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Alkohol-Konsum trübt die Erinnerung

Von Ela Dobrinkat (1. August 2014)

Exzessive Alkohol-Trinker müssen mit Langzeitfolgen rechnen. Foto: pa/dpa Themendienst

US-Forscher haben entdeckt, dass exzessiver Alkohol-Konsum dem Gedächtnis schadet. Die Zerstörung der kognitiven Fähigkeiten ist offenbar ein schleichender Prozess.

Wer sehr viel Alkohol trinkt, muss später mit Gedächtnisstörungen oder sogar mit einer Demenz rechnen. Das ist das Ergebnis einer US-Studie, die sich auf Befragungen von Personen mittleren und hohen Alters stützt. In der Mitte ihres Lebens hatten sich die Probanden selber als problematische Alkohol-Trinker geoutet. Auch in Deutschland wird übermäßig viel Alkohol getrunken.

Wann gilt man als "problematischer Trinker"?

Für die Health and Retirement Study befragten  Wissenschaftler 1992 insgesamt 6500 Personen nach ihrem Alkoholkonsum.  Bei bereits einer positiven Antwort galt der Proband als problematischer Alkohol-Konsument.  Die Fragen lauteten: 

1. Haben Sie jemals daran gedacht, weniger zu trinken?
2. Haben Sie sich schon einmal über die Kritik anderer über Ihr Trinkverhalten geärgert?
3. Haben Sie sich schon einmal wegen Ihres Trinkens schuldig gefühlt?
4. Hat Ihnen Alkohol schon einmal den Start in den Tag erleichtert?

Das Forscher-Team von der Universität Exeter setzte die Befragungs-Ergebnisse in Beziehung zu den in den nachfolgenden 19 Jahren regelmäßig durchgeführten Erinnerungs-Tests. Das Ergebnis: Die Probanden mit dem Alkohol-Problem hatten im Vergleich zu den anderen Studien-Teilnehmern doppelt so häufig schlechte Ergebnisse. In den Gedächtnis-Tests sollten sie sich beispielsweise mehrere Worte merken. 

Hirnschäden nicht erst im Endstadium

Die Forscher glauben nun, dass die Gedächtnisstörungen auf den langjährigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind. Es sei bekannt, dass exzessives Alkoholtrinken zu einem Absterben der Nervenzellen und zu einer Verminderung der Hirnsubstanz führe. Auch die Auswirkungen aufs Nervensystem, Leberfunktionsstörungen, Ernährungsdefizite und Vitamin-B1-Mangel schädigten das Gehirn und führten zu schweren Gedächtnisbeeinträchtigungen. Solche Schäden träten zwar erst im Endstadium alkoholkranker Personen auf, doch die Studie beweise, dass es schon viel früher zu kognitiven Störungen durch Alkoholkonsum komme.


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Quellen

Iain A. Lang et al., History of alcohol use disorders and risk of severe cognitive impairment: A nineteen-year prospective cohort study, ScienceDirect, June 2014, DOI: 10.1016/j.jagp.2014.06.001


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