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Risiko Vitamin-B12-Mangel

Von Vera Fischer (30. April 2013)

In Wurst und Fleisch steckt Vitamin B12, besonders viel in Kalbsleber. Foto: picture alliance/Kai Remmers

Wenn das Risiko für einen B12-Mangel erhöht ist: Nicht alle Menschen versorgen sich über die Ernährung ausreichend. Wie ein Defizit behoben werden kann.

Es sind Symptome, die manche aufs Alter zurückführen oder aufs Wetter: Man fühlt sich schlapp, wird vergesslicher, zuweilen etwas depressiv. Manchen Betroffenen kribbeln Hände oder Füße, die Zunge brennt oder sie werden unsicher beim Gehen. Ursache kann ein Mangel an Vitamin B12 sein.

Das Vitamin wird wegen seiner komplexen Molekülstruktur und der enormen Bedeutung für den menschlichen Organismus auch "König der Vitamine" genannt. "Vitamin B12 ist wichtig für die Blutbildung, die Zellteilung und die Nervenfunktion", sagt Prof. Ulrich Fölsch, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Unbehandelt könne ein Mangel zur Blutarmut, Anämie, führen.

In diesen Lebensmitteln steckt Vitamin B12

B12, auch als Cobalamin bezeichnet, findet sich nahezu ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln wie Fleisch oder Milchprodukten. So enthalten beispielsweise 50 Gramm Edamer oder Rinderfilet etwa 1 Mikrogramm B12, Kalbsleber 30 Mikrogramm.

"In tierischen Nahrungsmitteln ist genug Vitamin B12, um den Bedarf zu decken", sagt Prof. Regina Brigelius-Flohé vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam. Und der Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kommt zu dem Ergebnis, dass die Deutschen in ihrer großen Mehrheit mehr als die empfohlenen 3 Mikrogramm B12 pro Tag zu sich nehmen.

Jede vierte Frau und jeder 12. Mann liegen allerdings darunter. Besonders für Frauen, die sich Kinder wünschen, könne das zum Problem werden, sagt Prof. Brigelius-Flohé. "Mit einem B12-Mangel geht oft ein Folsäuremangel einher und der kann beim Fötus zu einem Neuralrohrdefekt, dem sogenannten offenen Rücken führen."

In Leber und Muskeln sind normalerweise Vorräte

Nun heißt eine ausreichende Zufuhr von B12 aber nicht automatisch, dass der Körper genug aufnehmen kann. Denn die Aufnahmemechanismen im Magen-Darm-Trakt sind kompliziert und störanfällig.

Umgekehrt führt ein B12-Mangel in der Nahrung meist nicht sofort zu einer Mangelsituation im Organismus. Denn in Leber und Muskeln sind normalerweise Vorräte dieses Vitamins angehäuft, die nach Schätzungen drei bis fünf Jahre reichen können.

Verzichtet man jedoch dauerhaft auf tierische Nahrungsmittel, wie Veganer, ist eine ergänzende Zufuhr von Vitamin B12 ratsam. "Wir haben in einer Untersuchung bei 70 Prozent der Vegetarier und 90 Prozent der Veganer einen Vitamin B12-Mangel festgestellt", berichtet Prof. Rima Obeid von der Uniklinik Saarbrücken. Auch 20 Prozent der Senioren ab 65 Jahre haben nach Erkenntnissen der Expertin für klinische Chemie einen B12-Mangel.

Ursache sei zum einen, dass viele Senioren Probleme beim Kauen hätten, vor allem bei Fleischgerichten, und insgesamt weniger Appetit, so Prof. Ralf-Joachim Schulz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie. Hinzu kommt, dass der Verdauungstrakt nicht mehr richtig funktioniert. Nach DGE-Angaben leiden 30 Prozent der Senioren unter einer chronischen Gastritis. "Da die Symptome hier eher indirekt sind, wird das oft nicht erkannt", sagt Schulz. Auch die sogenannten Protonenpumpenhemmer, die Ältere oft einnehmen müssten, verringerten die B12-Aufnahme.

Seite 2: Rat und Tipps für Risikogruppen

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