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Fit und schön

Schlingentraining für Patienten und Sportler

Von Barbara Dötsch (12. September 2008)

Schlingentraining im Sport-Gesundheitspark. Andreas Heißel zeigt, wie es geht. Foto: Dötsch

Eine norwegische Trainingsmethode verschafft in Physiotherapiepraxen auch immer mehr deutschen Schmerzpatienten Linderung. Vom Schlingentraining können auch Leistungssportler profitieren.

Wenn Sie "in den Seilen hängen", muss das nicht negativ sein. Eine Trainingsmethode aus Norwegen verspricht Wohlbefinden durch das Aufhängen von Körperteilen. Das soll Kräfte fördern und sogar chronische Schmerzen in Nacken, Wirbelsäule und Hüfte lindern. Im Gegensatz zum Krafttraining zielt das Schlingentraining nicht auf die großen, sondern die "kleinen" gelenknahen und damit die tiefenstabilisierenden Muskeln.

Schlingentraining passt sich dem Trainierenden an

Eines der deutschen Medizinzentren, die das Training aus dem Norden umsetzen, ist der Sport-Gesundheitspark in Berlin. Ganz ehrlich, so eine Schlingentherapie-Trainingsstunde sieht schon ein wenig amüsant aus. Da hängen gestandene Frauen und Männer mit den Füßen an roten Seilen von der Decke und versuchen, mit den Armen auf dem Boden die Balance zu halten. Aber spätestens beim Selbstversuch vergeht einem das Lachen. Die Anstrengung beim Schlingentraining kann auch Durchtrainierte schon nach Minuten zum Zittern bringen. Je schräger der Winkel zu den Schlingen, desto mehr Kraft ist nötig. Das heißt: Dieses Training passt sich dem Trainierenden an.

Damit ist klar, warum Sportlehrer Andreas Heißel im Berliner Sport-Gesundheitspark mit den Schlingen gleichsam Schmerzpatienten kurieren und Leistungssportler noch fitter machen kann. Bei ihm heißt der Kurs übrigens SenTis, als Abkürzung für Sensomotorische Tiefenstabilisierung. Denn Heißel verstärkt den Effekt der Übungen noch durch Bälle und Wackelkissen. In einer seiner Gruppen trainieren dann auch sieben völlig verschiedene Teilnehmer: Frauen und Männer, Dicke und Dünne irgendwo zwischen 20 und 70. Warum er hier sei, frage ich den Ältesten und vermute körperliche Gebrechen. Weit gefehlt, "zur Prophylaxe", antwortet der. Schlingentraining sei eine ganz andere Art des Trainings, "man wird kräftiger. Das gibt ein stabileres, ein sichereres Körpergefühl".

Schlingentraining weltweit auf dem Vormarsch

Das funktioniert auch bei Spitzensportlern, die ihre Muskeln schon für Hochleistungen getrimmt glaubten. Über das Schlingentraining war ein Kraftzuwachs von fünf bis 18 Prozent in den einzelnen Beinen von Fußball-Profis erreicht worden, so das Ergebnis einer Studie des Agder University College im norwegischen Kristiansand.

Das Schlingentraining wird in Norwegen von 90 Prozent aller Physiotherapeuten und in mehr als 20 Ländern von Asien bis Amerika praktiziert. Der nach eigenen Angaben einzige deutsche Ausbilder "Terapimaster" hat die Techniken seit sieben Jahren mehr als 1000 Sportlehrern, Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten beigebracht. "Seit fünf Jahren haben wir ein zweistelliges Wachstum sowohl bei der Ausbildung als auch beim Umsatz", sagt Geschäftsführer Andreas Mausolf. Sein Ziel: Bundesweit soll es niemand weiter als 80 Kilometer zum nächsten Therapeuten haben.

Das schlafende Potenzial im Körper geweckt

In Berlin ist das bereits Realität. Auch Dr. Fred Villbrandt nutzt die Therapie am Martin-Luther-Krankenhaus. Seine Patienten mit Hüft-, Knie- und Wirbelsäulenproblemen werden schneller gesund, wenn die "ruhenden Muskelgruppen aktiviert werden", so der Chef der Abteilung Physikalische und Rehabilitative Medizin. Das "schlafende Potenzial" lassen auch Profi-Athleten mittels Schlaufen wecken. Beim Berliner Sport-Gesundheitspark trainieren die Juniorinnen der Volleyball-Nationalmannschaft.

Informationen:

Die Sling Exercise Therapy (S-E-T) wurde vor fast 20 Jahren in Norwegen entwickelt. Durch das frei schwingende Seilsystem wird das Zusammenspiel von Nervensystem und Muskeln verbessert. Trainingsstufen: Ganzkörpertraining (Schmerzfreiheit, Prävention), Halswirbelsäulen-Training (bei Verspannungen), Ausgleichs-Training für Sportler (Leistungsoptimierung). Je eine Wochenstunde im Sport-Gesundheitspark Berlin kostet 40 Euro pro Monat (Tel. 030/ 897.91.70, www.sport-gesundheitspark.de). Mehr Infos: "Terapimaster", www.therapiemaster.de und Tel. 07543 934 4930.


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