schwitzen, etwa durch erhöhte Temperatur, verliert."

Am besten ist vorbeugen

"Am besten ist es vorzubeugen und die Abwehrkräfte zu stärken, zum Beispiel durch Bewegung an der frischen Luft, Sauna, Wechselduschen, und Vitamin-C-reiche Getränke wie heißer Holundersaft", rät Allgemeinmedizinerin Dr. Roda Dietrich.

Hausmittel weltweit:

Auf der ganzen Welt greift man bei Alltagskrankheiten zu traditionellen Hausrezepten. Beispiele aus anderen Ländern:

Spanien Bei Halsschmerzen gurgelt man mit frisch gepresstem Zitronensaft.

Portugal Husten wird hier mit einem Mix aus 2 Eidottern und 2 El Honig bekämpft. Kann auch mit frischem Orangensaft aufgefüllt werden.

China Bei Erkältung wird Ingwerwasser gekocht und heiß in kleinen Schlucken getrunken.

Iran Bei Fieber isst man Wassermelone.

Russland Hier hat Volksmedizin eine große Bedeutung. Ärztin und Buchautorin Natalia Aleksandrowa schwört auf natürliche Mittel wie Körper-Abreibungen mit Apfelessig bei hohem Fieber, Einreibungen von Brust und Rücken mit Gänsefett-Honig-Gemisch bei Bronchitis oder den Verzehr von drei frischen Knoblauchzehen bei Halsweh.


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Quellen

Peter Walger, Berufsverband Deutscher Internisten, September 2014
Hans-Michael Mühlenfeld, Deutscher Hausärzteverband, September 2014
Andreas Waltering, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Köln, September 2014
Gespräch mit Roda Dietrich, Hausärztin in Hamburg, November 2012
Stiftung Warentest: Zeitschrift "test", 12/2012
Stiftung Warentest, Test Erkältung - Medikamente selbst gekauft, September 2014






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