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Singen hilft COPD-Patienten

Von Barbara Bückmann (17. Juli 2013)

Singen macht COPD-Patienten fitter. Foto: pa/dpa-themendienst

Englische Forscher schickten Patienten ein paar Wochen in eine Gesangsklasse oder zu einem Filmabend. Sie stellten fest: Singen hilft COPD-Patienten und bessert ihr Wohlbefinden.

Die Lebensqualität von COPD-Patienten kann auch bei optimaler Behandlung sehr beeinträchtigt sein. Insbesondere Atemnot macht ihnen zu schaffen. Dass Singen bei chronischen Atemwegs-Erkrankungen hilfreich ist, ist länger bekannt. Lesen sie dazu auch: "Singen im Chor wirkt wie Yoga".

Ein britisches Forscherteam um Victoria Lord wollte es genauer wissen: Ist es das Singen selbst oder die soziale Aktivität und das Gruppenerlebnis, die zur Besserung beitragen?

Gesangsklasse oder Filmabend

Für ihre im Fachblatt BMC Pulmonary Medicine veröffentlichte Studie wählten Sie Patienten aus, die an der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) litten. Acht Wochen lang besuchte die eine Gruppe (13 Patienten) zweimal in der Woche eine Gesangsklasse, die andere (11 Patienten) ging einmal in der Woche zu einem Filmabend mit anschließender Diskussion.

Die Messwerte blieben gleich, das Wohlbefinden besserte sich

Alle Patienten wurden zu Beginn von einem Physiotherapeuten standardmäßig über die richtige Atemtechnik bei Atemnot unterrichtet. Ihre Bewegungsaktivität und ihre Atmung - auch unter Belastung - wurden kontrolliert, Lungenvolumen und Herzschlag gemessen. Die Messwerte der Teilnehmer beider Gruppen stimmten zu Beginn des Versuchs weitgehend überein.

Im Anschluss an die Testphase wurden Mitglieder aus beiden Gruppen von einem Psychologen befragt. Ergebnis: Obwohl sich die objektiven Messwerte beider Gruppen auch nach den acht Wochen nicht unterschieden, profitierte die Gesangsgruppe viel stärker von den Stunden. Auf einem SF-36 genannten, typisierten Gesundheitsfragebogen war ihr Wert um 12,9 Punkte angestiegen, bei der Film-Gruppe sank er um 0,25 Punkte.

Sänger fühlten sich fitter und hatten bessere Laune

Das Befinden der Sänger besserte sich weitaus stärker als das der Kinogänger. Sie waren sich ihrer Atmung mehr bewusst, konnten sie besser kontrollieren und fühlten sich fitter. Auch ihre Stimmung besserte sich. Die Film-Gruppe berichtete nicht über positive physische Effekte.


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Quellen

Lord V.M. et al.: Singing classes for chronic obstructive pulmonary disease: a randomized controlled trial. BMC Pulmonary Medicine 2012; 12: 69 - 75


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