Was Jugendlichen gegen Akne hilft

Von Barbara Dötsch (8. Dezember 2014)

Neue Akne-Präparate lassen die Pickel fast vollständig verschwinden. Foto: pa/Waldhäusl

Experten sagen, welche Mittel gegen leichte und schwere Akne wirksam sind und was bei der Pflege der Haut zu beachten ist.

Für die meisten Jugendlichen hat die Pubertät einen hässlichen Begleiter: Akne. Schuld ist unter anderem das Hormon Testosteron, das ab dem zehnten Lebensjahr auch bei Mädchen die Produktion der Talgdrüsen stimuliert. Aber wer rechtzeitig zum Dermatologen geht und einige Regeln bei Speiseplan und Kosmetik beherzigt, bei dem werden die Pickel nicht zum langwierigen Makel.

Es gibt keinen Jugendlichen, der keine Pickel hat, sagt Dr. Matthias Steinhoff, Oberarzt an der Klinik für Dermatologie an der Berliner Charité. Ob es sich dabei um einfache Hautunreinheiten oder um Akne handelt, sollte nur ein Dermatologe diagnostizieren.

Meist verschwindet die Akne von selbst wieder

Doch meist verschwindet die Akne von selbst wieder – und bis dahin lassen sich die Pickel mit Make-up vorübergehend verdecken. Allerdings sollten Make-up-Produkte danach ausgewählt werden, dass sie die Talgdrüsen nicht verstopfen. Denn verstopfte Drüsen sind Schuld an den Mitessern. Darauf weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hin.

Bei der Behandlung mit einem Aknemittel ist Geduld gefragt, denn viele wirken erst nach einigen Wochen bis Monaten. Ständig neue Mittel auszuprobieren, bringt deshalb nichts. Jungen und Mädchen mit Akne sollten außerdem die Haut nicht zu häufig reinigen: Das reizt sie und kann die Akne verstärken. Gleiches gilt für das Ausdrücken von Pickeln. Für Jungen ist beim Rasieren wichtig, ganz vorsichtig zu sein und die Haut möglichst nicht zu verletzen. Hautcremes haben am besten einen geringen Fettanteil – gut sind Produkte auf Gel-Basis, die den Abfluss des Talgs – des Hautfetts – erleichtern.

Bei Mädchen kommt auch infrage, die Anti-Baby-Pille gegen Akne zu nehmen, denn häufig enthalten die Pillen die weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Gestagen und können die Haut verbessern. Weil sie aber manchmal Nebenwirkungen haben, sollten sie zur Akne-Behandlung erst verschrieben werden, wenn andere Mittel nicht helfen.

Wirkungsvolle Medikamente gegen Akne

Für jeden Schweregrad der Akne gebe es inzwischen gute Therapien mit zumeist verschreibungspflichtigen Medikamenten. Bei der leichten Form bilden sich Komedonen (Mitesser) oder Pusteln. Mit Benzoylperoxid können Talgproduktion, Bakterienwachstum und Entzündung gehemmt werden, ebenso wie durch die Vitamin-A-Säure, die zudem den gestörten Verhornungsprozess im Follikelkanal normalisiert. Gegen Akne-Bakterien helfen Cremes, die mit Antibiotika wie Erythromycin und Clindamycin angereichert sind.

Selbst bei schwerwiegender Pickel-Neigung kann die Medizin eine dramatische Besserung erreichen. Dabei wird zum Beispiel Isotretinoin eingesetzt, das aber schwere Nebenwirkungen unter anderem auf die Leber haben kann. Außerdem ist das Mittel sehr fruchtschädigend, führt bei Föten zu Missbildungen. "Wir warnen Eltern und Mädchen und lassen vor der Verordnung jeder neuen Packung einen Schwangerschaftstest machen", sagt Steinhoff.

Der Gang zur Kosmetikerin gehört zur Therapie

Die meisten Dermatologen arbeiten Hand in Hand mit Kosmetikerinnen. Bei jungen Kunden mit Pickeln und Akne werde die Haut von Komedonen gereinigt und das Hautbild mit Peelings und Masken verfeinert, sagt die Berliner Kosmetikerin Anna Sladkova. Regelmäßigkeit ist bei der Behandlung eine Voraussetzung für Erfolg. Manche Studios bieten Sonderkonditionen, damit Jugendliche nicht ihr ganzes Taschengeld gegen Pickel ausgeben müssen.

Für die Heim-Therapie gegen Pickel sollten ph-neutrale Waschlösungen und milde Gesichtstonics verwendet werden, so Dermatologe Steinhoff. Auch für den Speiseplan hat er Empfehlungen. Dass Chips und Schokolade die Pickel verstärken, konnte bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden, aber Patienten berichten immer wieder von einer nahrungsmittelassoziierten Verschlechterung. Deshalb will Steinhoff zwar keinen allgemeinen Ratschlag geben, rät aber bei Auffälligkeiten den Verzehr von Fettigem, Scharfem und Alkohol zu vermeiden.

Quellen

Gespräch mit Dr. Matthias Steinhoff, Klinik für Dermatologie an der Berliner Charité, April 2009
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Dez. 2014


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