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Kinder

Mittelohrentzündung: Gefahr fürs Gehör

Von Ute F. Wegner (6. Dezember 2012)

Eine Mittelohrentzündung muss konsequent behandelt werden, um Hörschädigungen zu verhindern. Foto: pa/Arco Images

Kinder sind besonders heftig vom gefährlichen Flüssigkeitsstau bei einer Mittelohrentzündung betroffen. Was Mediziner Eltern raten. Manchmal lindern auch Hausmittel die Schmerzen.

Am häufigsten trifft die äußerst schmerzhafte Erkrankung der Ohren Kinder in den ersten fünf Lebensjahren: die akute Mittelohrentzündung, in der Fachsprache Otitis media acuta.

Die meisten von den Kleinen machen bereits bis zu ihrem dritten Geburtstag eine solche Infektion durch. "Rund ein Drittel der betroffenen Kinder erkranken mindestens dreimal, im schlimmsten Fall sogar noch deutlich häufiger", sagt Prof. Reinhard Berner, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden.

Mittelohrentzündung beginnt meist schleichend

Meist fängt eine Mittelohrentzündung harmlos mit einem Schnupfen an. Dabei können die "Erkältungsviren", sogenannte respiratorische Viren, aus dem Nasen-Rachen-Raum in das Mittelohr gelangen. Diese sind über die Ohrtrompete – oder auch Eustachische Röhre – miteinander verbunden. Ihre Aufgabe ist es, für einen Druckausgleich zu sorgen und das Mittelohr zu "belüften".

Gelangen Viren in das Mittelohr, entzünden sich die Schleimhäute, und die bei Kindern ohnehin sehr kleine Eustachische Röhre schwillt zu. Es kommt zum Flüssigkeitsstau im Mittelohr. Die Flüssigkeit drückt auf das Trommelfell und verursacht heftige Schmerzen. Bakterien, in der Regel Pneumokokken oder Keime der Gattung Haemophilus können sich ansammeln und eine eitrige Entzündung im Ohr hervorrufen.

Aus diesem Grund bekommen auch Jugendliche und Erwachsene, die von Natur aus eine kleine, enge oder flache Ohrtrompete haben, auch eine Mittelohrentzündung. "Das ist aber eher selten der Fall", sagt Prof. Berner.

Tipps für Eltern: Kraft der Zwiebel

Ein Hausmittel gegen Schmerzen sind Zwiebelsäckchen. Dazu ein dünnes Baumwolltuch mit ein bis zwei fein gehackten Zwiebeln füllen, zubinden und auf einem umgedrehten Kochtopfdeckel über Wasserdampf erwärmen. Das Päckchen auf das Ohr legen und mit einer Mütze, einem Tuch oder Wollstirnband befestigen und für eine Stunde liegen lassen.

Die schwefelhaltigen Dämpfe wirken schmerzlindernd und bekämpfen Viren und Bakterien. Die Anwendung der Zwiebelpäckchen kann ein- bis zweimal am Tag wiederholt werden.

"In aller Regel werden sie allein aber nicht ausreichen", sagt Prof. Reinhard Berner. "Verlangen Sie von Ihrem Kind kein falsches Heldentum und geben Sie ihm ruhig Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen als Zäpfchen oder Saft", rät der Mediziner.

Neben ausreichendem Trinken ist alles erlaubt, was dem Kind gut tut und ablenkt. Das kann Vorlesen sein, die Lieblingskassette hören oder ganz einfach mit dem Teddy kuscheln.
 

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