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Medizin

Stammzell-Transplantation als Rettung fürs Auge

Von Klaus Fleck (6. Dezember 2012)

Die Hornhaut, die sich fortwährend erneuert, schützt die Pupille. Foto: pa/dpa

Verätzung durch Zement oder Lauge, Verbrennungen durch Böller: Nach einer Hornhautverletzung am Auge schützt eine Stammzell-Transplantation vor Erblindung. Wie die Operation durchgeführt wird. Welchen Patienten sie wie hilft.

Die Hornhaut ist die "Windschutzscheibe" des Augapfels. Damit wir klar und scharf sehen können, muss sie sich dabei fortwährend erneuern. Zuständig dafür sind Stammzellen, die in einem feinen Saum am Rand der Hornhaut – dem Limbus – heranwachsen und kontinuierlich in diese einwandern.

Werden diese Zellen durch Verätzungen oder Verbrennungen zerstört, dann droht ein nahezu vollständiger Verlust der Sehkraft, da die Oberfläche der Hornhaut immer weiter eintrübt. Eine Stammzell-Transplantation kann das Augenlicht jedoch retten.

Wenn Lauge ins Auge spritzt

Oft sind die Opfer einer Augenverätzung Handwerker wie Maler, Maurer oder Bergbauarbeiter, denen bei der Arbeit zum Beispiel durch das Platzen eines Schlauchs Putz, Säuren oder Laugen ins Auge gespritzt sind. Hornhautverbrennungen hingegen kommen typischerweise durch Silvesterknaller vor.

"Ist wie meistens nur ein Auge betroffen, dann transplantieren wir dem Patienten mit sehr guten Erfolgen Stammzellen von seinem gesunden auf das kranke Auge", erklärt Prof. Daniel Meller, Leiter des Hornhautlabors am Zentrum für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Essen. Sind beide Augen verletzt, kann eine Stammzellspende durch einen anderen Menschen aus dem Verwandten- oder Freundeskreis in Frage kommen. In diesen Fällen muss beim Patienten allerdings vermehrt mit Abstoßungsreaktionen auf das fremde Gewebe gerechnet werden.

Winziges Gewebestück aus dem gesunden Auge

Und so funktioniert die Methode: Aus dem gesunden Auge des Patienten oder Spenders entnehmen die Ärzte ein etwa zwei Quadratmillimeter großes Gewebestück mit Stammzellen. Ein Risiko für das gesunde Auge bestehe dabei kaum, versichert Prof. Meller.

Die entnommenen Stammzellen (Limbus-Transplantate) werden im Essener Labor auf einer Membran aus Fruchtblasengewebe gezüchtet bzw. vermehrt. "Diese Amnionmembranen stammen von Nachgeburten, die uns die Frauenklinik mit Zustimmung der Gebärenden zur Verfügung stellt", so Prof. Meller. "Nach etwa zwei Wochen sind genügend Stammzellen für eine Transplantation vorhanden. Wir pflanzen sie zusammen mit der Amnionmembran in das kranke Auge ein, wo sie in dessen Hornhaut integriert werden und diese zunehmend wieder transparenter machen."

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