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Spitzwegerich ist Heilpflanze des Jahres

Von Ela Dobrinkat (1. Oktober 2013)

Spitzwegerich kommt häufig vor, er wächst überall am Wegrand. Foto: pa/Arco Images GmbH

Der Spitzwegerich ist zur "Arzneipflanze des Jahres 2014" gekürt worden. Wie Wissenschaftler die Heilpflanze einschätzen.

Eine unscheinbare, häufig vorkommende Pflanze ist von Wissenschaftlern der Universität Würzburg zur "Arzneipflanze des Jahres 2014" gekürt worden. Es ist der Spitzwegerich mit dem wissenschaftlichen Namen Plantago lanceolata. Die spitzblättrige Pflanze gilt in der Heilkunde als besonders vielseitig.

Pflanzen aus der Familie der Wegeriche werden schon seit Jahrtausenden als Arznei genutzt. Laut Medizinhistoriker Dr. Johannes Gottfried Mayer hat der Spitzwegerich, der innerlich als Tee und Sirup oder äußerlich anzuwenden ist, jedoch die stärkste Wirkung. Pharmakologische Untersuchungen hätten seine heilende Wirkung bei Atemwegserkrankungen wie Husten und Heiserkeit, Mund- und Rachen-Entzündungen und bei Verletzungen und Insektenstichen bewiesen.

Von der Heilpflanze werden die Blätter verwendet

Im Lauf der Jahrhunderte sind dem Spitzwegerich auch Heilkräfte bei Darm- und Menstruationsblutungen, Brandwunden, Tierbissen und Knochenbrüchen zugedacht worden. Zudem wurde er als Arznei gegen Asthma, Geschwüre und gegen Zahn- und Ohrenschmerzen eingesetzt.

Von der Pflanze werden die Blätter verwendet. Flavonoide, Kaffeesäurederivate, Saponin, Kieselsäure und Mineralstoffe wie Zink und Kalium gehören zu seinen Inhaltsstoffen. Seine wichtigsten sind  Iridoidglykoside mit antibakterieller Wirkung, Schleimstoffe (Polysaccharide) mit reizmilderndem Effekt und Gerbstoffe mit adstringierender und blutstillender Wirkung.

Das Spitzwegerichkraut wird in großen Mengen angebaut

Die Wissenschaftler der Universität Würzburg verstehen die Wahl der Pflanze auch als Aufforderung an die Wissenschaft, den Spitzwegerich und seine Wirkung weiter zu erforschen. Es gebe derzeit keine aktuellen klinischen Studien.

Die Arzneimittelhersteller verwenden das dem Spitzwegerich verwandte Spitzwegerichkraut (Plantaginis lanceolatae herba), das in Osteuropa und in Holland angebaut wird, in großen Mengen. Zur Blütezeit werden Blätter, Blütenstände und Teile des Stängels "geerntet". Das Kraut schmeckt bitter bis salzig. 


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Quellen

Spitzwegerich - Arzneipflanze des Jahres 2014, Dr. Johannes Gottfried Mayer, Institut für Geschichte der Medizin, Universität Würzburg, September 2013


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