Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Medizin

Inhalieren: Wie man es richtig macht

Von Barbara Bückmann (6. Dezember 2012)

Bewährt: Das klassische Dampf-Bad mit Handtuch über dem Kopf. Foto: pa/dpa

Ins heiße Wasser kann man Kamille, Salbei oder ätherische Ölen geben. Manchmal hilft aber nur ein Elektro-Inhalator, der das Wasser vernebelt.

Wenn der Winter naht, kommt die Erkältungszeit. Bei Kälte trocknen die Schleimhäute der oberen und unteren Atemwege aus, sie werden anfälliger für Keime. Bei einer Infektion schwellen sie an und produzieren zu viel Sekret. Schleim verstopft Nase und Bronchien. Bei Schnupfen (Rhinitis) und Husten ist Inhalation ein gutes Mittel, um Beschwerden zu lindern und Ursachen zu bekämpfen. Das empfiehlt der Freiburger HNO-Facharzt Dr. Michael Deeg.

Das einfachste Rezept: Eine Schüssel mit heißem Wasser füllen, den Kopf darüber halten, ein Handtuch darüber ziehen und den Dampf fünf bis zehn Minuten mit tiefen, ruhigen Zügen einatmen. "Das befeuchtet die Schleimhäute von Nase und Nasennebenhöhlen." Verstopft zäher Schleim die Nebenhöhlen, können sich die Keime darin weiter ausbreiten und für eine Entzündung sorgen (Sinusitis).

Kamille, Salbei, ätherische Öle

Zum Inhalieren bewährt haben sich pflanzliche Mittel: Vor dem Aufgießen Kamillenblüten, Salbeiblätter, Kamillenextrakt oder ätherische Öle aus Eukalyptus, Fichtennadeln oder Latschenkiefer in den Topf geben und den angereicherten Dampf mit tiefen und ruhigen Atemzügen einatmen.

Die leicht flüchtigen Stoffe werden vom Wasserdampf zu den Schleimhäuten transportiert und wirken dort entzündungshemmend und keimtötend, verflüssigen den Schleim und aktivieren die Flimmerhärchen, die den Schleim in Richtung Rachen abtransportieren.

Gelkapseln öffnen und den Inhalt auflösen

Bild: Plastik-Inhalator. pa/ZB/Pleul

 Die mildeste Form der Inhalation mit pflanzlichen Mitteln ist Kamille. "Ätherische Öle muss man vorsichtig dosieren, sie können die Augen reizen oder Hustenreiz auslösen", so Deeg. Die Öle gibt es in Tropfen- oder Salbenform, man kann auch eine der Gelkapseln, die man bei Nasennebenhöhlenentzündung schluckt, öffnen und den Inhalt im heißen Wasser auflösen.

Der Topf hilft so gut wie der Plastik-Inhalator

Ob man die Wirkstoffe aus einem Topf oder einem Plastik-Inhalator einatmet, ist egal, meint HNO-Experte Deeg. Plastik-Inhalatoren sind in Apotheken erhältlich und haben einen Aufsatz, den man über Nase und Mund schiebt.

Wichtig: Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung ist die Dampf-Inhalation eher schädlich, die Hitze kann die Schleimhaut noch stärker anschwellen lassen. Für Kinder ist die Heiß-Inhalation unpraktisch, sie könnten sich verbrühen.

Inhalier-Salben für Kinder

Bei kleineren Kindern können ätherische Öle in zu hoher Konzentration außerdem Atemnot auslösen. Praktischer sind daher Inhaliersalben, die die Öle in altersgemäßer Dosierung enthalten. Man reibt sie auf Brust und Rücken, wo die Öle nach und nach verdampfen. Für Babys gibt es mildere Varianten, auch als Tropfen. Die gibt man einfach auf den Strampler.

Wann ein Vernebler angeraten ist

Bild: Bunter Vernebler, der Kinder die Angst vorm Inhalieren nehmen soll. pa/dpa/Schimm

Bei schleimigem Husten, bei dem sich Sekret in den Bronchien festgesetzt hat, hilft die Wasserdampf-Inhalation nicht, die freiwerdenden Wassertröpfchen sind nicht fein genug, um die unteren Atemwege zu erreichen. Hier empfiehlt Mediziner Deeg einen Vernebler. Die elektrischen Inhaliergeräte werden mit destilliertem Wasser oder Kochsalzlösung gefüllt und zerstäuben diese. Die Wasserpartikel atmet man durch ein Mundstück ein.

Sterile Kochsalzlösung ist in Fläschchen erhältlich, bei denen man die nötige Menge mit einer Spritze aufzieht und in das Gerät füllt. Das Hantieren mit der Spritze ist nicht jedermanns Sache. Es gibt Kochsalzlösung auch abgepackt in Portionsfläschchen (Ophtiolen). Bei einer schweren Bronchitis kann der Arzt zusätzlich ein Medikament zum Inhalieren verschreiben.

Elektro-Inhalator auf Rezept

Bei chronischen Erkrankungen kann der Arzt den Vernebler (Preis ca. 170 Euro) verordnen, die Krankenkasse übernimmt die Kosten. Die Geräte sind auch in der Apotheke auszuleihen. Sie sind vom Babyalter an geeignet, manche Kinder schreckt aber der Brummton. Bei einem trockenen Reizhusten, der beispielsweise noch Tage nach einer abgeklungenen Erkältung plagt, hilft Inhalieren nicht. "Der Reizmechanismus ist ein anderer", sagt Mediziner Deeg.


Lesen Sie auch

Weitere Beiträge zum Thema Atemwege

Quellen

Gespräch mit Dr. Michael Deeg, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Freiburg, Nov. 2012






Anzeige