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Fit und schön

Seife: Pflege oder Belastung für die Haut?

Von Ela Dobrinkat (21. November 2012)

Ein Bad ist entspannend, und wer seiner Haut etwas Gutes tun möchte, wählt ein Ölbad statt Seife. Foto: Getty Images

Statt Seife empfehlen Hautärzte eher tensidfreie Duschgels oder Ölbäder zur Reinigung. Eine pflegende Alternative können auch handgemachte Naturseifen sein

Ein schönes Schaumbad am Ende eines Tages oder eine heiße Dusche am Morgen mit einem duftenden Duschgel oder einer edlen Seife bedeuten pures Wohlgefühl und Wellness zu Hause. Doch was sich gut anfühlt, könnte der Haut trotz aller Beteuerungen auf den bunten Verpackungen auch schaden. In Drogerien und Supermärkten ist das Angebot an Reinigungsmitteln für den Körper inzwischen unüberschaubar.

Lassen wir zur Vorsicht an unsere Haut nur noch klares Wasser? Oder greifen wir einfach wieder zum guten alten Stück duftender Fein-Seife in Duftnoten von Limone über Rose zu herberen Düften wie Tabak und Sandelholz?

Seife für fettige Haut weniger problematisch als trockene

Wer eine normale oder fettige Haut hat, ist im Vorteil, sagt Hautarzt Dr. Jens Tesmann aus Stuttgart vom Berufsverband der deutschen Dermatologen e.V. Vor allem die trockene Haut bereite Probleme. Durch Überpflege wie zu häufiges oder zu heißes Duschen oder tensidhaltige Seifen würden diese oft noch verstärkt.

Bild: Allergiker schwören auf handgefertigte Seife. Foto: Getty Images

"Seife gehört heutzutage nicht mehr auf die Haut, sagt Dr. Tesmann. Stattdessen empfiehlt er pH-neutrale und rückfettende Duschgels - und danach Ölbäder. Auch Babyshampoos und Every-Day-Shampoos seien besser, wenn beim Duschen mit ihnen auch der Körper gereinigt werde. Ein Ölbad wie zum Beispiel ein Mandelölbad lasse sich auch beim Duschen verwenden, sagt Dr. Tesmann: Das Duschgel müsse zuvor aber abgewaschen werden. Danach wird das Ölbad dünn auf die Haut aufgetragen. Überschüssiges Öl mit klarem Wasser abduschen und sanft abtrocknen.

Seife kann den natürlichen Fettfilm zerstören

Unsere Haut ist eine rund zwei Quadratmeter große sensible Hülle. Mit ihren Talgdrüsen produziert sie einen natürlichen Fettfilm, der sie vor äußeren Einflüssen und Hautkrankheiten schützen soll. Von der Talgbildung ist es abhängig, ob die Haut fettig, trocken oder normal ist. Das hängt auch vom Alter und dem individuellen Typ ab.

Doch Schmutz in der Luft, gerade im herbstlichen Nebel und im Regen, trockene Zimmerluft durch Heizungswärme, zu viel Sonne oder Kälte irritieren den natürlichen Schutzmantel. Dann ist gute Pflege gefragt, die schon bei der Reinigung beginnt. Normale Toilettenseife zerstört diesen schützenden Fettfilm und trocknet die Haut aus. Eine gesunde Haut kann sich allerdings schnell wieder regenerieren. Wer diesen Prozess unterstützen möchte, cremt sich ein.

Durch den Schweiß bildet sich zudem auf unserer Haut ein Säuremantel, der mit Bakterien und Pilzen bedeckt ist. Auf der sauren Haut mit einem pH-Wert von durchschnittlich 5,5 erledigen diese Mikroorganismen gute Dienste.

Sie verhindern, dass schädliche Bakterien in die Haut eindringen können. Die unerwünschten Bakterien gedeihen in der Regel in einem Milieu höher als pH 5,5. Oft greifen Duschgels oder Seife mit Tensiden, das sind die waschaktiven Substanzen mit der reinigenden Wirkung, auch diesen Säuremantel an.

Seifen aus kleinen Manufakturen enthalten meist keine Chemikalien

Dermatologen mögen von der Fein-Seife abraten, trotzdem lassen sich Verbraucher kaum vom Kauf abbringen. Die in kleinen Manufakturen hergestellten Seifenstücke enthalten in der Regel nicht die Chemikalien, die in den industriell gefertigten Seifen zu finden sind. Oft ist die handgefertigte Seife deshalb hautverträglicher und wird von Allergikern gern genutzt.

Bild: Seife, die viel Fett enthält, z. B. Olivenöl, trocknet die Haut nicht so sehr aus. Foto: PA/Arco

Die meist sehr dekorativen Seifenstücke werden mit Kakaobutter, Rapsöl, Kokosnussöl, Mandelöl und Kakaobutter hergestellt. Ihr Duft – falls überhaupt verwendet - stammt von ätherischen Ölen. Künstliche Tenside, Konservierungsmittel oder Mineralöle sollten diese handgefertigten Seifen nicht enthalten. Gute Seifen sind mit rund sieben bis acht Prozent "überfettet". Ein Teil des reichlich verwendeten Öls bleibt nach dem Verseifungsprozess in der Seife zurück und kann der Haut etwas Fett zurückgeben.

 

 


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Quellen

Gespräch mit Dr. Jens Tesmann, Berufsverband der deutschen Dermatologen e. V., Stuttgart, November 2012






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