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Luftverschmutzung erhöht Allergie-Risiko

Redaktion GESUND (8. Mai 2015)

Kanadisches Verkehrsschild: Autofahrer sollen zum Schutz der Umwelt den Motor nicht laufen lassen. Foto: pa/Wildlife

Kanadische Wissenschaftler haben festgestellt, dass Luftverschmutzung das Allergie-Risiko erhöht. Ein Allergie-Test von einjährigen Kleinkindern zeigte positive Ergebnisse.

Eine kanadische Langzeitstudie zur Gesundheit von Kindern (CHILD) kommt zum Ergebnis, dass Luftverschmutzung Babys im ersten Lebensjahr anfällig für spätere Alltagsallergien mit unterschiedlichen Allergenen wie Katze, Hund, Milben, Schaben, Pollen, Pilze, Milch, Ei, Soja oder Erdnüsse macht. Man habe die Studie in Angriff genommen, da nicht nur in Kanada immer mehr Kinder und Erwachsene unter Allergien litten, erklärte Studienautor Michael Brauer, Professor an der Universität von British Columbia in Vancouver.

Allergie-Bereitschaft der Kinder durch Autoabgase?

Die Arbeit der Wissenschaftler, die im Umweltjournal Environmental Health Perspectives erschienen ist, will belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Stickstoffdioxid-Belastung der Luft – hauptsächlich durch Autoverkehr – und der allergischen Sensibilisierung der Kleinkinder gibt. 3500 Kinder aus vier großen Städten in Kanada wurden schon vor ihrer Geburt untersucht, nach einem Jahr wurde bei ihnen ein Allergietest (Prick-Test) vorgenommen, an dem 2477 kleine Probanden teilnahmen. Erstaunlich war die Anzahl der positiven Ergebnisse. Laut der Wissenschaftler bedeuten sie nicht, dass die Kinder schon sensibilisiert sind, sondern dass sie lediglich ein erhöhtes Risiko haben, an Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma zu erkranken.

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Allergie-Test bei Stadtkindern häufig positiv

16 Prozent der Babys reagierten auf mindestens ein Allergen, 12,5 auf Nahrungsmittel und 5,3 auf Stoffe in den Atemwegen. Die Wissenschaftler setzten die Ergebnisse des Prick-Tests in Beziehung zu Luftbelastung und Verkehrsaufkommen am jeweiligen Wohnort der Kinder. Das Risiko einer Allergie-Disposition nahm mit jedem Anstieg einer Stickstoffdioxidbelastung von 10 Mikrogramm (Millionstel Gramm) pro Kubikmeter um 16 Prozent zu. Kinder mit älteren Geschwistern oder solche, die regelmäßig eine Kindertagesstätte besuchten, schienen dagegen weniger anfällig für Allergien zu sein als solche, die zu Hause betreut wurden.  Auch die Tatsache, dass es in Wohnungsnähe kein Garage gab und in der Wohnung Haustiere mit Fell lebten, schien sie vor Allergenen zu schützen.  Ob die Mutter während ihrer Schwangerschaft Luftverschmutzung ausgesetzt war hatte nach Meinung der Wissenschaftler jedoch keinen Effekt auf das Krankheitsrisiko des Kindes.


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Quellen

Hind Sbihi et al., Perinatal Exposure to Traffic-Related Air Pollution and Atopy at 1 Year of Age in a Multi-Center Canadian Birth Cohort Study, Environ Health Perspect, Vancouver März 2015, doi: 10.1289/ehp.1408700


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